Wirtschaft

Der Goldpreis fällt – Ist der Gipfel bereits überschritten?

Nach einem historischen Rekordhoch hat der Goldpreis nun zum zweiten Mal in Folge deutlich nachgegeben – ein möglicher Wendepunkt am Edelmetallmarkt?
24.04.2025 10:49
Aktualisiert: 24.04.2025 10:49
Lesezeit: 1 min
Der Goldpreis fällt – Ist der Gipfel bereits überschritten?
Stürzt die Rekordpyramide ein? Die Gold-Euphorie ist vorbei, die Realität kehrt zurück. (Foto: dpa) Foto: Sven Hoppe

Politische Entspannung dämpft Gold-Hype

Am Dienstag, dem 22. April, kletterte der Preis für eine Unze Gold während der Sitzung auf den schwindelerregenden Wert von 3.509 US-Dollar. Doch zum Handelsschluss notierte das Edelmetall bereits um 1,3 Prozent tiefer bei 3.392 Dollar. Am Mittwoch setzte sich der Rückgang mit einem Minus von drei Prozent fort – ein klares Signal: Die Nervosität unter Investoren nimmt ab.

Gründe für den Preisverfall gibt es mehrere – etwa die abebbenden Gerüchte über eine mögliche Entlassung von Fed-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Hinzu kommen Zeichen einer möglichen Deeskalation im Handelsstreit mit China, wie US-Finanzminister Scott Bessent in einem Hintergrundgespräch andeutete. Rohstoffe wie Öl und Kupfer reagierten prompt mit Kursgewinnen – das Gold hingegen gerät unter Druck.

Warnungen aus dem Markt: Das Hoch könnte erreicht sein

Bereits vergangene Woche warnten Analysten von Opoka TFI vor einem „signifikanten Hochpunkt“ bei Gold. Der sprunghafte Anstieg der Handelsvolumina beim Gold-ETF GLD, gepaart mit extremen Spekulationen über Call-Optionen und massiven Kapitalzuflüssen, sei typisch für eine Überhitzung des Marktes. JP Morgan und Goldman Sachs hatten die Euphorie zuvor noch mit optimistischen Prognosen angeheizt – doch nun folgt der Realitätscheck.

Flucht in echtes Geld – ein letztes Aufbäumen?

„Was wir sehen, ist die klassische Panikflucht in echtes Geld – in Gold“, erklärt Tomasz Tarczyński, Präsident von Opoka TFI. „Aber genau das ist oft ein Zeichen für das Ende einer Bewegung.“ Der Preissturz vom 22. April – begleitet von den höchsten Umsätzen des Jahres – spreche für einen markanten Wendepunkt.

Korrektur oder Trendwende? Die Unsicherheit bleibt

Die große Frage lautet nun: Handelt es sich lediglich um eine kurzfristige Korrektur – oder ist das Ende des goldenen Höhenflugs bereits besiegelt? Die kommenden Tage dürften entscheidend sein. Doch eines scheint sicher: Der Goldmarkt steht an der Schwelle zu einer neuen Phase – mit weniger Glanz, aber womöglich mehr Substanz.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Klima-Transformation: Das steckt hinter dem Umbau der Stahlindustrie
29.09.2026

Weg von Kohle, hin zu Wasserstoff: Die deutsche Stahlindustrie steckt Milliarden in die Produktion von grünen Stahl. Doch die...

DWN
Politik
Politik Fachkräftemangel: Einwanderer 2025 in vielen Berufen unverzichtbar
29.09.2026

Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten in Deutschland hat Wurzeln im Ausland. Besonders in Berufen, in denen händeringend Fachkräfte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreich Staatsverschuldung: Die nächste Gefahr für die Eurozone
29.09.2026

Frankreich galt lange als einer der politischen und wirtschaftlichen Pfeiler der Eurozone. Doch an den Anleihemärkten wächst die...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street schließt im Minus, während sich der Anleiheausverkauf fortsetzt
28.09.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren die Wall Street heute in Atem hielten.

DWN
Politik
Politik Geran-5: Wie die Ukraine auf Russlands schnelle Drohne reagiert
28.09.2026

Russlands schnelle Angriffsdrohnen stellen die ukrainische Luftverteidigung vor ein neues Problem. Während ältere Geran-5-Modelle...

DWN
Politik
Politik Europa schließt Fabriken und träumt von strategischer Autonomie
28.09.2026

Da es keine Antwort auf die heute und jetzt hohen Energiepreise gibt, zu denen auch die Politik der EU beigetragen hat, verkauft Ursula von...

DWN
Politik
Politik Verteidigungsfähigkeit: Bericht zu Verteidigungsbereitschaft der EU offenbart Lücken
28.09.2026

Signifikante Lücken bei der Luftverteidigung, bei Drohnen und bei Munitionsbeständen: Vor dem Treffen der europäischen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
28.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...