Finanzen

Teuer Wohnen in Deutschland: Rund jeder Siebte zahlt mehr als halben Monatslohn für Miete

Nach der Mietzahlung ist bei manchen nicht mehr viel übrig für den Rest des Monats, zeigt eine Studie. Jedoch haben viele Menschen auch ordentlich Platz in ihren vier Wänden – vor allem eine Gruppe.
14.06.2025 07:44
Lesezeit: 2 min
Teuer Wohnen in Deutschland: Rund jeder Siebte zahlt mehr als halben Monatslohn für Miete
Die Umfrage zeigt weiter, dass die Menschen in Deutschland im Durchschnitt recht großzügig wohnen. Mehr als die Hälfte der befragten Mieter (53 Prozent) antwortete, dass in ihrer Wohnung mehr Zimmer als Menschen seien. (Foto: dpa) Foto: Jens Kalaene

Bei 15 Prozent der Menschen in Deutschland geht einer Umfrage zufolge jeden Monat mehr als die Hälfte ihres Nettolohns für die Miete drauf. Drei Prozent der Befragten zahlen sogar mehr als 70 Prozent für die Miete. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der DPA. Daran nahmen mehr als 4000 Menschen teil, knapp 2400 davon waren Mieter.

Rund jeder Siebte zahlt mehr als halben Monatslohn für Miete

Auch das andere Ende der Skala wurde abgefragt: Nur 8 Prozent der Menschen geben für die Miete weniger als 20 Prozent ihres Nettolohns aus. Fast die Hälfte der Befragten zahlt zwischen 20 und 39 Prozent für die Miete. Weitere 17 Prozent wenden zwischen 40 und 49 Prozent ihres monatlichen Nettolohns für die Miete auf.

Wenige Menschen leben beengt

Die Umfrage zeigt weiter, dass die Menschen in Deutschland im Durchschnitt recht großzügig wohnen. Mehr als die Hälfte der befragten Mieter (53 Prozent) antwortete, dass in ihrer Wohnung mehr Zimmer als Menschen seien. Weitere 37 Prozent gaben an, dass in der Wohnung, die sie etwa mit ihrer Familie mieten, rechnerisch auf jeden Bewohner ein Zimmer komme. Nur sechs Prozent sagten, es gebe weniger Zimmer als Menschen. Drei Prozent machten keine Angabe. Wohnverhältnisse gelten dann als beengt, wenn es weniger Zimmer als Bewohner gibt.

Noch großzügiger sind die Wohnverhältnisse bei den Menschen, die die Wohnung besitzen, in der sie leben. Drei Viertel von ihnen (76 Prozent) gaben an, dass es bei ihnen mehr Zimmer als Bewohner gebe. Die meisten von ihnen hatten sogar über zwei Zimmer mehr als Menschen.

Wohnraummangel in einigen Bevölkerungsgruppen

Allerdings geht die Schere weit auseinander. So zeigen andere Erhebungen, dass rund jeder Neunte in Deutschland mit beengten Wohnverhältnissen zurechtkommen muss. Nach Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat lebten im vergangenen Jahr 11,5 Prozent der Menschen hierzulande in einer überbelegten Wohnung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren 2024 besonders Alleinerziehende und ihre Kinder, armutsgefährdete Personen und Erwachsene mit ausländischem Pass von beengten Wohnverhältnissen betroffen. Zudem litten Menschen in Städten rund dreimal so häufig unter Wohnraum­mangel wie Bewohner ländlicher Gebiete.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ripple startet RWA-Strategie, AMT DeFi-Verträge für erneuerbare Energien gehen live – XRP beginnt einen neuen Aufwärtszyklus

Mit der beschleunigten Einführung der RWA-Strategie (Real World Assets) durch Ripple entwickelt sich die Blockchain-Branche von reinem...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Kupferpreis treibt Fusion an: Rio Tinto plant Übernahme von Glencore
17.01.2026

Die Dynamik auf den Rohstoffmärkten verschiebt derzeit die strategischen Gewichte in der globalen Industrie. Entsteht hier ein neuer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreisgrenze: EU senkt Preisobergrenze für russisches Öl ab 1. Februar
17.01.2026

Der Westen zieht die Daumenschrauben bei russischem Öl weiter an: Ab Februar sinkt die Preisobergrenze erneut. Ziel ist es, Moskaus...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldanlage 2026: Welche Assets Anleger und Sparer im Blick behalten sollten
17.01.2026

2026 bringt Anlegern neue Unsicherheiten – und neue Chancen. Zwischen schwankenden Börsen, geopolitischen Risiken und persönlichen...

DWN
Immobilien
Immobilien Risiken für Hausbesitzer: Top-Ökonom Asmussen warnt vor Preisschock bei Versicherungsprämien
17.01.2026

Extreme Wetterereignisse verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa und belasten zentrale Sicherungssysteme. Warnt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KfW Research: Ausgaben bei Forschung und Entwicklung stagnieren – Deutschlands Vorsprung schmilzt
17.01.2026

Deutschland zählt noch immer zu den größten Forschungsnationen – doch der Vorsprung schmilzt. Während andere Länder ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen PayPal-Datenschutz: In drei Schritten zu mehr Privatsphäre beim Bezahlen
17.01.2026

PayPal weiß oft mehr über Ihre Zahlungen, als Ihnen lieb ist – und diese Informationen können für Werbung genutzt werden. Wer seine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Drogeriemarkt DM expandiert: Omnichannel-Strategie treibt Auslandsgeschäft an
17.01.2026

Der DM-Konzern treibt den Ausbau seines Auslandsgeschäfts trotz hoher Anlaufkosten gezielt voran. Geht die Skalierungsstrategie des...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Eberswalder Wurst: Fleischriese Tönnies macht Traditionsbetrieb dicht – warnendes Lehrstück für andere Unternehmen
16.01.2026

Mit der Schließung der Eberswalder Wurstwerke verschwindet ein weiterer DDR-Traditionsbetrieb. Das Werk im brandenburgischen Britz wird im...