Panorama

Deutsche Braukonzerne auf dem Weltmarkt nicht bedeutend

Drei Großkonzerne produzieren fast die Hälfte des weltweit verkauften Biers – deutsche Brauer spielen international kaum noch eine Rolle. Gleichzeitig geraten kleinere Betriebe zunehmend unter Druck: Hohe Kosten und schwindende Margen setzen dem Mittelstand zu. Die Zahlen zeigen, wie drastisch sich die Kräfteverhältnisse im Weltbiermarkt verschoben haben.
12.06.2025 07:30
Lesezeit: 2 min

Drei Großkonzerne dominieren den Weltbiermarkt

Drei Großkonzerne brauen fast die Hälfte des weltweit verkauften Biers. Im vergangenen Jahr ist die weltweite Produktion der größten vierzig Brauereigruppen laut Berechnung des Hopfenhändlers BarthHaas in Nürnberg auf insgesamt 1,64 Milliarden Hektoliter Bier gesunken – im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Minus von 0,6 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Top-40-Produktion – 845 Millionen Hektoliter – stammt aus den Braukesseln dreier Konzerne: An der Spitze steht der belgische Konzern AB Inbev <BE0003793107>, der mit 495 Millionen Hektolitern allein fast ein Drittel beitrug. Auf den Rängen zwei und drei der BarthHaas-Rangliste folgen Heineken <NL0000009165> aus den Niederlanden mit 240,7 Millionen Hektolitern und China Res. Snow Breweries mit knapp 109 Millionen Hektolitern. Einschließlich der in den Top 40 nicht aufgeführten kleineren Brauereien belief sich der weltweite Bierausstoß im vergangenen Jahr laut BarthHaas auf etwa 1,8 Milliarden Hektoliter.

Deutsche Braukonzerne international unbedeutend

Deutsches Bier ist zwar in vielen Ländern der Welt bekannt – nicht zuletzt, weil das Münchner Oktoberfest auf Bierfesten weltweit nachgeahmt wird. Doch im globalen Biergeschäft spielen weder Deutschland noch Bayern eine bedeutende Rolle: Die sechs größten deutschen Gruppen brauten zusammen lediglich 42,5 Millionen Hektoliter, wie sich aus den von BarthHaas veröffentlichten Daten ergibt.

Das entspricht gerade einmal einem Zwanzigstel des Ausstoßes der großen Drei. Größter deutscher Bierkonzern ist laut Erhebung die Radeberger Gruppe, die mit 10,4 Millionen Hektolitern Platz 23 der weltweiten Top 40 belegt. Unter den sechs großen deutschen Gruppen finden sich zwei bayerische: Oettinger auf Platz 30, gefolgt von Paulaner auf Rang 31. Beide produzierten jeweils mehr als sechs Millionen Hektoliter.

Mittelständische Brauereien unter Druck

Nach Zahlen des Deutschen Brauerbunds gab es in der Bundesrepublik 2024 noch knapp 1.500 Brauereien, davon gut 620 in Bayern. Nach Einschätzung von BarthHaas wächst jedoch der Druck auf kleinere und mittelgroße Brauereien weltweit. Als Hauptgrund nennen die Nürnberger Biermarktforscher die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten, die mittelständische Brauer demnach kaum durch Preiserhöhungen kompensieren können. Die Folgen: Betriebsschließungen, Fusionen und Marktaustritte – nicht nur in Europa.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

DWN
Politik
Politik Deutschlands Photovoltaik-Ausbau: Wie Solarstrom Europas Energiemarkt stabilisiert
15.04.2026

Deutschlands Photovoltaik-Ausbau gewinnt in einem angespannten geopolitischen Umfeld strategisch an Bedeutung für den europäischen...

DWN
Politik
Politik YouGov-Umfrage: AfD klar stärkste Kraft - Union stürzt auf schlechtesten Wert seit vier Jahren
15.04.2026

In einer YouGov-Umfrage kann sich die AfD deutlich von den anderen Parteien absetzen. Auch Grüne und Linke legen zu. Die einzigen, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue Prognose der Deutschen Bank: US-Dollar verliert an Stärke
15.04.2026

Die Deutsche Bank sieht eine veränderte Ausgangslage an den Devisenmärkten und rät Marktteilnehmern zu einer Neuausrichtung ihrer...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzspritze vom Bund: Eine Milliarde Euro für Länder und Kommunen
15.04.2026

Der Bund greift hoch verschuldeten Kommunen unter die Arme. Doch nicht nur sie werden entlastet - sondern auch die reichsten Bundesländer.

DWN
Politik
Politik „Strategische Partnerschaft“ mit Deutschland: Mehr Militärhilfe für die Ukraine beschlossen
15.04.2026

Die Militärhilfe für die Ukraine nimmt Fahrt auf. Nach neuen Rüstungskooperationen Deutschlands legt auch Großbritannien nach. Auch die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Heidelberger-Druck-Aktie: Druckmaschinenhersteller steigt in Drohnenabwehr ein
15.04.2026

Das für Druckmaschinen bekannte Unternehmen Heidelberg steigt ins Rüstungsgeschäft ein. Die Traditionsfirma will ihren Standort in...

DWN
Finanzen
Finanzen Riester-Reform: Lohnt sich der alte Vertrag zur Riester-Rente noch?
15.04.2026

Der neu beschlossene Riester-Nachfolger für eine bessere Altersvorsorge bringt höhere Rendite-Chancen als die klassische Riester-Rente,...

DWN
Finanzen
Finanzen Kaufkraft-Ranking in Krisenzeiten: Wo die regionalen Einkommen am meisten wert sind
15.04.2026

Das Verhältnis aus Einkommen und Lebenserhaltungskosten entscheidet über die reale Kaufkraft der Haushalte: Wo viel verdient wird, ist es...