Panorama

Großes Bangen in Regensburg: CSD unter Bedrohungslage neu geplant

Die Zahl queerfeindlicher Angriffe in Deutschland steigt. Nun ist auch der Christopher Street Day (CSD) in Regensburg von einer „abstrakten Bedrohungslage“ betroffen.
17.06.2025 09:49
Lesezeit: 1 min

Was ist der CSD?

Der Christopher Street Day (CSD) ist die jährliche Demonstration und Feier der LGBTQIA+-Community in Deutschland und ein Symbol für Toleranz, Gleichberechtigung und Sichtbarkeit. Benannt ist er nach den Unruhen in der New Yorker Christopher Street 1969, die als Wendepunkt der internationalen LGBT-Bewegung gelten.

CSD in Regensburg gefährdet

Der CSD im bayerischen Regensburg findet wegen einer „abstrakten Gefährdungslage“ anders statt als zunächst geplant. „Es gab ein Drohschreiben“, sagte CSD-Organisator Alexander Irmisch der Deutschen Presse-Agentur. Und die Sicherheit der Teilnehmer und Einsatzkräfte gehe vor. Nach Angaben Irmischs ermittelt das bayerische Landeskriminalamt (LKA).

Nach einem Termin mit Polizei und Ordnungsamt entschied Irmisch, die ursprünglichen Planungen zu ändern: Die Strecke des Umzugs durch die Altstadt wird verkürzt, und zusätzlich wird es eine stationäre Veranstaltung auf dem Domplatz geben.

Keine dauerhafte Lösung

Irmisch betonte, „dass das keine dauerhafte Lösung sein kann, dass wir einknicken. Aber für dieses Jahr ist es mir wichtig, dass wir das sicher hinbekommen.“

Zunahme queerfeindlicher Attacken

Die Demonstrationen anlässlich des CSD sehen sich deutschlandweit zunehmend queerfeindlichen Attacken ausgesetzt. „Wir haben eine massive Zunahme von Online-Bedrohungen“, sagte Kai Bölle, Vorstandsmitglied des Vereins CSD Deutschland, kürzlich der dpa. Zudem würden Gruppen junger Rechtsextremisten zu Gegenaktionen aufrufen. Bölle stellte fest: „Es hat eine neue Qualität bekommen.“ Die Polizei sei bundesweit sensibilisiert und schütze die Demonstrationen.

Mitte Mai war der CSD in Gelsenkirchen kurz vor dem Start wegen einer abstrakten Bedrohungslage abgesagt worden.

Aus welchem Spektrum das Drohschreiben gegen den Regensburger CSD kam, sei aktuell noch unklar, sagte Irmisch. „Ich kann es keinem Lager zuordnen.“ Zum Inhalt des Schreibens machte er wegen der Ermittlungen keine Angaben.

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