Wirtschaft

Nvidia-Chef Huang auf dem WEF in Davos: Hier könnte Europa an den USA vorbeiziehen – „einmalige Chance“

Europas starke industrielle Basis verschafft dem Kontinent eine einmalige Chance, die Vorteile der Künstlichen Intelligenz (KI) gezielt zu nutzen. Das sagte Jensen Huang, CEO des Chip-Konzerns Nvidia, am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos – und betonte zugleich, dass er keine Gefahr einer KI-Blase sieht.
Autor
avtor
21.01.2026 18:23
Lesezeit: 2 min

Europa kann mit KI die Software-Dominanz der USA überspringen

Jensen Huang erklärte, die USA hätten lange Zeit bei der Software-Entwicklung die Führungsrolle übernommen. Doch die KI-Revolution ermögliche es Unternehmen in Europa nun, einen Sprung nach vorn zu machen – über klassische Software hinaus. „KI ist Software, die nicht mehr geschrieben werden muss“, sagte Huang. „Steigen Sie jetzt früh ein, damit Sie Ihre Industriekapazitäten und Ihre Produktions- und Fertigungskompetenz mit Künstlicher Intelligenz zusammenführen können.“

Das könne europäische Unternehmen in die Welt der physischen KI führen – also in Bereiche wie Robotik und Automatisierung, die sich im vergangenen Jahr besonders stark entwickelt hätten, so der Nvidia-Chef: „Robotik ist eine einmalige Chance für die europäischen Länder.“

KI treibt den nächsten Infrastruktur-Megazyklus an

Der KI-Boom habe außerdem die größte Infrastruktur-Offensive in der Geschichte der Menschheit angestoßen. Dadurch würden viele neue Arbeitsplätze entstehen, sagte Huang. „Wir haben einige Hundert Milliarden Dollar in diesen Bereich investiert“, fuhr er fort. „Aber es gibt Infrastruktur im Umfang von mehreren Billionen Dollar, die noch aufgebaut werden muss.“

Das könne vor allem Europa zugutekommen, da der Kontinent über mehr qualifizierte Fachkräfte verfüge als die USA, so Huang. „In vielerlei Hinsicht hat die USA das in den vergangenen 20 bis 30 Jahren verloren – doch hier in Europa ist es weiterhin außergewöhnlich stark. Das ist eine enorme Chance, die man nutzen sollte.“

Microsoft-Chef Nadella warnt vor KI-Spekulationsblase – Huang widerspricht

Bereits Anfang der Woche hatte Microsoft-Chef Satya Nadella davor gewarnt, dass KI zu einer spekulativen Blase werden könnte, wenn die Technologie nicht in einem breiteren Spektrum an Branchen zum Einsatz komme und sich stärker außerhalb der westlichen Welt verbreite. Damit das nicht per Definition eine Blase ist, müssen die Vorteile deutlich gleichmäßiger verteilt werden“, sagte Nadella in seiner Rede in Davos.

Jensen Huang hingegen sieht offenbar keine Anzeichen für eine Blasenbildung. „Die Diskussion über eine KI-Blase entsteht, weil die Investitionen groß sind – und sie sind groß, weil wir die Infrastruktur aufbauen müssen, die für alle KI-Schichten darüber erforderlich ist“, sagte der Nvidia-Chef. „Ich glaube daher, dass die Chancen außergewöhnlich sind – und dass sich alle engagieren sollten.“

KI als Staatsaufgabe: Huang fordert nationale Infrastruktur-Strategien

Huang forderte alle Staaten auf, KI als festen Bestandteil ihrer nationalen Infrastruktur zu begreifen. Zudem sieht er große Chancen für Schwellen- und Entwicklungsländer durch den Einsatz von KI. „Viele Menschen ohne Abschluss in Informatik können jetzt Programmierer werden.“

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Malin Rising

Malin Rising ist seit 20 Jahren Journalistin. Erfahrung sammelte sie als Reporterin, Korrespondentin, Redakteurin und Podcast-Produzentin für internationale Zeitungen. Sie war beispielsweise für The Wall Street Journal tätig und arbeitet nun als Europa-Reporterin bei der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri.

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