Politik

Russischer Angriff auf Kiew überschattet G7-Gipfel – mindestens 14 Tote

Russische Raketen treffen Kiew während des G7-Gipfels. Mindestens 14 Menschen sterben – Selenskyj warnt vor Moskaus Strategie, zivile Ziele zu terrorisieren.
17.06.2025 10:58
Lesezeit: 1 min

Während sich die G7-Staaten zum Gipfel in Kanada versammeln, erschüttert ein massiver russischer Angriff Kiew. Dutzende Menschen wurden getötet oder verletzt.

Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind am Dienstag mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten liegt offiziellen Angaben zufolge bei mehreren Dutzend – darunter auch ein 62-jähriger US-Bürger, wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte. Rettungskräfte suchen weiter unter den Trümmern nach Überlebenden.

Der Angriff traf Kiew zeitgleich mit dem G7-Gipfel in Kanada, bei dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj anwesend ist. Der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko sprach von 27 Angriffszielen in der Hauptstadt. Auch in Odessa und Tschernihiw wurden laut Behördenangaben mehrere Menschen verletzt.

Kriegsrealität trifft Gipfeldiplomatie

Der russische Angriff erfolgte wenige Stunden, nachdem Selenskyj angekündigt hatte, während des G7-Treffens ein persönliches Gespräch mit US-Präsident Donald Trump führen zu wollen. Doch Trump verließ den Gipfel wegen der anhaltenden Iran-Israel-Krise vorzeitig – ein Treffen kam nicht zustande.

Aus Kiew kam unterdessen ein Appell zur Unterstützung: Andrij Jermak, Berater des Präsidenten, sprach von einem „Krieg gegen die Zivilbevölkerung“, den Russland bewusst fortführe – auch im Vorfeld globaler diplomatischer Ereignisse.

Keine Fortschritte bei Waffenstillstand – Moskau stellt Bedingungen

Obwohl Trump zuletzt von einem möglichen Waffenstillstand sprach, bleiben konkrete Ergebnisse aus. Gespräche in der Türkei brachten bislang keine substanziellen Fortschritte. Russland lehnt einen bedingungslosen Waffenstillstand ab – Moskau fordert weitreichende Zugeständnisse: darunter die Aufgabe ukrainischer Gebietsansprüche und den Verzicht auf einen NATO-Beitritt.

Die Eskalation zeigt einmal mehr die strategische Linie des Kremls: militärischer Druck auf zivile Infrastruktur bei gleichzeitiger diplomatischer Einflussnahme. Der geopolitische Kontext – insbesondere Trumps Positionierung, die Schwächung westlicher Einigkeit und der parallele Iran-Konflikt – macht eine Friedenslösung zunehmend unwahrscheinlich.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Vereinbarung zu Grönland mit Trump: Doch keine Zölle gegen Europäer ab 1. Februar
21.01.2026

Donald Trump nimmt seine Zolldrohung gegen Deutschland und weitere EU-Staaten überraschend zurück – zumindest vorerst. Doch der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Chef Huang auf dem WEF in Davos: Hier könnte Europa an den USA vorbeiziehen – „einmalige Chance“
21.01.2026

Europas starke industrielle Basis verschafft dem Kontinent eine einmalige Chance, die Vorteile der Künstlichen Intelligenz (KI) gezielt zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zolldeal mit USA auf Eis: EU-Parlament reagiert auf Trump
21.01.2026

Der EU-Zolldeal gerät plötzlich ins Wanken: Das Europäische Parlament stoppt zentrale Arbeiten, nachdem neue Drohungen aus Washington...

DWN
Finanzen
Finanzen Intel-Aktienkurs springt an: Jetzt zählen die Intel-Zahlen
21.01.2026

Nach einer starken Rally erreichen die Intel-Aktien den höchsten Stand seit Jahren. Doch vor den anstehenden Quartalszahlen wächst die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BDI warnt: Deutsche Industrie zwischen Stillstand und Hoffnungsschimmer
21.01.2026

Deutschlands Industrie ringt um den Ausweg aus einer zähen Krise, während neue US-Zölle drohen und die Stimmung fragil bleibt. Auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Weltwirtschaftsforum Davos: JP Morgan-Chef Dimon weicht Fragen zu Trumps Außenpolitik aus
21.01.2026

JP Morgan-Chef Jamie Dimon sagt, die USA hätten recht, Europa unter Druck zu setzen, seine Verteidigungsfähigkeit auszubauen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Boris Vujčić wird EZB-Vizepräsident: Ein neuer Akteur in der Führungsebene
21.01.2026

Die Europäische Zentralbank steht vor einer Phase tiefgreifender personeller und strategischer Weichenstellungen. Welche Bedeutung kommt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mercosur-Abkommen gestoppt: Europaparlament bringt Mercosur-Deal vor Gerichtshof
21.01.2026

Am Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten gibt es viel Kritik. Das Europäische Parlament lässt den Deal jetzt vom obersten...