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Digitales B2B-Marketing: Teuer, ineffizient – und oft falsch gemacht

Viele B2B-Unternehmen verbrennen im Digitalmarketing stillschweigend tausende Euro – mit Copy-Paste-Inhalten, die niemand sehen will. Zeit für ein radikales Umdenken.
07.07.2025 12:36
Lesezeit: 3 min
Digitales B2B-Marketing: Teuer, ineffizient – und oft falsch gemacht
Copy-Paste-Kampagnen machen keinen Sinn. Die Art der Werbung ist vom Kanal und der Zielgruppe abhängig. (Foto: dpa | David Hammersen) Foto: David Hammersen

Der häufigste Fehler beim digitalen B2B-Marketing: Ein Inhalt für alle Kanäle

Der Copy-Paste-Ansatz ist der häufigste Fehler, den Unternehmen im B2B-Marketing machen: Sie übertragen ihre bestehenden Kampagnen und Inhalte einfach auf unterschiedliche Social-Media-Plattformen – und wundern sich dann über die schlechten Ergebnisse. Das berichtet das Wirtschaftsportal Finance.si.

Auf Veranstaltungen hört man oft, LinkedIn sei die einzige Plattform, auf der sich B2B-Werbung lohnt. Auf Instagram oder Facebook lasse sich kein seriöses Geschäft machen, heißt es. Das Ergebnis: verschenktes Potenzial und verbranntes Budget.

Viele Unternehmen digitalisieren ihre bisherigen Maßnahmen und schalten sie als Werbung auf LinkedIn. Oder schlimmer noch: Sie verwenden identische Inhalte auf allen Kanälen. Ein Beispiel die Instagram-Anzeige eines Unternehmens – es handelte sich de facto um eine technische Broschüre.

Der Copy-Paste-Ansatz zerstört den Effekt, den Social Media und die dahinterliegende KI erzielen könnten. Warum funktioniert ein technischer Inhalt auf LinkedIn, aber nicht auf Instagram? Das Problem ist nicht der Kanal, sondern der Kontext. Menschen nutzen soziale Netzwerke mit unterschiedlichen Erwartungen und in verschiedenen Gemütslagen. Wer abends auf Instagram scrollt, will unterhalten werden – keine technischen Daten lesen. Nur visuell starke, emotionale oder unterhaltsame Inhalte erreichen hier ihr Ziel. Wer hingegen tagsüber auf LinkedIn nach Lösungen für geschäftliche Probleme sucht, ist bereit, sich mit Fachtexten und Daten zu beschäftigen.

Jeder Kanal hat seine Rolle im Kaufprozess

Im B2B-Bereich sind Impulskäufe selten. Kaufentscheidungen reifen über längere Zeit. Das bedeutet: Entscheidungsträger verbringen täglich Stunden auf verschiedenen digitalen Plattformen – nicht nur auf LinkedIn.

Die Rolle jedes Kanals zu verstehen, ist entscheidend. Jedes Netzwerk hat seinen eigenen „Vibe“: Instagram steht für Leichtigkeit, Schnelligkeit, visuelle Reize. LinkedIn verlangt Expertise, Struktur und Substanz. Facebook lebt von Gemeinschaft, Debatte und emotionaler Beteiligung. Erfolgreiche Unternehmen sind nicht überall präsent – sondern dort, wo es strategisch sinnvoll ist und wo sie in der Sprache der Plattform kommunizieren.

Warum digitales Marketing teuer sein kann

Der Glaube, digitales Marketing sei billiger als klassisches, ist ein Irrtum – zumindest dann, wenn man es falsch macht. Wer zur falschen Zeit mit der falschen Botschaft auf dem falschen Kanal wirbt, produziert nur eins: zusätzliche Kosten. Und die können erheblich sein. Ein Industrieunternehmen etwa investierte 5.000 Euro in eine Facebook-Kampagne – mit trockenen Produktbeschreibungen und wenig ansprechenden Bildern. Ergebnis: keine Klicks, kein Engagement, keine Anfragen. Die Lehre: „Digital funktioniert nicht.“ Doch der Fehler lag nicht im Kanal, sondern in der fehlenden Strategie.

Strategie heißt nicht: ein Werbemittel für alle

Erfolgreiches B2B-Marketing basiert nicht auf universellen Inhalten, sondern auf präziser Segmentierung von Content und Kanal. Die kreative Idee zählt – doch auch deren Umsetzung. Dieselbe Botschaft kann funktionieren, wenn sie an den jeweiligen Kanal angepasst wird: visuell, in Tonalität, Textlänge, Format oder Call-to-Action. Unternehmen, die diese Dynamik verstehen, schöpfen langfristig mehr aus ihren Netzwerken. Die Grenze zwischen Geldverbrennen und strategischem Einsatz liegt im Willen, Inhalte kanalindividuell aufzubereiten – auch bei gleichem Thema.

Was also tun?

Zunächst müssen für jeden Kanal eigene Ziele definiert werden – nicht nur Leads oder Umsatz. Auch Markenbekanntheit oder Sichtbarkeit können Ziele sein. Jedes Ziel braucht einen passenden Kanal – und den richtigen Inhalt. Es reicht zudem nicht, Zielgruppen nur nach demografischen Daten zu segmentieren. Soziale Netzwerke und ihre KI orientieren sich am Verhalten und Interesse der Nutzer. Ihr Ziel: Nutzer möglichst lange auf der Plattform zu halten. Daher müssen Inhalte in erster Linie zur Nutzungssituation und zur Erwartungshaltung der Zielgruppe passen.

Wichtig ist auch, dass es für jeden Kanal eigene Kennzahlen zur Erfolgsmessung gibt. Direktanfragen über Instagram sind selten – aber viele Entscheider sehen die Inhalte dort zuerst, lesen später auf LinkedIn ein Whitepaper und senden dann eine Anfrage.

Ein Umdenken ist überfällig

Im B2B-Marketing gibt es keine Ausrede mehr für planlose oder gewohnheitsgetriebene Kanalwahl. Digitalmarketing ist präzise, datenbasiert und lernfähig – aber nur, wenn man weiß, welches Ziel man verfolgt, was man misst, wo man kommuniziert und warum. Jeder Kanal braucht seine Funktion, jede Anzeige ihre Form und jede Kampagne ihren Zweck. Nur so wird Digitalmarketing nicht zur Kostenstelle, sondern zum Wettbewerbsvorteil.

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