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Leica mit Rekordumsatz: Kamera-Pionier setzt auf Smartphone-Erfolg

Leica wächst weiter: Mit einem Rekordumsatz im Rücken und einer traditionsreichen Geschichte treibt der Kamera-Hersteller seine Expansion voran. Neue Produkte, ein geplanter Smartphone-Launch in Europa und die Rückkehr des Kamera-Markts eröffnen neue Chancen – auch in bislang ungewohnten Geschäftsfeldern.
26.06.2025 13:50
Lesezeit: 2 min
Leica mit Rekordumsatz: Kamera-Pionier setzt auf Smartphone-Erfolg
Eine Leica von 1924, Produktionsnummer 126, wird in der „Leica Welt“ gezeigt. Die Leica Camera AG zelebriert im Jahr 2025 das 100-jährige Jubiläum am Unternehmensstandort in Wetzlar. Vor 100 Jahren stellte Leica die erste in Serie gefertigten Kleinbildkamera auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1925 vor. Zum einhundertjährigen Jubiläum soll ein Prototyp dieser besonderen Kamera in Wetzlar versteigert werden: Geschätzter Preis 1,5-2 Millionen Euro. (Foto: dpa) Foto: Andreas Arnold

Leica schafft Rekordumsatz: Smartphone für Europa

Optimistischer Ausblick im Jubiläumsjahr: Leica profitiert von der Erholung des globalen Kamera-Markts und konkretisiert seine Smartphone-Pläne.

Der Kamerahersteller Leica hat derzeit doppelt Grund zur Freude: 100 Jahre nach der Präsentation der ersten seriengefertigten Kleinbildkamera verzeichnet das Unternehmen ein weiteres Rekordjahr. Beim Umsatz habe man sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr (31. März) der Marke von 600 Millionen Euro angenähert, sagte der Vorstandsvorsitzende der Leica Camera AG, Matthias Harsch. "Das war ein absolutes Superjahr für uns, damit sind wir natürlich total happy." Leica sei "auf globaler Basis" gewachsen.

Zuversicht trotz Handelskonflikten

Auch für das laufende Jahr zeigte sich Harsch trotz internationaler Handelsstreitigkeiten zuversichtlich. In den USA als bedeutendem Exportmarkt existiere keine lokale Fertigung für Objektive und Kameras, und bereits als sich die hohen Zölle abzeichneten, habe man große Mengen dorthin geliefert. Aktuell rechne man mit baldigen Lösungen im Handelskonflikt und könne dann "sehr optimistisch" nach vorn blicken, sagte Harsch.

Smartphone-Projekt nimmt Gestalt an

Die bereits ins Auge gefasste Einführung eines neuen Smartphones mit Leica-Optik für den europäischen Markt wird nun konkreter. Bei diesem Vorhaben werde sich "bald etwas tun", sagte Harsch. Bislang wurde das "Leitz Phone", das Leica in Kooperation mit Sharp entwickelte, ausschließlich in Japan angeboten. Derzeit findet sich Leica-Optik in Flaggschiff-Modellen des chinesischen Smartphone-Herstellers Xiaomi. Kameras spielten bei der Smartphone-Wahl eine immer bedeutendere Rolle, sagte Harsch.

Neue Geschäftsfelder: App und Laser-TV

Neue Segmente wie die App Leica Lux und das Geschäft mit Laser-TV-Projektoren hätten sich ebenfalls sehr positiv entwickelt. Ein großer Teil der Kundschaft verlängere die Abonnements für die App. Von diesem Erfolg sei man überrascht, die App-Verkäufe lägen "weit über Budget", sagte Harsch, ohne Zahlen zu nennen. Mit der App können Nutzer auf dem iPhone Fotos im Stil einer Leica aufnehmen. Es handelt sich um das erste gemeinsam entwickelte Produkt nach der Übernahme des norwegischen Unternehmens Fjorden Electra AS Ende 2023.

Wachstum im Markt für TV-Projektoren

Im Laser-TV-Bereich bietet Leica den Projektor Cine 1 sowie die kompakte Variante Cine Play 1 an. Für den Vertrieb nutzt Leica inzwischen ein Netz von über 140 zertifizierten Fachhändlern, wie Harsch erklärte. Das sei nötig, da der Umstieg vom klassischen Fernseher auf Beamer für viele Kunden zunächst eine Umstellung bedeute. Im zweiten Jahr nach dem Marktstart entwickle sich der Umsatz sehr zufriedenstellend, so Harsch. In China sei bereits jedes dritte TV-Gerät ein Projektor. Leica selbst sei mit seinen Produkten ausschließlich im Premiumsegment vertreten. Mit einem weltweiten Volumen von rund 100 Milliarden Dollar biete der TV-Markt enormes Potenzial.

Kamera-Markt kehrt zurück zu Wachstum

Der Weltmarkt für Kameras habe sich laut Harsch wieder erholt, nachdem der Aufstieg der Smartphone-Fotografie zeitweise zu starken Rückgängen geführt habe. Inzwischen seien wieder jährliche zweistellige Wachstumsraten zu verzeichnen. Leica profitiere davon insbesondere bei Vollformatkameras wie der Leica-Q-Reihe. "Wir sind erfreut über die Verkaufszahlen", sagte Harsch.

Im Geschäftsjahr 2023/24 (31. März) hatte die Leica Camera AG mit weltweit rund 2.400 Beschäftigten die Erlöse um 14 Prozent auf 554 Millionen Euro gesteigert. Vor 100 Jahren war die erste Kleinbildkamera auf der Leipziger Frühjahrsmesse der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Am Firmensitz im mittelhessischen Wetzlar ist im Laufe des Tages eine Pressekonferenz geplant.

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