Finanzen

DAX-Kurs unter Druck: Sorgen um US-Zölle dämpfen Rekordlaune

Nach seinem Rekordhoch gerät der DAX-Kurs zum Wochenausklang unter Druck. Drohende Zölle aus den USA und schwache Unternehmensdaten trüben die Stimmung. Was bedeutet das für Anleger und den aktuellen DAX? Und wie anfällig ist die DAX-Rally wirklich?
11.07.2025 10:48
Aktualisiert: 11.07.2025 10:48
Lesezeit: 2 min
DAX-Kurs unter Druck: Sorgen um US-Zölle dämpfen Rekordlaune
DAX-Kurs fest im Blick: Ein Börsenhändler sitzt auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse vor der Anzeigetafel mit der DAX-Kurve (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

Börse: DAX-Kurs gibt nach – Handelsstreit dämpft Stimmung

Der DAX-Kurs ist am Freitag leicht zurückgefallen, nachdem am Vortag ein DAX-Rekordhoch bei 24.639,10 Punkten. US-Präsident Donald Trump drohte der Europäischen Union mit pauschalen Importzöllen von 15 oder 20 Prozent. "Der Optimismus aus der ersten Wochenhälfte mit neuem Dax-Rekord weicht vor dem Wochenende der Angst vor einer bösen Zoll-Überraschung", erklärte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Die Risikobereitschaft der Anleger an der deutschen Börse dürfte deshalb begrenzt bleiben.

Im frühen Börsenhandel am Freitag rutschte der DAX-Kurs um annähernd 0,9 Prozent auf 24.230 Punkte ab. Am Donnerstag war der aktuelle DAX noch auf einen neuen Höchstwert geklettert, doch nach einem Plus von rund 24 Prozent seit Jahresbeginn blieben zum Wochenschluss neue Käufe aus. Auf Wochensicht liegt der DAX heute dennoch über zwei Prozent im Plus.

Nicht nur DAX-Kurs, auch Rest der DAX-Familie unter Druck

Der MDAX verlor am Freitag ebenfalls mehr als ein halbes Prozent und fiel unter 31.500 Punkte. Auch der EuroStoxx 50, der die Eurozone abbildet, gab nach. Der anhaltende Handelskonflikt ließ die Anleger bisher weitgehend unbeeindruckt. Zuletzt hatte der Zollstreit die Anleger weitgehend kaltgelassen. "Die Zölle haben aber weiterhin das Potenzial, Welthandel und Unternehmensgewinne massiv zu bremsen", warnte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Anleger sollten dies trotz zunehmender Gewöhnung stets im Blick behalten. Zusätzlich zu den EU-Drohungen verhängte Trump neue Zölle in Höhe von 35 Prozent gegenüber Kanada.

"Eine Eskalation im Handelsstreit könnte die Exportkraft dämpfen und die aktuelle DAX-Rally ausbremsen", schrieb Analyst Maximilian Wienke vom Broker eToro. Aus seiner Sicht könnten verschärfte Rhetorik oder enttäuschende Geschäftszahlen bald neue Turbulenzen am Aktienmarkt der deutschen Börse auslösen. Die bevorstehende Bilanzsaison werde zeigen, wie die Unternehmen mit geopolitischen Unsicherheiten und Zöllen umgehen.

DAX aktuell und die Frage: Wohin geht die Reise?

In den vergangenen Jahren hat der DAX eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen: Im Jahr 2023 erzielte der deutsche Leitindex ein Jahresplus von rund 20 Prozent und erreichte im Dezember erstmals die Marke von 17.000 Punkten. Diese positive Tendenz setzte sich 2024 fort, mit einem weiteren Anstieg von annähernd 19 Prozent. Analysten prognostizieren für 2025 einen DAX-Kurs von bis zu 25.000 Punkten. Langfristige Ausblicke sehen sogar Potenziale von über 30.000 Punkten bis 2030.

Diese optimistischen Prognosen basieren auf stabilen Unternehmensgewinnen und der attraktiven Struktur des DAX als Performanceindex. Dennoch sollten Anleger die Volatilität des Aktienmarkts und externe Faktoren wie geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten berücksichtigen. Eine sorgfältige Analyse und Diversifikation bleiben entscheidend, um von den Chancen des DAX-Kurses zu profitieren und Risiken zu minimieren.

BWM-Aktien und Stabilus-Aktie im Fokus

Am Freitag hob Barclays-Analyst Henning Cosman die BMW-Aktien vor den Quartalszahlen von "Underweight" auf "Equal Weight" an. Zuletzt gab sich Cosman mit Blick auf Margen und Cashflows optimistischer. Nach den deutlichen Kursgewinnen vom Vortag hielten sich die BMW-Papiere am Freitagvormittag stabil. Bei Schaeffler stand eine Investorenpräsentation im Zentrum. Ein Händler merkte an, dass Umsatz und Marge im zweiten Quartal unter Erwartungen liegen dürften. Die Aktien fielen um 1,9 Prozent.

Die 1&1-Aktie wurde nach einer Anteilsaufstockung durch United Internet aus dem SDAX entfernt. Neu aufgenommen wurde die Verve Group. Die schwedischen Tech-Aktien fielen zum Auftakt um 2,5 Prozent. Schlusslicht im SDAX waren Stabilus mit einem Rückgang von 5,6 Prozent auf 26,35 Euro. Analyst Marc-Rene Tonn von Warburg belässt das Rating bei "Buy", senkt aber das Kursziel auf 44 Euro. Das zweite Quartal sei schwächer verlaufen, das untere Ende der Jahresziele bleibe jedoch erreichbar.

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