Finanzen

Bitcoin-Kurs trotzt Milliardenverkauf: Haben die Bullen das Spiel schon gewonnen?

Ein mysteriöser "Satoshi"-Investor verkauft Bitcoin im Wert von 9 Milliarden Dollar – und trotzdem steigt der Bitcoin-Kurs weiter. Ist das der Beweis, dass institutionelle Anleger längst das Kommando übernommen haben?
29.07.2025 10:48
Lesezeit: 3 min
Bitcoin-Kurs trotzt Milliardenverkauf: Haben die Bullen das Spiel schon gewonnen?
Trotz Milliardenabverkauf: Warum bricht der Bitcoin-Kurs nicht ein? (Foto: dpa)

Bitcoin-Kurs steigt trotz Schockverkauf: Wer wirklich den Markt kontrolliert

Nach einem scharfen Rückgang am Freitag hat sich der Bitcoin-Kurs (BTC) – die nach Marktkapitalisierung größte Kryptowährung – am Wochenende erholt und versucht nun seine Aufwärtstendenz fortzusetzen.

Seinen Wochenhöchststand hatte der Bitcoin-Kurs am Mittwoch erreicht, als er die Marke von 120.000 US-Dollar überschritt. Danach drehte der Kurs nach unten und fiel am Freitag unter 116.000 US-Dollar. Am Montagmorgen tastet sich der Bitcoin-Kurs laut „CoinMarketCap“-Daten wieder an die Schwelle von 119.000 US-Dollar heran. Wie die Börse „Binance“ meldet, hat am Freitag ein sogenannter Bitcoin-Wal rund 80.000 BTC – geschürft oder gekauft um das Jahr 2010 – veräußert. Die Abwicklung übernahm „Galaxy Digital“, das den Verkäufer als Investor der „Satoshi-Ära“ einordnete. Der Transaktionswert belief sich auf rund 9 Milliarden US-Dollar. Laut dem Portal „Cointelegraph“ führte der Rückgang des Bitcoin-Kurses auf 115.000 US-Dollar zu einer massiven Liquidation überhebelter Positionen. Gleichzeitig nutzten Investoren die Gelegenheit, um ihr Exposure auszuweiten. „Institutionelle Anleger haben den Dip gekauft“, schrieb der Kryptoanalyst Ash Crypto auf X (ehemals Twitter) und betonte, dass weiterhin die Bullen das Geschehen bestimmten.

Trotz des großvolumigen Verkaufs und der resultierenden Kursschwankungen blieb der Bitcoin-Kurs insgesamt stabil. Wie „CoinDesk“ berichtet, herrscht weiterhin ein optimistisches Marktumfeld – nicht zuletzt aufgrund jüngster institutioneller Entwicklungen und eines Handelsabkommens zwischen den USA und der EU. Noch vor einem Monat hatte US-Präsident Donald Trump mit einem Strafzoll von 30 Prozent auf europäische Produkte gedroht. Doch nach einem Verhandlungstreffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag in Schottland wurde bekannt gegeben, dass die USA lediglich einen Zollsatz von 15 Prozent auf EU-Waren erheben werden. Trump betonte, dass die 15 Prozent einen Grundtarif darstellten, der auch auf europäische Autos angewendet werde. Die Zölle auf Stahl und Aluminium in Höhe von derzeit 50 Prozent blieben hingegen bestehen. Das Abkommen umfasst zudem milliardenschwere Investitionszusagen und ein Versprechen der EU, US-Energie im Wert von 750 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Dieses Signal reduzierte geopolitische Risiken und sorgte für eine Aufhellung der Marktstimmung. Investoren kehrten risikoreichen Anlagen wie Aktien und Bitcoin den Vorzug gegenüber sicheren Häfen, wie das Finanzportal „Investing.com“ analysiert.

Im Fokus steht nun die Sitzung der US-Notenbank Fed am Dienstag und Mittwoch. Es wird erwartet, dass die Leitzinsen im Korridor von 4,25 bis 4,50 Prozent verbleiben. Das Interesse der Händler richtet sich auf Hinweise zu möglichen Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf. Ein moderaterer Ton der Fed könnte den Bitcoin-Kurs zusätzlich stützen, da dadurch die Rendite sicherer, aber wenig ertragreicher Anlagen weiter geschmälert würde. Ein weiterer Impuls für den Bitcoin-Kurs könnte am 30. Juli folgen, wenn in den USA ein Bericht zur nationalen Krypto-Politik vorgestellt werden soll. Erwartet werden darin strategische Pläne zu BTC-Reserven und konkretere Regulierungsleitlinien – auch für Stablecoins. Solche Klarstellungen könnten das Vertrauen institutioneller Akteure in den Kryptomarkt stärken.

Wettanbieter auf der Plattform „Polymarket“ beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass der Bitcoin-Kurs bis Ende Juli 125.000 US-Dollar erreicht, aktuell auf 24 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber 18 Prozent vor einer Woche. Hintergrund ist offenbar eine Neubewertung makroökonomischer Einflussfaktoren sowie wachsendes Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Blockchain-Daten. Dennoch bleibt die Handelsspanne des Bitcoin-Kurses relativ eng. Dies deutet auf Vorsicht unter Investoren hin, die mögliche politische Katalysatoren abwarten. Zwar steigt der Risikoappetit, doch makroökonomische Unsicherheiten und die geldpolitische Linie der Fed begrenzen weiterhin dynamische Kursbewegungen.

Im Sog der positiven Handelsnachrichten konnten Altcoins deutlicher zulegen. Ether (ETH), die zweitgrößte Kryptowährung, legte um über 4 Prozent auf 3.924,15 US-Dollar zu – der höchste Stand seit Mitte Dezember 2024. XRP kletterte um 3,2 Prozent auf 3,30 US-Dollar, Solana (SOL) um 3,5 Prozent, Cardano (ADA) um 2,4 Prozent. Unter den Memecoins stiegen Dogecoin um 4 Prozent und $TRUMP um 2,2 Prozent. Die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarkts beläuft sich laut „CoinMarketCap“ derzeit auf 3,95 Billionen US-Dollar.

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