Technologie

Atomkraft auf dem Mond: Die Nasa zündet die nächste Stufe im All

Inmitten eines neuen globalen Wettlaufs um die Vorherrschaft im All plant die US-Raumfahrtbehörde Nasa ein spektakuläres Projekt: Bis 2030 soll ein Atomreaktor auf der Mondoberfläche in Betrieb gehen. Was nach Science-Fiction klingt, ist Teil einer strategischen Antwort auf Chinas ambitionierte Raumfahrtziele – und könnte die Regeln der geopolitischen Machtverteilung im All neu schreiben.
05.08.2025 08:31
Lesezeit: 1 min
Atomkraft auf dem Mond: Die Nasa zündet die nächste Stufe im All
Diese Illustration vom Motorenhersteller Rolls-Royce zeigt ein Modell vom Mikro-Reaktor auf dem Mond (Foto: dpa). Foto: -

Reaktor bis 2030 geplant – Industrie soll Vorschläge liefern

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa plant den Bau eines Atomreaktors auf dem Mond. Wie die US-Nachrichtenseite Politico unter Berufung auf interne Dokumente berichtet, sollen binnen 60 Tagen konkrete Vorschläge aus der Industrie eingeholt werden. Ziel ist ein 100-Kilowatt-Reaktor, der bis 2030 betriebsbereit sein soll. Offiziell vorgestellt werden könnten die Pläne schon in den kommenden Tagen von Nasa-Chef Sean Duffy.

Geopolitisches Wettrennen mit China

Im Hintergrund steht ein strategischer Wettlauf im All – insbesondere mit China. Die Volksrepublik bereitet zur selben Zeit ihre erste bemannte Mondmission vor. Laut dem internen Nasa-Papier könnte die erste Nation mit einem funktionierenden Reaktor auf dem Mond eine sogenannte „Ausschlusszone“ definieren – ein Schritt, der geopolitische Vorteile bringen und die USA erheblich benachteiligen könnte.

Energieversorgung als Schlüsseltechnologie

Die Idee eines Atomreaktors im All ist nicht neu. Schon Russland hatte vor Jahren entsprechende Pläne geäußert. Auch die Nasa selbst forscht seit Längerem an Lösungen für eine dauerhafte Energieversorgung jenseits der Erde. Ein Reaktor auf dem Mond wäre entscheidend, um unabhängig von Sonnenlicht Energie zu erzeugen – etwa während der rund zweiwöchigen Mondnacht, in der Solarkraft nicht verfügbar ist.

Rückkehr zum Mond: USA unter Zeitdruck

Mit dem ehrgeizigen „Artemis“-Programm wollen die USA nach über einem halben Jahrhundert erstmals wieder Menschen auf den Mond bringen – geplant ist eine Landung im Jahr 2027. Doch der Zeitplan ist ins Wanken geraten, mehrfach wurden Startdaten verschoben. Auch bleibt offen, ob US-Präsident Donald Trump an dem Projekt festhalten wird, sollte es zu Verzögerungen oder Budgetfragen kommen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Rauchmelder oder Hitzewarnmelder? Welche Lösung eignet sich für die Küche?

Die Küche gehört zu den Bereichen eines Hauses, in denen im Alltag besonders viele Wärmequellen zusammenkommen. Herd, Backofen, Toaster,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Anschlussfinanzierung: Warum sich der Angebotsvergleich auszahlt – jetzt bares Geld sparen
09.08.2026

Wenn die Zinsbindung endet, kann die monatliche Kreditrate sprunghaft steigen. Wer sich allein auf das Angebot der Hausbank verlässt,...

DWN
Technologie
Technologie Auto-Wertverlust: In drei Jahren ist oft die Hälfte weg
09.08.2026

Beim Autokauf denken viele an Preis, Leasingrate, Versicherung und Sprit. Der größte Kostenblock bleibt oft unsichtbar: der Wertverlust....

DWN
Technologie
Technologie KI verändert den Arbeitsmarkt: Mit welchem Studium Kinder künftig Chancen auf einen gut bezahlten Job haben
09.08.2026

Ein Hochschulabschluss galt lange als sichere Eintrittskarte in eine erfolgreiche Karriere. Doch KI, schwächelnde Konjunktur und ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Charlie Munger: Anlagestrategie entlarvt die teuersten Fehler der Anleger
09.08.2026

Charlie Munger hielt wenig von Prognosen, hektischem Handeln und vermeintlich sicheren Börsentipps. Seine Anlageprinzipien zeigen, warum...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wo in der EU am längsten gearbeitet wird
09.08.2026

Europas Bevölkerung altert, die Babyboomer gehen in Rente, und kleinere Generationen müssen den Sozialstaat tragen. Neue Eurostat-Daten...

DWN
Panorama
Panorama Dürre in Europa: Bauern fürchten um ihre Ernten – drohen höhere Lebensmittelpreise?
08.08.2026

Hitze, Trockenheit und ausbleibender Regen setzen Europas Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Während Bauern mit schwächeren Ernten und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energieriese warnt vor Wasserstoff-Kollaps
08.08.2026

Milliardenhilfen aus der EU und Deutschland sollen Dänemarks Wasserstoffindustrie anschieben. Doch fehlende Klarheit über Stromnetz und...

DWN
Politik
Politik Mobilisierung in Russland könnte Putins größtes innenpolitisches Risiko werden
08.08.2026

Russland gehen die Freiwilligen für den Ukrainekrieg aus, doch eine neue Mobilisierung könnte für den Kreml selbst zur Gefahr werden....