Wirtschaft

Demografischer Tiefstand: Anteil junger Menschen so niedrig wie nie

Deutschland altert – und das spiegelt sich zunehmend in der Bevölkerungsstatistik wider: Nur noch jeder zehnte Mensch hierzulande ist zwischen 15 und 24 Jahre alt. Ohne Zuwanderung läge der Anteil noch niedriger. Besonders auffällig ist: Während junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte den Schnitt stabilisieren, droht in Teilen Deutschlands ein demografisches Ungleichgewicht – mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft.
05.08.2025 10:11
Lesezeit: 1 min

Der Anteil junger Menschen in Deutschland liegt noch immer auf einem historisch niedrigen Niveau. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren zum Ende des Jahres 2024 rund 8,3 Millionen Menschen (10,0 Prozent) in Deutschland zwischen 15 und 24 Jahre alt. Der Anteil liegt demnach bereits seit Jahresende 2021 auf diesem historischen Tiefststand.

Dass er seitdem nicht weiter gesunken sei, sondern sich stabilisiert habe, liege vor allem an der Zuwanderung vorwiegend junger Menschen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022, teilten die Statistiker mit.

Ohne Zuwanderung wäre der Anteil junger Menschen an der deutschen Gesamtbevölkerung noch niedriger - ohne Menschen mit Einwanderungsgeschichte läge er bei nur 8,6 Prozent, hieß es. Besonders hoch war der Anteil junger Menschen mit 20,7 Prozent bei Nachkommen Eingewanderter – das heißt bei Menschen, die in Deutschland geboren wurden und deren Elternteile beide zugewandert sind.

Unterschiede in Bundesländern

Auch regional gibt es laut Bundesamt starke Unterschiede: Die Stadtstaaten Bremen (11,1 Prozent) und Hamburg (10,5 Prozent) sowie das Land Baden-Württemberg (10,5 Prozent) hatten Ende 2024 den höchsten Anteil an 15- bis 24-Jährigen. Anteilig die wenigsten jungen Menschen lebten in Brandenburg (8,7 Prozent), gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (je 8,9 Prozent).

Den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung hatten junge Menschen in Deutschland in der ersten Hälfte der 1980er Jahre, als die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer im jugendlichen Alter waren. 1983 waren auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik rund 13,1 Millionen Menschen (16,7 Prozent) 15 bis 24 Jahre alt.

Deutschland im EU-Vergleich unterdurchschnittlich

Laut EU-Statistikbehörde Eurostat lebten zum Jahresbeginn 2024 in Deutschland (10,0 Prozent) anteilig weniger junge Menschen als im Durchschnitt aller 27 EU-Mitgliedstaaten (10,7 Prozent). EU-weit am höchsten war der Anteil der 15- bis 24-Jährigen in Irland (12,6 Prozent), vor den Niederlanden (12,3 Prozent) und Dänemark (12,2 Prozent). Den geringsten Anteil junger Menschen innerhalb der EU verzeichneten Bulgarien (9,2 Prozent) und Litauen (9,5 Prozent).

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