Finanzen

Goldpreis: Trumps Politik und geopolitische Spannungen treiben Goldnachfrage in Deutschland

Wer vom steigenden Goldpreis profitieren will, denkt oft an physisches Gold. Doch es gibt eine spannende Alternative: Aktien von Goldminen-Unternehmen. Diese versprechen Chancen – bergen aber auch Risiken. Wie stark hängen sie vom Goldkurs ab? Und lohnt sich der Einstieg wirklich?
06.08.2025 18:00
Lesezeit: 3 min
Goldpreis: Trumps Politik und geopolitische Spannungen treiben Goldnachfrage in Deutschland
Goldbarren unter der Lupe: Die Goldinvestments in Deutschland sind kräftig gestiegen (Foto: iStockphoto/Thicha studio) Foto: Thicha studio

Goldpreis: Deutsche Anleger mit mehr Goldinvestments

Im Jahr 2025 erlebt der Goldmarkt einen bemerkenswerten Boom – vor allem in Deutschland. Die Zahl deutscher Goldinvestoren ist laut BullionVault in den ersten sieben Monaten des Jahres um beeindruckende 156,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Damit liegt Deutschland deutlich über dem globalen Schnitt (+119,1 Prozent) und sogar über dem Durchschnitt der gesamten Eurozone (+89,9 Prozent).

„Gold profitiert von Unsicherheit, und Donald Trumps zweite Amtszeit als Präsident sorgt weiterhin für Turbulenzen an den Finanzmärkten ebenso wie bei Amerikas Handels- und politischen Partnern“, erklärt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. Neben den globalen Unwägbarkeiten tragen auch hausgemachte Faktoren zur starken Nachfrage bei: Rezessionsängste, Zinssenkungserwartungen in den USA und die wirtschaftliche Schwäche in Europa treiben Anleger vermehrt in Goldinvestments. Diese Entwicklungen wirken sich unmittelbar auf den Goldpreis aus.

Goldpreis-Entwicklung im Sommer 2025

Der Goldpreis hat sich seit Jahresbeginn kräftig entwickelt. Innerhalb weniger Monate stieg der Preis für eine Feinunze Gold von etwa 2.625 auf über 3.300 US-Dollar – ein Plus von mehr als 25 Prozent. Allein in Euro gerechnet, hat der Goldkurs bis Anfang August 2025 um 29,2 Prozent zugelegt und in den letzten zehn Monaten zehn neue Monatsdurchschnittsrekorde aufgestellt.

Der Anstieg erfolgte in einem Umfeld wachsender geopolitischer Spannungen, neuer Handelszölle zwischen den USA und China sowie trotz anhaltend hoher Inflation und zögerlicher Zinssenkungen. Auch Notenbanken, vor allem aus China, Indien und dem Nahen Osten, sorgten durch ihre massiven Goldkäufe für zusätzliche Dynamik am Markt.

Warten auf Trumps Entscheidungen beeinflusst den Goldmarkt

Aktuell zeigt sich der Goldpreis jedoch leicht rückläufig. Am Mittwochmorgen ermäßigte sich der Gold-Future (Dezember) um 7,80 auf 3.426,90 Dollar pro Feinunze. Diese leichte Korrektur ist unter anderem auf einen stärkeren Dollar zurückzuführen. Allerdings begrenzten sinkende US-Renditen den Preisverfall. Anleger warten auf neue Signale aus dem Weißen Haus. Trump kündigte jüngst an, bis Ende der Woche eine Übergangsbesetzung für das Fed-Direktorium zu benennen und zudem bald seinen Favoriten für den neuen Fed-Vorsitz zu präsentieren. Gleichzeitig drohte er erneut mit höheren Zöllen auf indische Waren, was den Markt zusätzlich verunsichert.

Die am Dienstag veröffentlichten US-Einkaufsmanagerindizes blieben hinter den Erwartungen zurück, was die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung am 17. September auf 85 Prozent steigen ließ – ein weiterer Impuls für die Goldpreis-Entwicklung.

Technische Analyse: Gold vor neuem Aufwärtsschub?

Aus charttechnischer Sicht zeigt sich, dass die jüngste Verkaufswelle seit dem 23. Juli, ausgelöst durch das Scheitern an der Marke von 3.438 US-Dollar, vorerst beendet scheint. Die Bullen konterten von einem Tief bei 3.254 US-Dollar aus erfolgreich. Inzwischen wurde auch die Aufwärtstrendlinie zurückerobert, und der Widerstand bei 3.377 USD steht nun im Fokus.

Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke würde den Weg freimachen für einen Angriff auf die zentrale Barriere bei 3.438 USD. Ein Überschreiten dieser Hürde könnte das Allzeithoch bei 3.499 Dollar ins Spiel bringen, mit einem möglichen Ziel bei 3.545 Dollar. Sollte der Goldkurs jedoch unter 3.306 Dollar fallen, wären die Bären wieder im Vorteil.

Strategien für Goldinvestments

Angesichts der aktuellen Goldpreis-Entwicklung stehen Anlegern zwei bewährte Wege zum Goldkauf offen: der klassische Kauf von Goldbarren und -münzen, der Handel mit CFDs (Contracts for Difference) oder der Kauf von Gold-Wertpapieren.

Wenn Sie das Edelmetall als Sicher­heit in Krisenzeiten hinterlegen wollen, dann sollten Sie echtes Gold kaufen, denn Barren und Münzen haben einen echten Sach­wert und be­halten damit auch in Krisen immer einen gewissen Wert. Physisches Gold bietet Stabilität, Unabhängigkeit vom Finanzsystem und langfristigen Werterhalt – ideal für sicherheitsorientierte Anleger. Viele Gold-Anbieter ermöglichen einen professionellen, diskreten Kauf inklusive sicherer Verwahrung.

Falls lediglich Schwan­kungen im Portfolio reduziert werden sollen oder für Sie als Anleger die Rendite im Vordergrund steht, die Sie durch die Gold­preis­ent­wick­lung erzielen können, dann kommen für Sie auch Börsenprodukte bzw. Gold-Wertpapiere infrage, zum Beispiel Gold-Zertifikate oder börsengehandelte Rohstoffe, sogenannte Exchange Traded Commodities (ETC). Damit kann das gelbe Edelmetall ebenso die Rolle eines Stabilitätsankers im Portfolio übernehmen.

Eine Alternative zum physischen Goldkauf ist auch das Investment in Aktien von Goldminen- und Förderunternehmen. Anleger profitieren hier indirekt vom Goldpreis – steigen die Kurse des Edelmetalls, legen meist auch die Aktien zu. Aufgrund der engen Bindung an den Goldpreis gelten solche Investments jedoch als besonders volatil. Hinzu kommen hohe Produktionskosten durch Energie- und Personalbedarf, die selbst bei einem steigenden Goldpreis den Unternehmensgewinn belasten können. Das kann den Kursanstieg der Aktien begrenzen. Wer in diesen Bereich investiert, sollte sich der Chancen bewusst sein – aber auch der Risiken, die mit der Goldförderung und Marktentwicklung verbunden sind.

Erfahrene Anleger und Trader können auch mit Gold-CFDs flexibel auf Kursbewegungen setzen. Vorteile sind der Hebeleffekt, die Möglichkeit von Long- und Short-Positionen sowie nahezu rund um die Uhr handelbare Märkte. Allerdings ist hier Erfahrung im Risikomanagement gefragt.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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