Finanzen

Intel-Aktie legt zu: US-Regierung und Softbank steigen mit Milliarden-Investment beim Chiphersteller ein

Die Intel-Aktie ist am Dienstag nach oben geklettert. Die Anleger reagieren positiv auf den milliardenschweren Einstieg der US-Regierung. Außerdem wird der japanische Technologiekonzern Softbank neuer Großaktionär beim angeschlagenen US-Chipriesen. Was das für Anleger und den Intel-Aktienkurs bedeutet.
19.08.2025 17:07
Aktualisiert: 19.08.2025 17:07
Lesezeit: 2 min

Intel-Aktie steigt: Milliarden-Investments kommen an der Börse gut an

Im regulären Börsenhandel am Montag hat die Intel-Aktie noch annähernd 3,6 Prozent an Wert verloren, doch nachbörslich legte das Papier des US-Chipherstellers kräftig zu. Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach die US-Regierung über einen Einstieg mit zehn Prozent bei Intel verhandelt. Die Intel-Aktie kletterte über fünf Prozent nach oben. Und auch im Dienstagshandel verbuchten die Anteilsscheine des Chipriesen ein deutliches Kursplus von zeitweise annähernd 10 Prozent.

Inzwischen ist es nicht mehr nur ein Bericht, die US-Regierung hat den Intel-Einstieg ganz offiziell bestätigt.

US-Regierung steigt bei Intel ein

Handelsminister Howard Lutnick bestätigte beim TV-Sender CNBC die Absicht der Regierung, rund zehn Prozent an Intel zu übernehmen. Die Aktien sollen eine Gegenleistung für Subventionen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar darstellen, die Intel für den Ausbau der US-Produktion zugesagt worden waren. Präsident Donald Trump betonte, dies stehe den Steuerzahlern zu. Laut Lutnick sollen es jedoch Aktien ohne Stimmrechte sein.

Medienberichten zufolge entspricht die geplante Beteiligung etwa dem Wert, den sich die Regierung für die zugesagten Milliardenbeträge am Markt kaufen könnte. Schon unter Trump hatte die US-Regierung eine "goldene Aktie" bei der Übernahme von US Steel durch Nippon Steel erhalten. Damit ist bei wichtigen Entscheidungen die Zustimmung des Präsidenten erforderlich.

Politischer Hintergrund: Intel kämpft seit Jahren mit Problemen

Trump kritisierte Subventionen für Chipkonzerne regelmäßig als Geldverschwendung und setzte stattdessen auf Importzölle, um Halbleiterfertigung in die USA zu holen. Hintergrund ist die Abhängigkeit von Asien, wo vor allem in Taiwan Hightech-Chips für Smartphones produziert werden. Um die strategische Abhängigkeit zu verringern, bemühen sich die USA und Europa seit Jahren um den Aufbau eigener Kapazitäten.

Der Konzern, der einst den Halbleitermarkt dominierte, kämpft seit Jahren mit Problemen. Im Bereich Künstliche Intelligenz hat Nvidia die Spitzenposition erobert. Auch das Geschäft mit PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren leidet. Intel versucht, sich mit dem Aufbau einer Auftragsfertigung ein zweites Standbein zu schaffen. Doch Projekte wie eine geplante Fabrik in Magdeburg wurden wegen fehlender Nachfrage aufgegeben.

Softbank wird Intel-Großaktionär

Zusätzliche Unterstützung kommt aus Japan: Softbank investiert zwei Milliarden US-Dollar in den Kauf von Intel-Aktien. Der Preis von 23 US-Dollar je Aktie liegt leicht unter dem Schlusskurs vom Montag. Softbank-Chef Masayoshi Son baut die US-Aktivitäten massiv aus. Der Konzern ist unter anderem zusammen mit OpenAI am "Stargate"-Projekt beteiligt, das gigantische Rechenzentren für KI schaffen soll. Außerdem hält Softbank die Mehrheit am Chipdesigner Arm, dessen Technologie in nahezu allen Smartphones und Tablets steckt.

Intel-Aktie: Das sagen die Analysten

Trotz der Milliardeninvestments bleiben Analysten vorsichtig: Die Schweizer Großbank UBS beließ die Intel-Aktie mit Blick auf eine mögliche Beteiligung der USA auf "Neutral", das Kursziel lautet weiterhin 25 US-Dollar.

Wie genau eine zehnprozentige Beteiligung an dem Chipkonzern durch die Umwandlung einiger oder aller bislang erhaltenen staatlichen Zuschüsse aus dem sogenannten Chips Act in Eigenkapital zustande kommen könnte, über die die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtet hatte, ist laut Analyst Timothy Arcuri noch nicht ganz ersichtlich. Die derzeitigen Aktionäre dürften nicht gerade glücklich über eine Verwässerung ihrer Anteile sein, schrieb er in einer am 19. August vorliegenden Einschätzung. Es gebe in den USA aber Präzedenzfälle für eine staatliche Beteiligung an Firmen, etwa den jüngsten Einstieg des US-Verteidigungsministeriums beim Seltene-Erden-Unternehmen MP Materials.

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