Politik

Drohnenvorfall: Polen stoppt Flug über Regierungsgebäuden

Ein Drohnenvorfall über Regierungsgebäuden in Warschau sorgt für Alarm. Polen nimmt zwei Weißrussen fest – und die NATO verstärkt ihre Verteidigung.
16.09.2025 11:42
Lesezeit: 1 min

Der polnische Staatsschutzdienst (SOP) hat eine Drohne unschädlich gemacht, die über sensiblen Einrichtungen in Warschau, darunter die Parkowa-Straße und das Schloss Belvedere, gesichtet wurde. Ministerpräsident Donald Tusk bestätigte den Vorfall in den sozialen Medien. Zwei belarussische Staatsbürger wurden festgenommen, die Polizei untersucht die Hintergründe.

Bereits in der vergangenen Woche waren Dutzende Drohnen aus Weißrussland auf polnisches Gebiet eingedrungen. Laut Behörden trugen sie keinen Sprengstoff, dennoch reagierte die NATO mit einer Verstärkung der regionalen Verteidigung. SOP-Sprecher Oberst Boguslaw Piorkowski erklärte, ein diensthabender Offizier habe das Flugobjekt am Belvedere bemerkt. Das Gerät wurde gegen 19 Uhr entdeckt, die Bediener umgehend festgenommen und die Drohne zu Boden gebracht.

Warschau unter Druck

Die Ministerin für Fonds und Regionalpolitik, Katarzyna Pelczynska-Nalez, warnte vor voreiligen Schlüssen. Es handele sich offenbar nicht um ein ausländisches Gerät, sondern um eine lokal gesteuerte Drohne. Der Vorfall solle nicht mit den Einflügen der Vorwoche in Verbindung gebracht werden. Die Parkowa-Straße und das Schloss Belvedere, nur wenige Straßen von der Weichsel entfernt, liegen in einer strikten Flugverbotszone. Dort sind Drohnenflüge nur mit staatlicher Genehmigung erlaubt.

Bedeutung für Deutschland

Der Drohnenvorfall in Warschau hat auch für Deutschland sicherheitspolitische Relevanz. Als Nachbar Polens und führendes NATO-Mitglied steht Berlin unter Druck, die Luftverteidigung im östlichen Bündnisgebiet weiter auszubauen. Angriffe oder Provokationen durch Drohnen könnten nicht nur Polen treffen, sondern auch deutsche Einrichtungen im Osten gefährden. Zudem verstärkt der Vorfall die Debatte über den Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland, etwa Regierungssitze und Botschaften in Berlin.

Die Festnahmen zweier belarussischer Staatsbürger geben dem Vorfall eine zusätzliche politische Dimension. Analysten warnen, dass hybride Methoden wie Drohnenprovokationen zur strategischen Verunsicherung in Europa beitragen. Warschau reagierte umgehend, doch der Zwischenfall zeigt die Verwundbarkeit selbst streng gesicherter Gebiete.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen US-Regulierungspläne lösen Turbulenzen am Kryptomarkt aus: XRP legt kräftig zu – Investoren suchen neue Anlagestrategien

Frankfurt/London, Februar 2026 – Der Kryptomarkt befindet sich erneut in einer Phase erhöhter Schwankungen. Makroökonomische...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz: Entscheidet KI über Aufstieg oder Abstieg Europas?
28.02.2026

Wissen explodiert, Märkte beschleunigen, Entscheidungen müssen in Sekunden fallen. Künstliche Intelligenz wird damit zur Dampfmaschine...

DWN
Immobilien
Immobilien Ifo: Schärfere Mietpreisbremse verschärft Wohnungsnot
28.02.2026

Der Wohnungsbau in Deutschland liegt am Boden. Denn die Kosten sind so hoch, dass sich der Bau für Vermieter vielerorts nicht lohnt. Ein...

DWN
Politik
Politik Moldau im Machtkampf: Russland bekämpft EU-Annäherung mit Millionen
28.02.2026

Russland versucht mit hohen Geldsummen und gezielter Desinformation, proeuropäische Mehrheiten in Beitrittsstaaten wie Moldau zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Milliarden: Prozess um ehemaliges Streamingportal movie2k.to
28.02.2026

Ein ehemaliges Streamingportal, Millionen Raubkopien und ein Bitcoin-Vermögen in Milliardenhöhe: Vor dem Landgericht Leipzig wird ein...

DWN
Politik
Politik 4 Jahre Ukraine-Krieg: Russland unter militärischem und finanziellem Druck
28.02.2026

Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs steht Russland trotz demonstrativer Stärke vor massiven militärischen Verlusten und wachsenden...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Roter Februar an den Börsen: KI-Sorgen vernichten Kursgewinne
27.02.2026

Die US-Börsen schlossen am Freitag im Minus, da eine unerwartet hohe Inflation und die Stellenstreichungspläne des Finanzdienstleisters...

DWN
Panorama
Panorama Schufa, Wahlen, Sommerzeit: Diese März-Änderungen betreffen Millionen
27.02.2026

Der März bringt frischen Wind – und zahlreiche Neuerungen für Millionen Menschen in Deutschland. Von Finanzen über Politik bis hin zum...

DWN
Politik
Politik Ungarn treibt Kiew an den Rand des Bankrotts: Orban blockiert EU-Kredit
27.02.2026

Ungarns Regierung bringt den 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU für die Ukraine in einer kritischen Phase ins Wanken und verschärft damit...