Finanzen

Kryptowährungen unter Spannung: Geldpolitik setzt den Markt unter Druck

Nach einer kurzen Aufwärtsbewegung infolge der Zinssenkung der US-Notenbank gerieten Bitcoin und andere Kryptowährungen erneut unter Druck. Anleger blicken nun gespannt auf kommende Signale der FED, die entscheidend für die weitere Marktrichtung sein dürften.
24.09.2025 17:44
Lesezeit: 2 min

Trübe Aussichten für die Kryptowährung

Die Zinssenkung der US-Notenbank (FED) in der vergangenen Woche verlieh der größten Kryptowährung, Bitcoin (BTC), zunächst Auftrieb. Doch die positive Stimmung hielt nicht lange an. Am Montagmorgen rutschten Kryptowährungen ins Minus, die gesamte Marktkapitalisierung sank um 80 Milliarden US-Dollar. Auslöser war die wachsende wirtschaftliche Unsicherheit. Bitcoin wurde am Montag zu 112.581,85 US-Dollar gehandelt, nachdem er in der Vorwoche noch fast 118.000 US-Dollar erreicht hatte, den höchsten Stand seit Mitte August. Laut dem Finanzportal Investing.com blieb der Kurs zuletzt weitgehend stabil, da die Euphorie über die Zinssenkung durch Zurückhaltung angesichts möglicher weiterer Schritte gebremst wurde.

FED-Kommentare belasten den Markt

Zwar belebte die Entscheidung der FED zunächst die Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen, doch die zurückhaltenden Kommentare von Notenbankchef Jerome Powell dämpften die Erwartungen auf einen schnellen und aggressiven Lockerungszyklus. Powell betonte, dass weitere Maßnahmen von den kommenden Konjunkturdaten abhängen. Investoren richten ihren Blick in dieser Woche auf die Äußerungen von mehr als zehn FED-Vertretern, darunter Powell selbst. Zudem werden am Freitag die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) veröffentlicht, die für die Notenbank von besonderer Bedeutung sind. Ein strenger Ton könnte Kryptowährungen und andere riskante Anlagen weiter unter Druck setzen, während Signale für zusätzliche Zinssenkungen kurzfristig Erleichterung bringen könnten. Noch stärker als Bitcoin litten am Montag andere digitale Währungen. Ether (ETH) verlor 8 Prozent auf 4.141,4 US-Dollar und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit über einem Monat. XRP büßte ebenfalls rund 8 Prozent ein und notierte bei 2,76 US-Dollar, dem schwächsten Wert seit fast drei Wochen.

Prognosen und Marktausblick für Kryptowährungen

Trotz des jüngsten Rückschlags liegt Bitcoin im September weiterhin rund 5 Prozent im Plus, unterstützt durch verbesserte Liquiditätsbedingungen. Seit Jahresbeginn ist die Kryptowährung um mehr als 20 Prozent gestiegen, begünstigt durch Zuflüsse institutioneller Investoren und die Hoffnung auf eine breitere Nutzung. Vom Rekordhoch Mitte August bei über 124.000 US-Dollar ist der Kurs jedoch deutlich entfernt. In der Kryptoszene richtet sich der Blick nun auf den Oktober, der historisch zu den stärksten Monaten für Bitcoin zählt. Laut Daten von CoinGlass war die Währung in zehn der letzten zwölf Oktobermonate im Aufwärtstrend. Seit 2018 verzeichnete sie nur in einem Oktober Verluste. In den Bullenjahren 2017 und 2021 legte der Kurs im selben Monat um 48 beziehungsweise 40 Prozent zu. Ein ähnlicher Anstieg könnte den Bitcoin laut Cointelegraph auf bis zu 165.000 US-Dollar treiben.

BTC-Enthusiast Kyle Chassé sieht die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung im kommenden Monat bei 92 Prozent. Der Liquiditätszufluss sei seiner Ansicht nach ein zentraler Motor für die Entwicklung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Der Analyst „Sykodelic“ erwartet hingegen zunächst einen Rückgang der Märkte, bevor diese im Oktober wieder anziehen. Andere Stimmen wie Jeff Mei, Chief Operating Officer der Börse BTSE, warnen jedoch vor übertriebenem Optimismus. Angesichts des makroökonomischen Umfelds sei ein sogenannter „Uptober“ in diesem Jahr weniger wahrscheinlich. Sollte die FED allerdings entschlossenere Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft ergreifen, könnte sich das Bild ändern.

Deutsche Investoren beobachten den Kryptomarkt mit Vorsicht

Die Entwicklungen auf dem Kryptomarkt sind auch für deutsche Anleger relevant. Viele institutionelle Investoren hierzulande haben Kryptowährungen als Beimischung in ihren Portfolios entdeckt, bleiben jedoch angesichts der starken Volatilität vorsichtig. Vor allem die Geldpolitik der FED wirkt sich weltweit auf Finanzmärkte aus und beeinflusst damit auch deutsche Investoren. Ob der Oktober tatsächlich zum „Uptober“ wird, hängt daher nicht nur von der Dynamik im Markt ab, sondern maßgeblich von den Entscheidungen der US-Notenbank, deren Signale auch in Deutschland aufmerksam verfolgt werden.

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