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Temu und Shein: So erobern die Portale den deutschen Markt

Billig, schnell, allgegenwärtig: Temu und Shein drängen mit Macht auf den deutschen Markt. Die Portale locken mit niedrigen Preisen und riesiger Auswahl, doch die Kritik wächst. Eine neue Studie zeigt, wie stark sie Amazon und Co. unter Druck setzen – und warum die Politik alarmiert ist.
30.09.2025 09:51
Lesezeit: 2 min

So erfolgreich sind Temu und Shein in Deutschland

Ob T-Shirts, Schuhe, Dekoartikel oder Elektronik: Verbraucher bestellen gern im Internet. Portale wie Temu und Shein haben deutlich an Popularität gewonnen, wie eine Studie zeigt.

Asiatische Portale: Aufstieg in den Rankings

Asiatische Shoppingportale werden hierzulande immer häufiger genutzt. Der Modehändler Shein zählt inzwischen zu den größten Onlineshops, wie die Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2025" vom Handelsforschungsinstitut EHI und der Datenplattform ECDB belegt. Shein kletterte vom 18. auf den 7. Platz. Der Umsatz des Konzerns stieg 2024 um 18 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Temu legt stark zu

Bei den Online-Marktplätzen machte Temu den größten Sprung. Das chinesische Portal vervierfachte sein Bruttohandelsvolumen in Deutschland nahezu auf 3,4 Milliarden Euro und rückte damit vom elften auf den fünften Platz vor. Dieser Wert entspricht dem Gesamtwert aller Bestellungen.

"Temu und Shein gewinnen in Deutschland an Beliebtheit, weil sie mit günstigen Preisen, spielerischen Elementen und einer enormen Produktvielfalt punkten", sagt EHI-Studienautor Lars Hofacker. Die beiden Portale träfen den Nerv der Zeit.

Auch Shop Apotheke und Rewe wachsen

In Onlineshops verkaufen Unternehmen direkt an Kunden. Marktplätze dagegen sind Plattformen, auf denen verschiedene Händler ihre Produkte anbieten – gegen Gebühren an den Betreiber. Große Anbieter wie Amazon, Media Markt oder Otto kombinieren beide Modelle.

Bei den Onlineshops stehen Amazon, Otto und Zalando wie im Vorjahr auf den ersten drei Plätzen im Ranking. Stark zugelegt haben Shop Apotheke und Rewe, die die Ränge acht und neun belegen. Laut Experte Hofacker liegt dies vor allem an veränderten Einkaufsgewohnheiten. Lebensmittel werden demnach häufiger online bestellt – zur Lieferung oder Abholung. Zudem beschleunigt das E-Rezept die digitale Bestellung in Apotheken.

Bei den Marktplätzen führt Amazon weiterhin mit großem Abstand, vor Ebay, Otto und Zalando. Die Ränge sechs und acht sichern sich mit Aliexpress und Shein weitere asiatische Anbieter.

Beliebt, aber umstritten

Temu und Shein sind bei Verbrauchern gefragt, aber in der Kritik. Politiker, Handelsvertreter und Verbraucherschützer bemängeln unter anderem Produktqualität, fehlende Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen und drängen auf eine strengere Regulierung. Aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland ist Eile geboten. "Wir dürfen das nicht immer nur diskutieren, jetzt müssen Taten her", sagte Präsident Alexander von Preen. "Ansonsten wird diese unfaire Konkurrenz viele heimische Handelsunternehmen und Produzenten kaputt machen."

Gegen Temu läuft derzeit ein Verfahren der EU-Kommission. Für Verbraucher besteht der Behörde zufolge ein hohes Risiko, dort auf illegale Produkte zu stoßen. Sie könnten dort Babyspielzeuge oder Elektronikprodukte finden, die nicht EU-Regeln entsprechen. Temu droht deshalb eine Strafe.

Auch Shein muss wegen Verstößen gegen EU-Vorschriften beim Verbraucherschutz nachbessern. Laut Kommission führt der Modehändler Kunden mit fehlenden oder irreführenden Angaben in die Irre. Beide Portale betonten ihre Kooperation mit den Behörden.

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