Wirtschaft

Weniger Aufträge: US-Zölle treffen Maschinenbau

Die deutsche Schlüsselbranche hat im August bessere Geschäfte mit dem Euroraum gemacht. Mit Drittländern hapert es dagegen. Der Branchenverband sieht die Gründe dafür in den USA.
01.10.2025 14:44
Lesezeit: 1 min

Weniger Aufträge: US-Zölle treffen Maschinenbau

Die deutschen Maschinenbauer haben inmitten des Zollstreits mit den USA deutlich weniger Aufträge erhalten. Im August schrumpfte der Auftragseingang preisbereinigt um sieben Prozent, wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt mitteilte. Dabei sanken die Order aus dem Inland um fünf Prozent zum Vorjahresmonat und die Auslandsbestellungen um acht Prozent.

Während die Bestellungen aus den Ländern des Euroraums kräftig um 12 Prozent zulegten, liefen die Geschäfte mit dem Nicht-Euro-Ausland schlechter. Dort verzeichnete der VDMA einen Einbruch um 15 Prozent. „Hier dürfte auch die unberechenbare Zollpolitik der USA zu einer spürbaren Zurückhaltung bei den Bestellungen geführt haben“, sagt Chefvolkswirt Johannes Gernandt.

Hohe Zölle auf Metallanteil von Maschinen

Der Maschinen- und Anlagenbau zählt zu den deutschen Schlüsselindustrien und beschäftigt dem VDMA zufolge rund 1,2 Millionen Menschen hierzulande. Die exportorientierte Branche, in der sowohl Mittelständler als auch Konzerne wie Siemens vertreten sind, bekommt den Zollstreit mit den USA zu spüren.

Für dieses Jahr hat der VDMA bereits seine Prognose gesenkt und erwartet einen preisbereinigten Produktionsrückgang um fünf Prozent. 2026 soll die Herstellung dann wieder leicht um ein Prozent zulegen.

Zwar ist im Handelsabkommen zwischen EU und USA für die meisten Importe ein Zollsatz von 15 Prozent vorgesehen. Doch die Trump-Regierung erhebe für immer mehr Produkte die weit höheren Stahl- und Aluminiumzölle von 50 Prozent, hatte der VDMA im August beklagt. Schon 30 Prozent der US-Maschinenimporte aus der EU unterlägen einem Zoll von 50 Prozent auf den Metallanteil des Produkts, darunter Motoren, Pumpen, Industrieroboter sowie Land- und Baumaschinen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Märkte in Aufruhr: Trumps Einfluss und die Risiken in Venezuela treiben XRP zu einem beispiellosen Höhenflug.

Trotz der zunehmenden Spannungen zwischen Washington und Caracas eröffneten US-Aktien leicht im Plus. Der Markt betrachtet die aktuelle...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs steigt auf Rekordhoch: Inflation, Fed-Konflikt und Verfallstag im Fokus
13.01.2026

Der DAX-Kurs bekommt Rückenwind aus den USA und hat ein neues Allzeithoch markiert. Doch zwischen Berichtssaison, Fed-Konflikt und...

DWN
Finanzen
Finanzen Geopolitik treibt die Ölpreise aktuell weiter nach oben – Brent-Öl auf dem höchsten Niveau seit Oktober
13.01.2026

Die Ölpreise stehen erneut im Fokus der Märkte, nachdem geopolitische Spannungen und politische Signale die Notierungen antreiben....

DWN
Politik
Politik US-Handelspolitik: Wie Trumps Zollpolitik die Weltwirtschaft belastet
13.01.2026

Die Weltwirtschaft tritt in eine Phase wachsender Unsicherheit ein, in der politische Eingriffe und strukturelle Verschiebungen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen zwischen Stabilität und Risiko: Ruhige Märkte trotz wachsender Unsicherheiten
13.01.2026

Die US-Börsen sind mit bemerkenswerter Ruhe ins neue Jahr gestartet, obwohl geldpolitische Weichenstellungen, geopolitische Risiken und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Munich Re-Erhebung: Klimawandel lässt Schäden durch Naturkatastrophen steigen
13.01.2026

Extreme Wetterereignisse verursachen weltweit Milliardenschäden, doch nicht jede Katastrophe trifft wie erwartet. Neue Analysen eines...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Zukunft: Der Balanceakt zwischen Wettbewerb, Sicherheit und Nachhaltigkeit
13.01.2026

Die Europäische Union steht vor industriellen Umbrüchen und geopolitischen Verschiebungen. Kann Europa Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quiet-Firing: Wann Sie ein Unternehmen verlassen sollten
13.01.2026

Kündigungen kommen selten überraschend – oft kündigen sie sich leise an. Wer die feinen Veränderungen im Verhalten von Vorgesetzten...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie im Fokus: Absatzdämpfer bei der Volkswagen-Kernmarke
13.01.2026

Sinkende Verkaufszahlen, regionale Unterschiede und ein schwacher Elektroabsatz setzen die Volkswagen-Kernmarke unter Druck. Während...