Workation-Trend 2026: Planung wird zur Pflicht
Der Markt für Geschäftsreisen zieht weiter an. Nach Angaben der Global Business Travel Association (GBTA) beliefen sich die weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen im Jahr 2025 auf rund 1,48 Billionen US-Dollar. Gleichzeitig zeichnet sich eine neue Entwicklung ab: Kurzreisen mit eintägigen Flügen gehen zurück, während längere Aufenthalte zunehmen, die Arbeit und Erholung miteinander verbinden. Dadurch entsteht auf natürliche Weise eine Nische für sogenannte Workations. Das sind gezielte Teamreisen, die 2026 noch stärker an Bedeutung gewinnen werden.
„Unternehmen müssen die Reisen für 2026 bereits jetzt planen, da die beliebtesten Ziele frühzeitig ausgebucht sind. Wer keine Räume mindestens ein halbes Jahr im Voraus reserviert, riskiert, Kompromisse eingehen zu müssen. Damit verliert man das, was den heutigen Wert einer Workation ausmacht: Räume, die auf produktives Arbeiten ausgelegt sind, und Programme, die das Team weiterentwickeln. 2026 werden wir noch mehr spezialisierte Orte und thematische Programme sehen. Daher besteht die wichtigste Aufgabe nicht nur darin, einen Ort zu finden, sondern auch Inhalte zu wählen, die für die Organisation echten Mehrwert schaffen“, sagt Giedrė Kunigonė, Leiterin des Workation-Teams „OnWorkation by AirGuru“. Ihrer Ansicht nach lassen sich für 2026 drei zentrale Workation-Trends identifizieren.
Trend Nr. 1: Thematische Workations: Mehr als Erholung
Teams wünschen sich längst nicht mehr nur Freizeit oder gemeinsame Aktivitäten. Unternehmen kaufen Inhalte: klar strukturierte Schulungsmodule, Gastvorträge, Workshops oder strategische Sitzungen. Eine bereits 2025 sichtbare und auch im kommenden Jahr relevante Entwicklung ist die zunehmende Personalisierung und inhaltliche Qualität, die zum wichtigsten Faktor bei der Budgetplanung für Workations wird.
Zu den beliebtesten Themen für 2026 zählen die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in alltäglichen Arbeitsprozessen sowie das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter. In einigen Programmen werden Schulungen zu KI-Tools angeboten, in anderen stehen Selbstfürsorge und Resilienz im Mittelpunkt: von Stressmanagement und Schlafhygiene bis hin zu körperlicher Aktivität und Ernährung.
„Workations werden zu einer Plattform, auf der Unternehmen nicht nur entspannen, sondern auch neue Ideen ausprobieren. In den vergangenen Jahren beobachten wir, dass Teams Themen suchen, die für ihre Arbeit wirklich relevant sind. Zum Beispiel KI, wie sie praktisch in Prozesse integriert werden kann und wo ethische Grenzen liegen. Oder Mitarbeiterwohlbefinden: nicht mehr nur eine Spa-Behandlung, sondern ein vollständiges Programm über ein verlängertes Wochenende oder eine ganze Woche. Mein Rat: Wählen Sie 2026 das Programm so sorgfältig wie strategische Schulungen. Achten Sie auf die Vortragenden, auf die Aktivitäten und darauf, wie Sie die Rendite messen. Andernfalls riskieren Sie, dass die Reise nur als schöne Momentaufnahme in den sozialen Medien bleibt“, betont Kunigonė.
Trend Nr. 2: Die „Retreat“-Ökonomie, in der Rendite entscheidend wird
Da Workations zum festen Bestandteil vieler Organisationen werden, rückt zunehmend die Frage nach dem Return on Investment (ROI) in den Mittelpunkt: Wie lässt sich der Nutzen messen?
„Heute lautet die Frage nicht mehr ‚ob‘ man eine Workation durchführt, sondern ‚wie sie sich rechnet‘. Führungskräfte fragen zunehmend nach dem ROI – nach klaren Kennzahlen. Die Antwort ist eindeutig: Es braucht Inhalte und messbare Ergebnisse. Wenn ein viertägiges Programm mit KI-Workshops oder Gesundheitsmodulen gebucht wird, misst sich die Rendite nicht nur an Emotionen, sondern auch an Veränderungen am Arbeitsplatz. Mein Rat: Vernachlässigen Sie 2026 nicht die Messkriterien. Wenn Workations nur als Freizeitveranstaltung gesehen werden, lässt sich das Budget schwer rechtfertigen. Wenn sie jedoch Teil des Unternehmensprozesses sind, verschwindet die Frage nach dem Nutzen von selbst. Führen Sie Mitarbeiterumfragen durch, messen Sie Veränderungen in den Ergebnissen nach der Workation, berechnen Sie die Fluktuationsraten“, erklärt Kunigonė.
Trend Nr. 3: Spezialisierte Hotels und „Workation“-Dörfer
Während früher ein komfortables Hotel mit Pool und stabilem WLAN ausreichte, suchen Teams heute Orte, an denen Arbeit, Erholung und Gemeinschaft mühelos ineinandergreifen. In solchen Locations entstehen neben Arbeitszonen auch Räume für informelle Gespräche, gemeinsame Abendessen, Bewegung und Natur, damit der Tagesrhythmus natürlich vom Meeting zum Teammoment übergeht.
Ein Beispiel ist das „Workation Village“ in Norditalien: kein Hotel, sondern ein ganzes Dorf, das bis zu 200 Personen aufnehmen kann. Neben Räumen für strategische Sitzungen sind dort kreative Werkstätten, kulinarische Aktivitäten, Verkostungen und Wanderungen in den Bergen eingeplant. Alles mit dem Ziel, dass Teams nicht nur produktiv arbeiten, sondern auch regenerieren, sich aufeinander einstimmen und gemeinsame Erfahrungen schaffen.
„Die Richtung für 2026 lautet ‚Work & Restore‘ statt nur ‚Work‘. Wert entsteht an Orten, deren Struktur von selbst zur Balance einlädt: Morgens Arbeit, nachmittags leichte Teamaktivitäten, abends ein gemeinsames Ritual, sei es ein Abendessen, ein Spaziergang oder eine Verkostung. Deshalb sollte bei der Standortwahl nicht nur gefragt werden, ob es WLAN und einen Pool gibt, sondern ob der Ort dem Team hilft, vom Bildschirm abzuschalten und Zusammenhalt zu fördern. Orte wie das ‚Workation Village‘ funktionieren genau so. Sie schaffen einen natürlichen Rhythmus von Arbeit und Erholung, statt nur Räume und Zimmer bereitzustellen“, erklärt Kunigonė.
Praktische Tipps für die Pläne 2026
Workations haben sich von einer Luxusoption zu einem festen Bestandteil moderner Arbeitskultur entwickelt. Unternehmen, die ihre Programme für 2026 planen, suchen nicht mehr nur komfortable Orte, sondern Inhalte, die direkt zu den strategischen Zielen beitragen. „Wenn Mitarbeiter spüren, dass der Arbeitgeber in ihre Zeit, ihr Wohlbefinden und ihr Wissen investiert, stärkt das Loyalität, Motivation und Unternehmensreputation. Wer als Erster qualitativ hochwertige Räume und authentische Inhalte bietet, gewinnt im Wettbewerb um Talente“, fasst Kunigonė zusammen. 2026 sollte daher als strategisches Projekt mit klaren Zielen, Budget und Erfolgskriterien geplant werden. Und das am besten 6-12 Monate im Vorfeld!

