Wirtschaft

Unternehmen als Treiber neuer Entwicklungspolitik – auch im Eigeninteresse

Der Globale Süden gewinnt zunehmend an Bedeutung – nicht nur als Rohstofflieferant, sondern auch als wachsender Absatzmarkt. Vor diesem Hintergrund setzt die Entwicklungspolitik verstärkt auf private Unternehmen, um wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern und zugleich eigene Interessen zu sichern.
07.10.2025 14:49
Lesezeit: 1 min
Unternehmen als Treiber neuer Entwicklungspolitik – auch im Eigeninteresse
Aktivisten und Aktivistinnen der Entwicklungsorganisation ONE demonstrieren auf der Marschallbrücke in Berlin gegen die geplanten Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe (Foto: dpa). Foto: Anna Ross

„Deutschland braucht Partner im Globalen Süden“

Die Bundesregierung will die deutsche Wirtschaft bei der Entwicklungszusammenarbeit stärker in die Pflicht nehmen. Das sieht ein Aktionsplan von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan vor, den die SPD-Politikerin bei einer Konferenz in Berlin vorgestellt hat.

„Deutschland braucht Partner im Globalen Süden - das macht unsere Wirtschaft stark für die Zukunft“, erläuterte die Ministerin. „Gerade bei Kobalt oder Kupfer führt kein Weg am Globalen Süden vorbei.“ Und ohne diese Rohstoffe gebe es weder Digitalisierung noch Energiewende.

Aktionsplan: Einbindung und Förderung von Unternehmen

Der Aktionsplan sieht vor, konkrete Initiativen und Projekte gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden zu entwickeln und die Wirtschaft frühzeitig in bilaterale Regierungskonsultationen einzubinden. Bei diesen Vorhaben will man die Unternehmen durch verbesserte Fördermöglichkeiten unterstützen. Außerdem sollen maßgeschneiderte Ausschreibungskriterien die Chancen erhöhen, dass sich deutsche Unternehmen bei der Vergabe von Aufträgen gegen Konkurrenten - etwa aus China - durchsetzen.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) erinnerte daran, dass im Jahr 2050 ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika leben dürfte. Zudem werde das wirtschaftliche Erfolgsmodell der vergangenen Jahrzehnte - etwa durch die Zollpolitik der USA - immer offener infrage gestellt. „Um unsere nationalen und europäischen Interessen wahren zu können und wirtschaftlich erfolgreich zu sein, benötigen Deutschland und Europa also neue strategische Partnerschaften.“

Auch bei humanitärer Hilfe sind Unternehmen gefragt

Darüber hinaus nimmt der Aktionsplan auch den Wiederaufbau in der Ukraine, in Syrien und im Gazastreifen in den Blick. Dies werde „eine Mammutaufgabe, die ohne privatwirtschaftliches Engagement nicht geleistet werden kann“. Im Interview mit dem Deutschlandfunk stellte Alabali Radovan bereits Notunterkünfte für den Gazastreifen in Aussicht: „Die sind schon finanziert, die stehen bereit.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Russland soll US-Gasprojekt heimlich geführt und finanziert haben
26.10.2026

Der ehemalige Geschäftsführer eines riesigen amerikanischen Gasexportprojekts im Wert von 25 Milliarden Dollar hat dem russischen...

DWN
Politik
Politik Streit um Starlink: Elon Musk erhebt Vorwürfe gegen die Ukraine
26.10.2026

Elon Musk wirft der Ukraine vor, Starlink für unerlaubte Drohnenangriffe eingesetzt zu haben. Ein entsprechendes Schlupfloch sei...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lkw-Maut bereits fast ein Fünftel höher: Wo es teurer wird und was 2027 kommt
26.10.2026

Lkw-Maut wird in Europa immer teurer und komplizierter. Neben gefahrenen Kilometern entscheiden zunehmend CO₂-Ausstoß, Fahrzeugklasse...

DWN
Finanzen
Finanzen 10 Europa-Aktien, denen Analysten besonders großes Wachstum zutrauen
26.10.2026

Ich habe mir erneut die Empfehlungen der Analysten angesehen, um Aktien mit dem größten Aufwärtspotenzial zu finden. Diesmal habe ich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Opel Frontera Electric im Test: Viel Komfort, aber kaum Ausdauer
26.10.2026

Viel Platz, hoher Komfort und ein vergleichsweise günstiger Preis: Der Opel Frontera Electric könnte das perfekte Elektro-SUV für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Geschäftsklima steigt: Deutsche Wirtschaft trotzt hohen Energiepreisen
26.10.2026

Deutschlands Unternehmen blicken zuversichtlicher nach vorn: Das Ifo-Geschäftsklima steigt erneut und übertrifft die Erwartungen der...

DWN
Finanzen
Finanzen Lindt-Aktie im Fokus: Präsident Tanner räumt Preisfehler ein und lehnt Rücktritt in Lindt-Krise ab
26.10.2026

Nach dem überraschenden Chefwechsel bei Lindt & Sprüngli übernimmt Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner öffentlich Verantwortung für...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Warum die 4.000-Dollar-Marke vor der Fed-Entscheidung wieder wackelt
26.10.2026

Zum Wochenstart pendelt Gold um die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Nach dem jüngsten Rückgang ringen Anleger um eine neue...