Wirtschaft

Höchststand im September: Inflation steigt auf 2,4 Prozent

Die Inflation zieht wieder an, und das mitten im Herbst. Besonders Lebensmittel und Dienstleistungen belasten die Haushalte, während Energiepreise nur leicht nachgeben. Was die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, warum die gefühlte Teuerung oft höher liegt – und was das für Verbraucher bedeutet.
14.10.2025 09:48
Lesezeit: 2 min

Teurung auf Jahreshoch

Das Leben in Deutschland hat sich im September so stark verteuert wie nie in diesem Jahr. Die Verbraucherpreise lagen um 2,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit frühere vorläufige Berechnungen. Überdurchschnittlich teure Dienstleistungen und steigende Lebensmittelpreise trieben die Inflationsrate nach oben.

Im August war die Rate hierzulande erstmals in diesem Jahr auf 2,2 Prozent gestiegen. "Nach der abnehmenden Teuerung seit Jahresbeginn stieg die Inflationsrate nun im zweiten Monat in Folge", sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes.

Nach Einschätzung von Volkswirten müssen sich Verbraucher in Deutschland vorerst auf Teuerungsraten oberhalb der Zwei-Prozent-Marke einstellen. Höhere Inflationsraten mindern die Kaufkraft: Die Menschen können sich für einen Euro dann weniger leisten.

Von August auf September 2025 erhöhten sich die Verbraucherpreise laut den Statistikern um 0,2 Prozent. Selbst die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie zog leicht auf 2,8 Prozent an.

Inflationsentwicklung bleibt moderat

Immerhin: Die Teuerungswelle, die Deutschland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine traf, ist abgeebbt. So sank die Inflation im vergangenen Jahr auf 2,2 Prozent – nach 6,9 Prozent 2022 und 5,9 Prozent 2023. Für das laufende Jahr erwarten führende Wirtschaftsforschungsinstitute einen relativ moderaten Wert von 2,1 Prozent.

Deutlicher Preissprung bei Schokolade

Doch gefühlt liegt die Inflation höher. Besonders beim täglichen Einkauf spüren die Menschen Preissteigerungen. Die Nahrungsmittelpreise lagen im September 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Deutlich teurer waren etwa Obst (plus 5,1 Prozent), Fleischwaren (plus 3,2 Prozent) und vor allem Schokolade (plus 21,2 Prozent), während Gemüse günstiger wurde (minus 2,1 Prozent).

Ökonomen der Europäischen Zentralbank haben jüngst errechnet, dass die Lebensmittelpreise in Deutschland seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 um 37 Prozent gestiegen sind.

Dienstleistungen teurer – Energie nur leicht billiger

Bei Dienstleistungen zog die Teuerung laut Statistischem Bundesamt wieder an: Nach 3,1 Prozent im Juli und August lagen die Preise hier im September um 3,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Deutlich teurer wurden etwa Kfz-Versicherungen, Autoreparaturen sowie Tickets für Busse und Bahnen. Dagegen verbilligten sich internationale Flüge.

Energie war im September 0,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. So sanken etwa die Preise für Strom (minus 1,6 Prozent) und Brennstoffe (minus 1,8 Prozent), während Kraftstoffe (plus 1,1 Prozent) und Erdgas (plus 0,7 Prozent) leicht teurer wurden. Im August hatten die Energiepreise allerdings noch 2,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen und damit die Inflationsrate gebremst.

So misst das Amt die Preisentwicklung

Das Statistische Bundesamt ermittelt jeden Monat, wie sich die Preise zum Vormonat und Vorjahresmonat verändern. Dafür erfassen die Statistiker in Geschäften, was Obst und Gemüse, Schuhe oder Möbel kosten. Wie hoch ist die Miete, was kostet der Sprit an der Tankstelle? Tausende Einzelpreise von Waren und Dienstleistungen werden repräsentativ nach dem stets gleichen Schema notiert. Ein Teil der Daten wird auch im Internet erhoben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Verbessern Sie die Lieferketten-Transparenz

Identifizieren, scannen und übermitteln von eindeutigen Komponentendaten

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Ölpreissprung und Spannungen im Nahen Osten ließen US-Märkte uneinheitlich schließen
02.03.2026

Der US-Aktienmarkt schloss am Montag uneinheitlich, während der Rohölpreis einen starken Sprung machte. Investoren wogen die Folgen der...

DWN
Politik
Politik Nahost-Krieg: Deutsche kommen nicht zurück - Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München
02.03.2026

Etwa 30.000 Touristen von deutschen Reiseveranstaltern hängen im Nahen Osten fest. Die Bundesregierung sieht aber in erster Linie nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt europäischen Erdgas-Preis um fast 50 Prozent steigen
02.03.2026

Nach dem Angriff auf den Iran steigt der europäischer Erdgas-Preis um fast 50 Prozent nach Produktionsstopp. Analysten warnen vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Autooffensive in Europa verlangsamt sich: Struktureller Rückzug oder taktische Pause?
02.03.2026

Nach einem Rekordjahr verlieren chinesische Automarken in Europa plötzlich Marktanteile. Handelt es sich um eine Trendwende oder lediglich...

DWN
Politik
Politik Deutsche Umwelthilfe: Verbrenner-Aus 2030? BGH prüft Klimaklagen gegen Autobauer
02.03.2026

Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, müssen BMW und Mercedes-Benz 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner einstellen. Um den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation in Frankreich und Spanien: Unerwarteter Anstieg zwingt EZB harten Wechselkurs aufrechtzuerhalten
02.03.2026

Neue Inflationsdaten aus Frankreich und Spanien sorgen für Unruhe an den Märkten. Muss die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ADAC: Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr
02.03.2026

Der Irankonflikt macht Öl teuer. Das bekommen auch die deutschen Autofahrer zu spüren. Bisher hält sich die Reaktion an den Zapfsäulen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen PCK-Raffinerie GmbH: Treuhandverwaltung für Rosneft Deutschland verlängert
02.03.2026

Die deutschen Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft stehen wegen des Ukraine-Kriegs jetzt unter Kontrolle der Bundesnetzagentur...