Wirtschaft

PwC-Studie zur Schifffahrt: Reeder bleiben optimistisch trotz Zöllen und Flaute

Zölle, schwache Nachfrage, geopolitische Spannungen – und doch brummt das Geschäft auf See. Während andere Branchen unter der Konjunkturflaute leiden, melden deutsche Reedereien volle Schiffe und stabile Erträge. Eine neue Studie zeigt, warum die Schifffahrt selbst in stürmischen Zeiten auf Kurs bleibt – und wo die größten Risiken lauern.
14.10.2025 13:49
Lesezeit: 1 min
PwC-Studie zur Schifffahrt: Reeder bleiben optimistisch trotz Zöllen und Flaute
Reedereien trotzen der Krise: Eine PwC-Studie belegt, dass selbst Zölle und geopolitische Risiken die Schifffahrt kaum bremsen. (Foto: dpa) Foto: Sina Schuldt

Volle Schiffe trotz Flaute: Reedereien trotzen der Krise

Zölle, schwache Produktion, aber kein Abschwung: Die meisten Reedereien erwarten weiter Wachstum. Was macht die Branche so widerstandsfähig?

Handel unter Druck, Schifffahrt stabil

Zölle erschweren und verteuern den Handel, die Konjunktur lahmt – doch das Geschäft deutscher Schifffahrtsunternehmen bleibt robust. Das zeigt eine neue Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC Deutschland, die zum 17. Mal Führungskräfte von Hochseereedereien befragt hat.

Ein Ergebnis der jährlichen Reederstudie lautet: 93 Prozent der Unternehmen haben ihre Schiffe voll ausgelastet. Zudem rechnet die Mehrheit (58 Prozent) der Führungskräfte – wie im Vorjahr – in den nächsten zwölf Monaten mit Wachstum. Von einem Abschwung gehen nur vier Prozent der Befragten aus (Vorjahr: sieben Prozent).

Warum die Krise die Reeder kaum trifft

Weshalb schlägt die schwache Konjunktur in Deutschland nicht auf die Seetransporte durch? Wenn die heimische Industrieproduktion lahmt, betrifft das nicht alle Reedereien. In der Studie heißt es: "Sieben von zehn Schifffahrtsunternehmen geben an, dass ihre Geschäftstätigkeit praktisch gar nicht mehr oder allenfalls nur noch geringfügig von der hiesigen Produktion abhänge." Und nahezu zwei Drittel der Führungskräfte gehen davon aus, dass trotz der Zölle und Handelsbarrieren Transporte in den nächsten Jahren nicht abnehmen werden.

"Schwere See voraus": Risiken in der Containerschifffahrt

Denkbar ist, dass sich die stabile Lage der Reeder dennoch verschlechtert: Die Verfasser erwarten, dass geopolitische Spannungen sowie Sanierungs- und Investitionsbedarfe die Unternehmen belasten werden. Die Studie trägt den Titel "Schwere See voraus".

Eine mögliche Entwicklung sind sinkende Frachtraten, also Transportpreise. Nur jeder fünfte Befragte erwartet, dass die Raten in den nächsten zwölf Monaten steigen (Vorjahr: 44 Prozent). Mehr als ein Drittel rechnet mit einem Preisrückgang. Auffällig ist, dass Vertreter der Containerschifffahrt sorgenvoller als ihre Kollegen sprechen. Für andere Bereiche der Wirtschaft wären niedrigere Transportpreise eine gute Nachricht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Galeria-Schließungen drohen: Diese 33 Galeria-Filialen stehen auf der Kippe
22.07.2026

Die Zukunft zahlreicher Galeria-Standorte steht erneut auf der Kippe. 33 Galeria-Filialen werden derzeit auf ihre Wirtschaftlichkeit...

DWN
Finanzen
Finanzen BMW-Aktie: Rätsel um in Kaliningrad produzierte BMW – wie ist das möglich?
22.07.2026

Obwohl BMW seine Aktivitäten in Russland vor Jahren eingestellt hat, werden in Kaliningrad wieder SUV der Marke montiert. Die Herkunft der...

DWN
Immobilien
Immobilien Mietpreise entwickeln sich in deutschen Großstädten immer unterschiedlicher
22.07.2026

Steigende Mieten gelten vielerorts als Dauerproblem. Doch aktuelle Zahlen zeigen ein differenzierteres Bild: Zwischen den größten...

DWN
Politik
Politik USA-Iran-Krieg: Trump steckt in einer tödlichen Falle
22.07.2026

Der USA-Iran-Krieg ist militärisch festgefahren, doch die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation wächst mit jedem weiteren Angriff....

DWN
Finanzen
Finanzen Anleihen kaufen: Chancen beim Anleihehandel nutzen und nicht blind auf Sicherheit vertrauen
22.07.2026

Anleihen rücken zunehmend in den Fokus von Anlegern. Doch die vermeintliche Sicherheit ist nicht selbstverständlich. Wir zeigen, wie Sie...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gold steigt über 4.100 Dollar und setzt Erholung fort
22.07.2026

Der Goldpreis hat am Mittwochvormittag weiter zugelegt und sich klar oberhalb der Marke von 4.100 US-Dollar je Feinunze behauptet....

DWN
Finanzen
Finanzen Gea-Aktie: Starke Zahlen sorgen für Kurssprung – wie Anleger reagieren sollten
22.07.2026

Mit starken Quartalszahlen und höheren Jahreszielen rückt die Gea-Aktie wieder in den Fokus der Börse. Umsatz, Auftragseingang und...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell über 25.000 Punkten: Start der Berichtssaison im Fokus
22.07.2026

Zum Handelsstart am Mittwoch hat der DAX die Marke von 25.000 Punkten behauptet. Der DAX-Kurs profitiert von der beginnenden...