Finanzen

Dax fällt unter 24.000 Punkte – Anleger von US-Bankenproblemen verunsichert

Die europäischen Börsen sind am Freitag nach den Turbulenzen an der Wall Street unter Druck geraten. Auslöser waren Sorgen um die Bilanzqualität kleinerer US-Regionalbanken, die zwei Häuser in Schwierigkeiten brachten. Der Dax fiel im frühen Handel um 2,2 Prozent auf 23.740 Punkte, während auch MDax und EuroStoxx 50 deutliche Verluste verzeichneten.
17.10.2025 10:37
Aktualisiert: 17.10.2025 10:37
Lesezeit: 1 min
Dax fällt unter 24.000 Punkte – Anleger von US-Bankenproblemen verunsichert
Ein Börsenhändler sitzt im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse vor der Anzeigetafel mit der Dax-Kurve vor seinen Monitoren (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

Frühhandelsverluste in Frankfurt

Der deutsche Leitindex sackte im frühen Handel unter die Marke von 24.000 Punkten ab. Auch der MDax verlor 2,1 Prozent auf 29.415 Zähler, der EuroStoxx 50 büßte 1,6 Prozent auf 5.562 Punkte ein. Portfoliomanager Thomas Altmann kommentierte: „Die Angst vor einer neuen Krise ist zurück. Mit den Problemen der beiden US-Regionalbanken ist ein weiterer potenzieller Krisenauslöser hinzugekommen.“

Charttechnische Einschätzung

Analyst Martin Utschneider von Robomarkets bleibt trotz der Verluste optimistisch: „Aus chart- und markttechnischer Sicht ist noch nichts Dramatisches passiert.“ Der Dax hatte vor etwas mehr als einer Woche noch ein Rekordhoch von 24.771 Punkten erreicht, getrieben vom Boomthema Künstliche Intelligenz (KI). Anschließend sorgten jedoch neue Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China für die ersten Korrekturen.

Einzelwerte: Gewinner und Verlierer

Unter den Dax-Titeln stach Continental hervor. Die Aktie legte um 7,5 Prozent zu, nachdem der Reifen- und Kunststoffkonzern im dritten Quartal die Erwartungen deutlich übertraf – vor allem bei der operativen Marge. Fresenius stiegen leicht um 0,3 Prozent, da JPMorgan die Sorgen um die Krankenhaus-Gebühren-Pläne der Bundesregierung als übertrieben einschätzte. Merck KGaA gaben um unterdurchschnittliche ein Prozent nach, profitierten jedoch von Zoll-Erleichterungen.

Zu den größten Verlierern zählten Bank- und Rüstungsaktien. Commerzbank büßte 3,5 Prozent ein, die Deutsche Bank sogar 5,5 Prozent – Sorgen um eine mögliche nächste Bankenkrise belasteten die Papiere.

Rüstungsaktien unter Druck

Rüstungswerte gerieten ebenfalls unter Druck. In der EU wurde ein milliardenschweres Programm zur Stärkung der Verteidigungsindustrie beschlossen, bis Ende 2027 sollen 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Zudem richtet US-Präsident Trump nach der Nahost-Waffenruhe erneut sein Augenmerk auf die Ukraine. Rheinmetall, Hensoldt und Renk verloren zwischen 3,9 und 5,4 Prozent.

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