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EU warnt: Reale Emissionen von Plug-in-Hybriden 5-mal so hoch wie angegeben

Plug-in-Hybride gelten als umweltfreundliche Alternative, doch ihre realen CO₂-Emissionen liegen deutlich über den offiziellen Angaben. Können sie langfristig eine nachhaltige Lösung sein oder verschleiern sie nur die Realität?
06.11.2025 06:03
Lesezeit: 2 min
EU warnt: Reale Emissionen von Plug-in-Hybriden 5-mal so hoch wie angegeben
EU warnt vor realen Emissionen von Plug-in-Hybriden: Offizielle Werte unterschätzen CO₂-Ausstoß deutlich (Foto: dpa) Foto: Christoph Soeder

Reale Emissionen von Plug-in-Hybriden deutlich höher als angegeben

Eine aktuelle Untersuchung der Lobbyorganisation Transport & Environment (T & E) zeigt, dass Plug-in-Hybride (PHEV) in der Praxis deutlich höhere CO₂-Emissionen verursachen als offiziell ausgewiesen. Hersteller geben 28 Gramm CO₂ pro Kilometer an, tatsächlich liegt der Wert bei rund 135 Gramm. Daher seien PHEV keine Lösung für die Reduktion von Emissionen nach 2035.

Automobilhersteller üben in den vergangenen Monaten verstärkt Druck auf die Gesetzgeber aus. Unter anderem fordern sie, Plug-in-Hybride auch nach 2035 weiter verkaufen zu dürfen. Ab diesem Jahr sieht die aktuelle EU-Gesetzgebung ein Verbot für Neuwagen mit jeglichen CO₂-Emissionen vor, also auch für Hybridfahrzeuge.

Transport & Environment fordert klare Linie

Transport & Environment unterstützt künftige Antriebe wie Strom oder Wasserstoff und warnt die EU vor Zugeständnissen an die Autoindustrie. Die Lobbyisten fordern, die Verkaufsbeschränkungen für Plug-in-Hybride nach 2035 nicht zu lockern, um die Klimaziele nicht zu gefährden. Plug-in-Hybride haben sich laut T & E zunehmend als Instrument zur Verschleierung von CO₂-Emissionen etabliert.

Offizielle Werte aus WLTP-Tests unterschätzen die tatsächlichen Emissionen erheblich. Eine Untersuchung von über 123.000 Fahrzeugen aus dem Jahr 2023 zeigt, dass die realen Emissionen bei 135 Gramm CO₂ pro Kilometer liegen, während die offiziellen Werte nur 28 Gramm ausweisen.

Auch im elektrischen Fahrmodus emittieren Plug-in-Hybride noch 68 Gramm CO₂ pro Kilometer, da der Verbrennungsmotor bei Beschleunigung automatisch zugeschaltet wird.

Irreführung hat Tradition

Die Europäische Kommission setzte sich bereits 2021 mit der Problematik auseinander und führte verpflichtende Messgeräte für den Kraftstoffverbrauch ein. Diese zeigten, dass die realen Emissionen von PHEV etwa 3,5-mal höher lagen als die offiziellen Werte.

Anpassungen für die Jahre 2025 bis 2028 sollten die Diskrepanz zwischen Laborwerten und realem Fahrbetrieb reduzieren. T & E warnt jedoch, dass die Autoindustrie derzeit Lobbyarbeit betreibt, um diese Korrekturen wieder abzuschaffen. Dies könnte den Absatz von Elektrofahrzeugen bis 2030 um rund zehn Prozent senken.

Bewertung von EREV-Technologie

T & E weist zudem auf neue Antriebstechnologien aus China hin, sogenannte EREV (Extended Range Electric Vehicles). Bei diesen Fahrzeugen dient der Verbrennungsmotor lediglich als Generator zur Stromproduktion, während die Räder stets elektrisch angetrieben werden.

Laut T & E haben EREV ähnliche Schwächen wie Plug-in-Hybride. Große Benzintanks und Reichweiten über 1.000 Kilometer könnten dazu führen, dass Fahrer eher Benzin tanken, anstatt die Batterie regelmäßig aufzuladen.

Plug-in-Hybride: Beliebt, aber nicht nachhaltig

In Europa sind Plug-in-Hybride aufgrund ihrer Flexibilität weiterhin beliebt, insbesondere für Fahrer mit längeren Strecken oder eingeschränkter Ladeinfrastruktur. T & E betont jedoch, dass sie keine langfristige nachhaltige Lösung darstellen.

Ein gut konzipierter PHEV könnte bis 2030 reale Emissionen unter 50 Gramm CO₂ pro Kilometer erreichen, dies bleibt jedoch die Ausnahme. Die Verkaufszahlen zeigen eine steigende Nachfrage. In diesem Jahr wuchs der Absatz von Plug-in-Hybriden in Europa um 28 Prozent, wobei sie zehn Prozent des Neuwagenmarktes ausmachten. Die stärksten Zuwächse erzielten chinesische Marken.

Bedeutung für Deutschland

Für Deutschland bedeutet dies, dass der Übergang zu klimafreundlicher Mobilität sorgfältig gesteuert werden muss. Plug-in-Hybride mögen kurzfristig attraktiv sein, doch ihre realen Emissionen gefährden die Klimaziele. Eine konsequente Förderung von rein elektrischen und Wasserstofffahrzeugen kann helfen, die Emissionen im Verkehrssektor nachhaltig zu senken und die nationale Klimastrategie zu stützen.

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