Massive KI-Investitionen prägen Tech-Aktien
Eine massive Welle künstlicher Intelligenz prägt seit fast drei Jahren die Finanzmärkte, getragen von den größten US-Tech-Konzernen. In dieser Woche wurden erneut die Quartalszahlen der führenden Unternehmen veröffentlicht. Hohe KI-Investitionen allein reichen inzwischen nicht mehr aus, um Anleger von Tech-Aktien zu überzeugen.
Fünf der weltweit größten börsennotierten Unternehmen, Microsoft, Alphabet, Apple, Amazon und Meta, präsentierten solide Zahlen. Die Reaktionen der Investoren fielen jedoch unterschiedlich aus. Amazon und Alphabet wurden für ihr starkes Wachstum im Cloud-Geschäft gelobt, während Microsofts Ergebnisse eher neutral aufgenommen wurden. Meta musste nach Angaben über steigende KI-Investitionen einen zweistelligen Kursverlust hinnehmen.
Wachstumswirkung von KI-Investitionen bei Tech-Aktien
Josephine Cetti, Chefstrategin bei Nordea, erklärt die unterschiedlichen Reaktionen auf Tech-Aktien damit, dass Unternehmen wie Microsoft, Google und Amazon bereits zeigen, dass ihre umfangreichen KI-Investitionen zu Wachstum im Cloud-Bereich führen. Die Investitionen beginnen sich auszuzahlen und spiegeln sich in steigenden Cloud-Umsätzen wider, da Unternehmen zunehmend auf KI-Lösungen umstellen.
Bei Meta ist die Situation anders. Das Problem sei, dass sich die Investitionen nicht eins zu eins auf die Ergebnisse übertragen lassen. Meta investiert primär für den eigenen Bedarf und nicht zur Befriedigung steigender Nachfrage. Eine Einmalzahlung von 15 Milliarden Dollar belastete zusätzlich die Ergebnisse. Der Gewinn je Aktie sank von 6,03 auf 1,05 Dollar. Auch für Anleger von Tech-Aktien spielte diese Belastung eine Rolle.
Hunderte Milliarden Dollar für KI-Investitionen
Die Investitionen in künstliche Intelligenz sind ein zentrales Thema der Tech-Giganten. Sie investieren Hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau der KI-Infrastruktur, einschließlich riesiger Rechenzentren zur Entwicklung, Schulung und dem Betrieb von KI-Anwendungen.
Befürworter sehen darin die Grundlage für eine breitere Nutzung von KI und Produktivitätssteigerungen. Kritiker warnen vor Überinvestitionen, ähnlich wie während der Dotcom-Blase. Das internationale Beratungsunternehmen Bain schätzt, dass Amazon, Meta, Alphabet und Microsoft in diesem Jahr bis zu 300 Milliarden Dollar in Rechenzentren investieren werden.
Henrik Karlsen betont, dass die Quartalszahlen zeigen, dass die Investitionen auf realer Nachfrage basieren. Amazon, Alphabet und Microsoft handeln nach bestehenden Verträgen, nicht aus Spekulation. Microsoft hat eine Auftragslage von fast 400 Milliarden Dollar, die innerhalb von 24 Monaten abgearbeitet werden soll. Auch für Investoren von Tech-Aktien ist dies ein entscheidendes Signal für nachhaltiges Wachstum.
Steigende Investitionspläne der Tech-Giganten
Die jüngsten Zahlen bestätigen, dass die Tech-Giganten ihre KI-Investitionen weiter erhöhen werden. Alphabet hat seine Erwartungen für 2025 um rund acht Milliarden Dollar auf 91 bis 93 Milliarden Dollar angehoben. Für 2026 wird ein deutlicher Anstieg der Investitionen erwartet, getrieben von starker Nachfrage der Cloud-Kunden.
Auch Meta und Amazon kündigten Pläne für höhere Investitionen an. Microsoft plant eine Steigerung der Capex-Ausgaben um 45 Prozent im Geschäftsjahr 2026, um die KI-Kapazität um mehr als 80 Prozent auszubauen. Diese Entwicklung signalisiert Anlegern von Tech-Aktien, dass Wachstum und Nachfrage die Investitionen rechtfertigen.
Meta unter besonderer Beobachtung
Meta unterscheidet sich von den anderen Giganten. Während Alphabet, Amazon und Microsoft große Cloud-Segmente besitzen, die KI-Infrastruktur als Dienstleistung anbieten, investiert Meta stärker in KI für den eigenen Bedarf. Investoren befürchten, dass Ausgaben ohne klare Umsatzwirkung getätigt werden könnten, da Ähnliches schon zuvor beobachtet wurde.
Der Markt fordert zunehmend, dass Unternehmen plausibel darlegen, wie sich Investitionen positiv auf Umsatz und Wachstum auswirken. Dies betrifft auch kleinere Unternehmen und Start-ups ohne Produkt oder Umsatz, die dennoch mit extrem hohen Bewertungen gehandelt werden.
Bilanz der Quartalszahlen und Ausblick für Tech-Aktien
Henrik Karlsen bewertet die Quartalszahlen der Tech-Giganten positiv. Es wurde viel über eine mögliche KI-Blase gesprochen. Die Zahlen zeigen jedoch, dass Unternehmen mit starker Marktposition, solidem Gewinn und Cashflow bestehen. Diese Bestätigung erhielten Investoren von Tech-Aktien in dieser Woche.
Josephine Cetti empfiehlt privaten Anlegern eine langfristige Perspektive. Der Markt sei volatil. An Tech-Aktien festzuhalten sei sinnvoll, aber Investoren sollten auf deutliche Schwankungen vorbereitet sein. Wer bislang nicht investiert ist, sollte abwarten, da die Kurse seit April stark gestiegen sind.
Bedeutung für deutsche Investoren und Unternehmen
Für Deutschland ist die Entwicklung relevant. Europäische Märkte beobachten die Strategien der US-Tech-Giganten, insbesondere im Bereich Cloud-Services und KI-Infrastruktur. Deutsche Unternehmen könnten von den technologischen Fortschritten profitieren.
Gleichzeitig steigt der Druck, eigene KI-Investitionen effizient zu gestalten, um im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Investoren in Tech-Aktien sollten diese Trends aufmerksam verfolgen.

