Politik

Kampf gegen Klimawandel: Deutschland gibt eine Milliarde für Tropenfonds

Deutschland hat bei der UNO-Klimakonferenz in Brasilien eine Milliarde Euro für den globalen Waldschutzfonds TFFF zugesagt. Wie Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan und Bundesumweltminister Schneider in Belém mitteilten, wird sich Deutschland in den kommenden zehn Jahren mit dieser Summe beteiligen.
20.11.2025 09:19
Lesezeit: 2 min

Brasilien: Deutschland gibt eine Milliarde für Tropenfonds

Für einen neuen Fonds zum Schutz des Regenwalds stellt Deutschland eine Milliarde Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren bereit. Dies teilten Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan auf der Weltklimakonferenz in Belém mit. „Es geht um den Schutz der tropischen Regenwälder, der Lunge unserer Welt“, erklärten beide SPD-Politiker.

Zuvor hatte auch Brasiliens Umweltministerin Marina Silva über den Beitrag Deutschlands berichtet. Ihre Regierung hat den Tropenwaldfonds an den Start gebracht und alle Staaten zu Einzahlungen aufgerufen.

Wie viel Geld Deutschland genau gibt, war mit Spannung erwartet worden. Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei seinem Kurzbesuch in Brasilien nur eine „namhafte Summe“ angekündigt, ohne aber konkreter zu werden.

Regenwälder sind als „grüne Lungen der Erde“ wichtig, da sie große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase binden, das Klima durch Verdunstung von Wasser kühlen und zudem Heimat sehr vieler Tier- und Pflanzenarten sind. Sie sind vielerorts von Abholzung bedroht, um Agrar- oder Weideflächen zu schaffen oder Gold zu schürfen.

Fonds wichtig für den Gastgeber

Für Brasiliens Regierung ist der Fonds namens Tropical Forest Forever Facility (TFFF) ein Prestigeprojekt, dem sie als Gastgeber der UN-Konferenz öffentlichkeitswirksam zum Erfolg verhelfen will. Länder, die ihre Wälder erhalten, sollen nach dem neuartigen Modell belohnt werden. Umgekehrt sollen sie für jeden zerstörten Hektar Wald Strafe zahlen. Überprüft würde dies mit Satellitenbildern.

Jährlich könnte der Fonds mit einem angestrebten Volumen von 125 Milliarden US-Dollar (etwa 108 Mrd. Euro) nach einiger Anlaufzeit rund vier Milliarden US-Dollar ausschütten – so schwebt es zumindest der brasilianischen Regierung vor. Das wäre fast das Dreifache des derzeitigen Volumens internationaler Wald-Finanzhilfen.

Norwegen hat schon angekündigt, über zehn Jahre drei Milliarden US-Dollar in den Fonds einzuzahlen. Brasilien wird selbst eine Milliarde US-Dollar dazugeben, auch Indonesien will eine Milliarde einzahlen. Beide Länder haben große Tropenwälder. Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben Brasilien auch Kolumbien, Ghana, die Demokratische Republik Kongo, Indonesien und Malaysia.

Die Leitung des Fonds übernimmt ein Exekutivrat aus 18 Ländern – je zur Hälfte Tropenwaldländer und Industriestaaten. Als Treuhänder springt zunächst die Weltbank ein. Gemäß den Richtlinien des Exekutivrats überweist sie die Gelder an Länder mit tropischen Wäldern; sie stellt dazu auch ein extra Sekretariat.

Profitieren könnten gut 70 Entwicklungsstaaten

Profitieren könnten gut 70 Entwicklungsstaaten. Die Empfänger dürfen selbst entscheiden, wie genau das Geld verwendet wird. Eine wichtige Verpflichtung dabei ist aber, dass 20 Prozent speziell für indigene Völker und traditionelle Gemeinschaften bereitgestellt werden.

In der ersten Novemberwoche, zum offiziellen Start, wurde die Initiative nach Angaben Brasiliens bereits von 53 Ländern unterstützt, darunter 19 potenziellen Staatsinvestoren. Nach den Vorstellungen Brasiliens sollen reiche Staaten freiwillig anfänglich 25 Milliarden US-Dollar einzahlen. Mit diesem Grundstock sollen dann in den nächsten Jahren weitere 100 Milliarden US-Dollar aus dem Privatsektor mobilisiert werden. Die Manager des Tropenwaldfonds sollen das Geld möglichst nachhaltig anlegen, Projekte mit fossilen Brennstoffen sind dabei tabu.

Greenpeace lobt deutsche Unterstützung

Der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, begrüßte die deutsche Unterstützung. Dieses politische Signal könne helfen, die COP30 zum Erfolg zu bringen. Minister Schneider sei es gelungen, die Irritation um die fehlende konkrete Zusage des Kanzlers aufzulösen.

Kaiser forderte, den deutschen Beitrag mit klaren Bedingungen zu versehen. So dürfe das Geld, das der Investitionsfonds für den Waldschutz erwirtschaften soll, nicht aus Klima- und umweltschädlichen Investitionen kommen. „Die direkte Unterstützung der indigenen Gemeinschaften muss garantiert und der Schutz intakter Wälder besser abgesichert werden.“

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