Technologie

Stromproduktion: Rekord bei Strom aus Wind und Sonne

Deutschlands Stromproduktion hat im Sommer neue Rekorde erreicht: Windkraft und Photovoltaik dominieren, Kohle verliert weiter. Doch parallel kündigt die Regierung zusätzliche Gaskraftwerke an.
08.12.2025 09:55
Lesezeit: 1 min
Stromproduktion: Rekord bei Strom aus Wind und Sonne
Windenergiepark im östlichen Brandenburg: Sommerrekord bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (Foto: dpa). Foto: Patrick Pleul

Rekordsommer bei Wind- und Solarstromproduktion

Erneuerbare Energiequellen haben im Sommer mehr als zwei Drittel zur deutschen Stromproduktion geliefert. Dennoch plant die Bundesregierung, zusätzliche Gaskraftwerke errichten zu lassen.

Windkraft und Sonne vor Kohle und Gas: Im dritten Quartal 2025 kamen in Deutschland zwei Drittel (64,1 Prozent) der erzeugten Elektrizität aus erneuerbaren Quellen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das ein Spitzenwert für diesen Zeitraum. Größter Energieträger blieb bei leicht steigender Stromproduktion erneut die Windkraft. Sie steuerte mehr als ein Viertel (26,8 Prozent) zur insgesamt etwas höheren Erzeugung von 98,3 Milliarden Kilowattstunden bei. Auch Photovoltaik gewann an Bedeutung: Mit 24,1 Prozent war Solarstrom im dritten Quartal der zweitstärkste Beitrag zur inländischen Stromerzeugung.

Entscheidend dafür, dass beide Technologien Sommerrekorde schafften, war laut den Wiesbadener Statistikern vor allem der weitere Ausbau von Windrädern und Photovoltaik-Anlagen.

Bremst die Politik den Ausbau der erneuerbaren Energien?

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte im September an, den Umbau des Energiesystems Richtung Klimaneutralität stärker an den Kosten auszurichten. Sie legte zehn Maßnahmen vor, darunter die Abschaffung der fixen Einspeisevergütung für Photovoltaik-Neuanlagen. Obwohl Windkraft, Photovoltaik, Biogas und Wasserkraft zusammengerechnet gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr Strom erzeugten, sank der Anteil fossiler Energiequellen laut Bundesamt leicht auf 35,9 Prozent der Strommenge. Damit verschiebt sich die Stromproduktion weiter zugunsten der Erneuerbaren.

Weniger Kohlestrom, dennoch neue Gaskraftwerke auf dem Plan

Kohle ist weiterhin der drittwichtigste Energieträger der deutschen Stromproduktion. Ihr Anteil an der Gesamtmenge lag aber nur noch bei einem Fünftel (20,6 Prozent). Im dritten Quartal 2022 betrug er noch 36,2 Prozent. Gleichzeitig stieg die Stromerzeugung aus Erdgas im dritten Quartal des laufenden Jahres um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Erdgas kam damit auf 12 Prozent der inländischen Stromerzeugung.

Deutschland will die Kohleverstromung schrittweise bis 2038 beenden; dadurch geht gesicherte Leistung verloren. Um die Versorgung abzusichern, hat die Bundesregierung den Bau neuer Gaskraftwerke beschlossen, die einspringen sollen, wenn Sonne und Wind zu wenig Strom für die Stromproduktion liefern.

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