Wirtschaft

Protest mit Traktoren und Feuer: Bauern verschärfen Widerstand gegen Mercosur

Mit brennenden Barrikaden und blockierten Verkehrsachsen erhöhen französische Landwirte den Druck auf die Politik. Unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung über das Mercosur-Abkommen legen sie Autobahnen an der Grenze zu Belgien lahm – aus Sorge vor wachsender Konkurrenz durch preisgünstige Agrarimporte aus Südamerika.
09.01.2026 09:45
Aktualisiert: 09.01.2026 09:45
Lesezeit: 1 min
Protest mit Traktoren und Feuer: Bauern verschärfen Widerstand gegen Mercosur
Ein Traktor steht auf der Landstraße mit einem Graffiti, das gegen das Mercosur-Abkommen protestiert (Foto: dpa). Foto: Oriol Leza

Vor der Abstimmung der EU über den Mercosur-Handelsdeal mit vier südamerikanischen Staaten haben gegen das Abkommen protestierende Landwirte zwei Autobahngrenzübergänge zwischen Frankreich und Belgien blockiert. Rund 100 Landwirte aus beiden Ländern blockierten am Abend mit ihren Traktoren die Grenze an der von Paris Richtung Brüssel verlaufenden Autobahn A2, wie die Zeitung "La Voix du Nord" berichtete.

Fotos von der nächtlichen Aktion zeigten die Landwirte mit ihren Traktoren auf den Fahrspuren und neben zwei großen an der Autobahn entzündeten Feuern. Blockiert wurde nach dem Bericht auch die von Lille Richtung Tournai führende A27.

Unterzeichnung und Abschluss geplant

In Brüssel soll an diesem Freitag der Weg für den Abschluss des EU-Freihandelsabkommens mit den vier Mercosur-Staaten geebnet werden. Bei einem Treffen von Vertretern der EU-Staaten ist geplant, die Unterzeichnung und den Abschluss des Deals zu vereinbaren. Es wird erwartet, dass die dafür notwendige qualifizierte Mehrheit zustande kommt.

Präsident Emmanuel Macron hatte allerdings am Abend erklärt, dass Frankreich dem Deal aus Rücksicht auf seine Landwirtschaft nicht zustimmt. Frankreichs Landwirte lehnen den Handelspakt ab, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika fürchten. Auch in Deutschland protestierten Landwirte gegen das Abkommen.

Die Verhandlungen für den Deal mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay hatten bereits 1999 begonnen. Bolivien ist seit einiger Zeit auch Mercosur-Mitglied, wird vorerst aber nicht beim Abkommen dabei sein.

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