Politik

Grönland-Krise: USA und Dänemark sprechen über US-Ansprüche

Dänemark sucht im Streit um Grönland den direkten Draht nach Washington: In der US-Hauptstadt treffen Außenminister und Spitzenpolitiker aufeinander. Doch die kurzfristige Teilnahme des US-Vizepräsidenten sorgt für Nervosität. Wird Grönland zum nächsten geopolitischen Konfliktherd?
14.01.2026 05:51
Lesezeit: 2 min
Grönland-Krise: USA und Dänemark sprechen über US-Ansprüche
Jens-Frederik Nielsen (links), Premierminister von Grönland, und Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark, sprechen auf einer Pressekonferenz (Foto: dpa). Foto: Liselotte Sabroe

US-Ansprüche auf Grönland: Treffen mit politischer Sprengkraft

Im Konflikt um Grönland setzt die dänische Regierung auf direkten Austausch mit Washington. Beim Termin mit Außenminister Rubio soll auch US-Vizepräsident Vance teilnehmen. Ist das eher ein positives Signal?

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen will am Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio über die US-Ansprüche auf Grönland beraten. Zu dem Gespräch wird auch die grönländische Ministerin für Außenpolitik, Vivian Motzfeldt, erwartet. Laut dem dänischen Sender DR soll das Treffen um 16.30 Uhr MEZ (10.30 Uhr Ortszeit) starten.

Frederiksen zieht rote Linie: Keine Annexion, kein Verkauf von Grönland

Wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, habe Vizepräsident Vance erst kurzfristig zugesagt. Ursprünglich sei das Treffen auf Außenminister-Ebene geplant gewesen, sagte Frederiksen am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen in Kopenhagen. Frederiksen und Nielsen stellten dabei klar, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe und auch nicht von USA annektiert werden könne.

„Völlig inakzeptabler Druck“: Dänemark sucht Kurs mit den USA

Es sei nicht leicht gewesen, "völlig inakzeptablem Druck unseres engsten Verbündeten standzuhalten", sagte Frederiksen. Das Schwierigste sei jedoch noch nicht überstanden, warnte sie. In den Gesprächen wolle man den Amerikanern eine engere Zusammenarbeit beim Schutz der Arktis anbieten – im Rahmen der Nato und gemeinsam mit europäischen Partnern. Dänemarks Angebot sei, "der gute Verbündete zu sein, der wir seit vielen, vielen Jahren sind", so die Regierungschefin. Grönland bleibe dabei zentraler Punkt.

Das Treffen in Washington zeigt, wie ernst die Lage rund um Grönland inzwischen ist. Dänemark setzt auf Diplomatie, will aber zugleich klare Grenzen ziehen: Grönland steht nicht zum Verkauf, eine Annexion wird ausgeschlossen. Dass US-Vizepräsident Vance kurzfristig dazukommt, erhöht die politische Aufmerksamkeit – und den Druck auf alle Beteiligten. Gleichzeitig rückt die Arktis stärker in den Mittelpunkt strategischer Interessen, etwa in der Nato. Ob der Dialog die Spannungen entschärfen kann, hängt davon ab, wie weit die USA ihre US-Ansprüche wirklich treiben – und wie geschlossen Dänemark und Grönland auftreten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg und steigende Gaspreise: Braucht Deutschland eine nationale Gasreserve?
19.03.2026

Der Iran-Krieg treibt die Gaspreise nach oben, während Deutschlands Gasspeicher deutlich leerer sind als im Vorjahr. Wirtschaftsministerin...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gastronomie in Deutschland: Insolvenzen erreichen Rekordniveau
19.03.2026

Steigende Preise, sinkende Nachfrage und wachsende Insolvenzen setzen Restaurants und Bars massiv unter Druck. Selbst staatliche...

DWN
Politik
Politik Zwischen Anspruch und Realität: Die Rückkehr der Kriegswirtschaft und das Erbe der Abrüstung
19.03.2026

Während des Kalten Kriegs gab es detaillierte Pläne für die deutsche Wirtschaft im Krisenfall, in den 1990ern wurden diese weitgehend...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Europäische Zentralbank belässt Leitzins für die Eurozone unverändert – trotz Inflationsrisiken
19.03.2026

Mit dem aktuellen EZB-Zinsentscheid sendet die Notenbank ein klares Signal – vorerst keine Änderung beim EU-Leitzins. Doch steigende...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell mächtig unter Druck: Ölpreis sorgt für neue Unsicherheit – DAX rutscht weiter ab
19.03.2026

An der Börse aktuell dominieren Unsicherheit und Verluste: Der DAX-Kurs fällt deutlich, während der Ölpreis weiter steigt. Inflation...

DWN
Politik
Politik USA-Einreise: Kaution auf 15.000 Dollar ausgeweitet – diese 50 Länder sind betroffen
19.03.2026

Neue Hürden bei der USA-Einreise sorgen für Unsicherheit: Eine USA-Kaution von 15.000 Dollar wird für immer mehr Länder Pflicht. Doch...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienförderung: Wie neue Bauförderungen die Deutschen zum Hausbau motivieren sollen
19.03.2026

Die Bundesregierung hat sich bezahlbares Wohnen mit Rotstift auf die Fahne geschrieben. Nach Erlass des Bauturbos sollen auch neue oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Meinung: Reflexartige Reaktionen der EZB sind das Letzte, was jetzt gebraucht wird
19.03.2026

Der EZB-Zinsentscheid steht an: Zwischen Inflationsrisiken und Konjunktursorgen muss die Europäische Zentralbank einen schmalen Grat...