Wirtschaft

Milliardenübernahme in der Stahlbranche: US-Konzern greift nach Klöckner & Co

In der Stahlindustrie bahnt sich ein milliardenschwerer Deal an: Worthington Steel aus den USA will Klöckner & Co für elf Euro je Aktie übernehmen. Großaktionär Friedhelm Loh unterstützt das Angebot. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem deutlichen Plus.
16.01.2026 09:37
Lesezeit: 1 min
Milliardenübernahme in der Stahlbranche: US-Konzern greift nach Klöckner & Co
Milliardenübernahme in der Stahlbranche: Der US-Konzern Worthington Steel bietet 11 Euro je Aktie für Klöckner & Co. Großaktionär Loh unterstützt das Angebot (Foto: dpa). Foto: Simon Kremer

Offerte übersteigt erste Erwartungen

Klöckner hatte bereits im Dezember mitgeteilt, dass die beiden Konzerne über einen möglichen Zusammenschluss verhandeln. Der Kurs der Aktie zog damals schon sprunghaft an. Die Offerte der Amerikaner liegt jetzt noch einmal fast 28 Prozent über dem am Donnerstag zuletzt gezahlten Preis im Xetra-Handel. Das US-Unternehmen möchte mindestens 65 Prozent der Anteile von Klöckner & Co und rechnet mit einem Abschluss der Transaktion in der zweiten Jahreshälfte.

Was die Übernahme mit sich bringt

Klöckner soll nach dem Zusammenschluss weiter eigenständig bleiben mit Sitz in Düsseldorf. Worthington Steel will im Aufsichtsrat als "strategischer Partner" vertreten sein. Entlassungen oder Schließungen von Standorten seien nicht geplant, hieß es weiter.

Das US-Unternehmen will zudem nach erfolgreicher Übernahme die Möglichkeit eines Squeeze-Out, eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags sowie eines Delistings der Aktien von der Frankfurter Wertpapierbörse prüfen.

Separat teilte Klöckner zudem mit, dass der Vorstand entschieden habe, die Becker Gruppe zu verkaufen. Das Unternehmen sei eine der führenden Multi-Metals-Plattformen im Flachstahlsektor in Europa. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Hintergründe des Konzern

Die Marktkapitalisierung von Klöckner betrug zuletzt rund 854 Millionen Euro, die von Worthington Steel lag bei etwas mehr als 1,9 Milliarden Dollar (rund 1,6 Mrd Euro).

Klöckner & Co wurde 1906 in Duisburg gegründet und beschäftigte zuletzt knapp 6.600 Mitarbeiter. 2024 hatte das Unternehmen 6,6 Milliarden Euro umgesetzt und damit trotz eines höheren Absatzes wegen sinkender Stahlpreise etwas weniger als ein Jahr davor. Das operative Ergebnis sank ebenfalls. Für 2025 rechnet das Unternehmen mit einem leichten Plus beim Absatz und Umsatz sowie einem deutlich höheren operativen Gewinn.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Wird der XRP-Preis manipuliert? Hinter der Klage der US-Börsenaufsicht deutet sich ein langfristiger Plan von AMT DeFi an

Die Diskussionen rund um die Preisentwicklung von XRP reißen seit Langem nicht ab. Insbesondere nach der Klage der US-Börsenaufsicht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Absatzkrise in China: Porsche verkauft deutlich weniger Fahrzeuge
16.01.2026

Porsche spürt die anhaltende Marktschwäche in China deutlich: Der Absatz ging 2025 um rund ein Viertel auf 41.900 Fahrzeuge zurück....

DWN
Panorama
Panorama Urlaubspläne 2026: Deutsche halten trotz Wirtschaftskrise fest
16.01.2026

Die Reiselust der Deutschen bleibt ungebrochen: Rund zwei Drittel der Bevölkerung planen für 2026 eine Urlaubsreise. Dennoch ist die Zahl...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stromversorgung nach Kohleausstieg: Braucht Deutschland Gaskraftwerke?
16.01.2026

Die Debatte um neue Gaskraftwerke in Deutschland wird intensiver. Die Regierung sieht sie als zentral für die Versorgungssicherheit,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Institut warnt: Handelspolitik der USA trifft Deutschland langfristig
16.01.2026

Ein Jahr nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump belasten dessen Strafzölle die deutsche Wirtschaft weiterhin deutlich. Nach...

DWN
Panorama
Panorama Unser neues Magazin ist da: Krisenmodus als Normalzustand – Ausblick auf eine unsichere Zukunft
16.01.2026

Krisen sind nicht mehr die Ausnahme, sondern das Betriebssystem unserer Wirtschaft. Energie, Finanzierung, Vermögen und Führung hängen...

DWN
Politik
Politik Grönland im Fokus der USA: Trump stellt Dänemark vor geopolitische Bewährungsprobe
16.01.2026

Die Spannungen zwischen den USA und Dänemark unter Präsident Trump verdeutlichen neue Bruchlinien im westlichen Bündnis. Wie belastbar...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Boom: Das sind die Gewinner und Verlierer an den Aktienmärkten
16.01.2026

Die Kräfteverhältnisse an den Börsen verschieben sich spürbar, weil KI-Investitionen, Währungseffekte und Branchenrisiken neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entlastung für Verbraucher: Niedrigere Energiepreise drücken Inflation unter Zwei-Prozent-Marke
16.01.2026

Die Preisentwicklung in Deutschland hat sich im Dezember weiter abgeschwächt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sorgten vor allem...