Wirtschaft

Bundesverkehrsministerium warnt vor Finanzlücke bei Bahnprojekten

Das Bundesverkehrsministerium sieht eine Finanzlücke beim Ausbau der Bahnstrecken in Deutschland, betont aber, dass laufende Projekte nicht gestoppt werden. Ein Sprecher von Minister Patrick Schnieder (CDU) erklärte in Berlin, dass das Ministerium großen Wert darauf lege, Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur voranzutreiben. Baureife Projekte sollen planmäßig umgesetzt werden, um die Qualität und Kapazität des Schienennetzes weiter zu verbessern.
19.01.2026 07:33
Lesezeit: 1 min
Bundesverkehrsministerium warnt vor Finanzlücke bei Bahnprojekten
Das Bundesverkehrsministerium warnt vor einer Finanzierungslücke von zwei Milliarden Euro bei fünf wichtigen Bahnprojekten bis 2029, betont aber die Fortsetzung laufender Vorhaben (Foto: dpa). Foto: Patrick Pleul

Das Ministerium prüfe derzeit, wie dies im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel umgesetzt werden könne. Es werde derzeit aber nichts gestoppt oder angehalten. Es gehe um die mittelfristige Perspektive von Projekten.

Aus einer Antwort der Regierung auf eine parlamentarische Anfrage von Grünen-Politikern geht hervor, dass zur Umsetzung von Bahn-Neubauprojekten bis 2029 zwei Milliarden Euro fehlen. Zuerst hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet. Das Ministerium hatte bereits wiederholt auf eine Finanzlücke bei Bahn-Neubauprojekten hingewiesen. In den kommenden Jahren fließen viele Milliarden in die Sanierung bestehender Strecken.

Fünf Projekte betroffen

Auf die Frage, welche Vorhaben des "Bedarfsplans Schiene" bisher noch keine Baufinanzierungsvereinbarung hätten, nannte das Ministerium fünf Projekte - darunter den Ausbau und die Elektrifizierung der "Mitte-Deutschland-Verbindung" zwischen Weimar-Gera-Gößnitz.

Weiterhin geht es um die Elektrifizierung der Strecke von München über Mühldorf nach Freilassing sowie die "Wallauer Spange", um Wiesbaden besser an den Frankfurter Flughafen anzubinden. Weiter geht es um vorbereitende Maßnahmen für den Ausbau des Mannheimer Bahnknotens sowie eine Anlage für den sogenannten kombinierten Güterverkehr in Regensburg.

Der Sprecher Schnieders sagte, die Projekte hätten noch kein Baurecht. Man sei noch nicht an einer Stelle, wo eine Baufinanzierung vonnöten wäre. Es müsse dann, wenn die Projekte baureif seien, in der Bundesregierung die Frage der Finanzierung geklärt werden.

Der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir sagte, die Bundesregierung müsse jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um das Schienennetz in Deutschland schnellstmöglich fit zu machen. Stattdessen verzögerten sich fertig geplante Bahnprojekte, weil der Bund trotz 500 Milliarden Euro Sondervermögen Infrastruktur angeblich kein Geld habe.

Sondervermögen

Im Sondervermögen für Infrastruktur liegt der Fokus auf der Sanierung etwa maroder Brücken und bestehender Bahnstrecken. Im Oktober hatten die Koalitionsspitzen nach einem Koalitionsausschuss mitgeteilt, es sollten auch Erhaltungsmaßnahmen finanziert werden können. Alles, was baureif sei, werde gebaut. Alles, was baureif sei, werde auch gebaut.

Für Ausbau- und Neubauprojekte von Straßen wurden drei Milliarden Euro zusätzlich bereitgestellt. Zuvor hatte es Aufregung und viel Kritik gegeben, nachdem das Verkehrsministerium von Milliarden-Finanzlöchern für Neu- und Ausbauprojekte bei Autobahnen und Bundesstraßen gesprochen hatte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Wandel im Vaping-Markt: Nachhaltigkeit und Kostendruck treiben Wechsel zu Mehrwegsystemen

Der Markt für E-Zigaretten durchlebt eine tiefgreifende Transformation. Lange Zeit galten Einweg-Vapes, popularisiert durch Marken wie Elf...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn macht wieder Gewinn: Doch das Chaos bleibt
30.07.2026

Die Deutsche Bahn erzielt wieder einen Gewinn – doch der Erfolg täuscht über die größten Baustellen des Konzerns hinweg. Marode...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Analyse: Der Aktiencrash in Russland spiegelt die desolate Wirtschaftslage wider
30.07.2026

Während die Aktienkurse in weiten Teilen der Welt während des russischen Krieges gegen die Ukraine stark gestiegen sind, hat sich in...

DWN
Finanzen
Finanzen Adidas-Aktie: Ergebnis enttäuscht
30.07.2026

Die Adidas-Aktie gerät nach den Quartalszahlen massiv unter Druck, obwohl der Sportartikelhersteller seine Umsatzprognose anhebt. Höhere...

DWN
Politik
Politik Analyse: Ukraine bereit mit Superwaffe – kann den Kreml treffen
30.07.2026

Die Ukraine steht offenbar kurz vor der Fertigstellung einer eigenen ballistischen Langstreckenrakete. Die FP-9 könnte Moskau und andere...

DWN
Finanzen
Finanzen Shell-Aktie profitiert von hohen Öl- und Gaspreisen
30.07.2026

Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise und beschert Shell Milliardenprofite. Die Shell-Aktie profitiert vom Boom – doch Anleger müssen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft wächst trotz Iran-Krieg
30.07.2026

Die deutsche Wirtschaft trotzt dem Iran-Krieg. Doch der erhoffte kräftige Aufschwung lässt weiter auf sich warten. Immerhin gibt es erste...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW-Gewinn bricht um mehr als ein Drittel ein
30.07.2026

Vor allem China belastet die Münchner. Die Zahlen für das zweite Quartal zeigen, warum der Autobauer Tausende Jobs abbauen will. Der neue...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Amazon investiert mehr als 300 Millionen Euro in Pforzheim
30.07.2026

Amazon verdoppelt seine Mitarbeiterzahl am Standort und setzt auf Transportroboter. Was das für die Region und die Jobs bedeutet.