Wirtschaft

US-Zölle belasten eigene Wirtschaft: 96 Prozent Selbstschaden

Strafzölle der USA belasten nicht vor allem ausländische Exporteure, sondern die heimische Wirtschaft selbst. Das zeigt eine neue Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel). Die Forscher untersuchten über 25 Millionen Lieferdatensätze im Wert von fast vier Billionen US-Dollar an US-Importen und kommen zu klaren Ergebnissen: Amerikanische Verbraucher und Unternehmen tragen die Kosten der Zölle direkt.
20.01.2026 07:12
Lesezeit: 1 min

Dabei seien die Ergebnisse eindeutig: Die US-Zolleinnahmen stiegen im vergangenen Jahr um rund 200 Milliarden US-Dollar. Doch nur etwa vier Prozent der Zolllast trugen ausländische Exporteure, während 96 Prozent auf US-Käufer abgewälzt wurden. Gleichzeitig brach das Handelsvolumen ein, ohne dass die Exportpreise sanken.

„Die Zölle sind ein Eigentor“, sagt Julian Hinz, Forschungsdirektor am IfW und Mitautor der Studie. „Die Behauptung, dass ausländische Staaten diese Zölle tragen, ist ein Mythos.“ Die Zölle verteuerten importierte Waren wie eine Konsumsteuer und verringerten zugleich Vielfalt und Menge der verfügbaren Güter.

Zudem untersuchte die Studie die Zollerhöhungen gegen Brasilien und Indien im August 2025. Dabei stiegen die Zölle für Brasilien auf 50 Prozent und für Indien von 25 auf 50 Prozent. Laut IfW zeigen die Daten, dass ausländische Exporteure in der Folge ihre Preise nicht senkten, um die zusätzlichen Zölle abzufedern.

Hinz: Zölle bringen langfristig Nachteile für alle

Ein Vergleich indischer Exporte in die USA mit Lieferungen nach Europa oder Kanada zeige zudem ein klares Muster. Hinz erklärt: „Exportwert und -menge nach Amerika sanken deutlich, um bis zu 24 Prozent. Aber die Stückpreise - die Preise, die indische Exporteure verlangen - blieben unverändert.“ Das heißt, es wird weniger geliefert, aber nicht günstiger.

Die Studie ergab unter dem Strich, dass US-Unternehmen langfristig mit sinkenden Margen und Verbraucher mit höheren Preisen rechnen müssen. Gleichzeitig verkauften exportorientierte Länder mit Schwerpunkt USA weniger und stünden unter Druck, neue Märkte zu erschließen. „Die Zölle bringen langfristig Nachteile für alle“, betonte der Studienmitautor Hinz./

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