Finanzen

Intel-Aktie fällt vorbörslich stark - von Lieferengpässen ausgebremst

Intel kämpft auf seinem Sanierungskurs weiterhin mit Kapazitätsengpässen. Die für das laufende Quartal prognostizierten Umsätze von 11,7 bis 12,7 Milliarden US-Dollar lagen unter den Erwartungen der Wall Street. In der Folge fiel die Aktie im vorbörslichen Handel um mehr als 13 Prozent auf 47 Dollar, nachdem sie seit Jahresbeginn zuvor fast 50 Prozent zugelegt hatte.
23.01.2026 13:42
Lesezeit: 1 min
Intel-Aktie fällt vorbörslich stark - von Lieferengpässen ausgebremst
Lieferengpässe bremsen Intels Sanierungskurs. Trotz Umsatzrückgang auf 13,7 Milliarden Dollar übertraf der Halbleiterkonzern die Erwartungen, enttäuscht aber mit dem Ausblick (Foto: dpa). Foto: Patrick Pleul

Für Branchenexperte Harlan Sur von der US-Bank JPMorgan war der Kursanstieg allerdings zu viel des Guten. Er hob sein Kursziel in einer Studie vom Freitag zwar an, allerdings nur von 30 auf 35 US-Dollar. Seine Einstufung für die Aktie lautet weiterhin auf "Underweight". Die jüngsten Kennzahlen des Halbleiterkonzerns fand er zwar besser als erwartet. Der Ausblick des Managements auf das laufende Jahr habe jedoch enttäuscht.

Intel braucht Zeit

Intel-Finanzchef David Zinsner sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, es brauche unter anderem Zeit, die Produktionskapazitäten bei der neuen Chipgeneration von Intel hochzufahren. In dieser Situation wolle Intel in den kommenden Monaten bevorzugt die starke Nachfrage nach Technik für Rechenzentren bedienen. Der Konzern habe den Bedarf in dem Bereich bei seinen Planungen unterschätzt.

Analyst Jay Goldberg von Seaport Research verwies im US-Sender CNBC auch auf die Knappheit bei Speicherchips, wegen der weniger PCs mit Intel-Chips gebaut werden könnten. Grund für die Engpässe ist, dass der Bedarf an Speicher für KI-Rechenzentren die Produktionskapazitäten strapaziert.

Erwartungen übertroffen

Im vergangenen Quartal übertraf Intel noch die Erwartungen der Analysten trotz eines Umsatzrückgangs und roter Zahlen. Die Erlöse fielen im Jahresvergleich um vier Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Unterm Strich gab es einen Verlust von 591 Millionen Dollar nach roten Zahlen von 126 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Intel versucht unter dem seit knapp einem Jahr amtierenden Chef Lip-Bu Tan, unter anderem durch Kostensenkungen aus der Krise zu kommen, und gab dafür unter anderem die Pläne zum Bau eines Werks in Magdeburg auf. Im August bekam der US-Staat nach Druck von Präsident Donald Trump einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel als Gegenleistung für zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen. Der Intel-Aktienkurs verdoppelte sich seitdem.

Konzern kämpft schon länger

Intel dominierte einst den Halbleiter-Markt, kämpft aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz eroberte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition. Zudem steht Intel auch unter Druck im angestammten Geschäft mit PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren.

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