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KfW-Analyse: Wind und Sonne liefern fast jeden Tag Strom – wie zuverlässig ist Naturstrom?

Wind und Sonne tragen Deutschlands Stromsystem fast täglich, doch wenige Ausnahmetage werfen Fragen auf. Eine neue Analyse zeigt beeindruckende Fortschritte bei Naturstrom, macht aber zugleich deutlich, wo Versorgungssicherheit, Speicher und flexible Nachfrage weiterentwickelt werden müssen.
28.01.2026 07:17
Lesezeit: 2 min

Studie: Wind und Sonne liefern fast jeden Tag Naturstrom für Deutschland

Wind und Sonne liefern einer KfW-Analyse zufolge nur an 15 Tagen im Jahr keinen Naturstrom. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre seien in Deutschland nur an vier Prozent aller Tage im Jahr ungünstige Bedingungen für die beiden Energiequellen zusammengefallen, schreibt die Förderbank in einer Analyse. Ihr Fazit: "Erneuerbare Energien sind inzwischen die Basis der Stromerzeugung in Deutschland." Damit bildet Naturstrom zunehmend das Fundament des Energiesystems.

Im vergangenen Jahr stammte nach KfW-Berechnungen auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur mehr als die Hälfte (56 Prozent) des hierzulande verbrauchten Stroms aus Wind (29 Prozent), Sonne (16 Prozent), Biomasse und Wasserkraft (11 Prozent). Erstmals standen demnach mit Wind- und Solarenergie zwei erneuerbare Energiequellen an der Spitze der hiesigen Stromerzeugung mit einem Anteil von 45 Prozent des verbrauchten Stroms. Naturstrom aus Windenergie, Solarstrom und Wasserkraft prägte damit den Energiemix.

Weitere Schritte für eine stabile Naturstrom-Versorgung

KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher hält weitere Schritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien für erforderlich: "Perspektivisch könnte die Stromerzeugung aus Biomasse noch gezielter zu Zeiten mit wenig Wind und Sonne zum Einsatz kommen." Ein wichtiger Teil der Lösung seien auch "eine Flexibilisierung der Nachfrage, mehr Batteriespeicher und neue Gaskraftwerke, die mittelfristig mit Wasserstoff betrieben werden können", sagt Schumacher. So soll Naturstrom verlässlich verfügbar bleiben.

Die Tage, an denen weder die Sonne scheint noch der Wind weht, fielen in den vergangenen Jahren der Auswertung zufolge allesamt in die Monate Oktober bis Februar. 2023 gab es nach KfW-Angaben 14 Tage mit wenig Wind und Sonne, 2024 waren es 12 und im vergangenen Jahr 19 Tage. Gerade in diesen Phasen spielt Sonnenenergie eine geringere Rolle. "An den wind- und sonnenarmen Tagen standen (...) genügend Alternativen zur Verfügung, um die gesamte Stromnachfrage zu bedienen", betont die KfW. So sei vermehrt Strom importiert sowie mehr Strom aus Kohle und Gas erzeugt worden, während Naturstrom zeitweise weniger lieferte.

Naturstrom als stabile Basis mit Aufgaben

Naturstrom aus Windenergie und Solarenergie hat sich in Deutschland zur tragenden Säule entwickelt. Die KfW-Analyse zeigt, dass selbst bei schwankender Sonnenenergie und begrenztem Solarstrom die Versorgung meist gesichert bleibt. Entscheidend ist jedoch der weitere Ausbau von Speichern, flexibler Nachfrage und ergänzenden Kraftwerken. Importmöglichkeiten und Biomasse schließen kurzfristige Lücken, ersetzen aber keine strukturellen Lösungen. Wer Versorgungssicherheit will, muss Naturstrom konsequent integrieren und das Energiesystem widerstandsfähiger machen. Die Ergebnisse belegen Fortschritte, zeigen aber auch klar, wo politischer und wirtschaftlicher Handlungsbedarf besteht, für Unternehmen und Verbraucher unter verlässlichen regulatorischen Rahmenbedingungen.

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