EU-Förderbank steckt vier Milliarden Euro in EU-Verteidigung
Angesichts der angespannten geopolitischen Situation hat die Europäische Investitionsbank (EIB) im vergangenen Jahr deutlich mehr Mittel für Sicherheit und EU-Verteidigung bereitgestellt als zuvor. "Ihre Investitionen in diesem Bereich vervierfachten sich auf über vier Milliarden Euro und machten damit fast fünf Prozent der EU-Finanzierungen der EIB-Gruppe in der EU aus", erklärte die EU-Förderbank in Brüssel.
Die unterstützten Vorhaben sind breit gefächert: Sie reichen von militärischen Stützpunkten und Wartungseinrichtungen über Forschung und Entwicklung für Radarsysteme bis hin zu Sensoren zum Schutz von Europas Meeresboden und Unterwasser-Infrastruktur. Auch Projekte zur Cybersicherheit und zu Weltraumfähigkeiten zählen dazu. Zuletzt passte die Europäische Investitionsbank (EIB) ihre Regeln für die Kreditvergabe an, sodass künftig mehr Investitionen in Rüstungsprojekte ermöglicht werden können. Damit rückt die EU-Förderbank stärker in den Fokus sicherheitspolitischer Finanzierung.
Mehr als die Hälfte der Finanzierungen für grüne Vorhaben
Die EU-Förderbank mit Sitz in Luxemburg gilt nach eigenen Angaben als weltgrößte Förderbank und ist als EU-Institution für langfristige Finanzierungen verantwortlich. Eigentümer sind die Mitgliedstaaten. Grundsätzlich soll die Bank Investitionen unterstützen, die zur Umsetzung der politischen Ziele der EU beitragen. Im vergangenen Jahr investierte die Bank auch insgesamt mit 100 Milliarden Euro so viel wie nie zuvor, "um Europas Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und strategische Autonomie zu stärken."
Fast 60 Prozent der gesamten Finanzierung der EIB-Gruppe im Jahr 2025 entfielen den Angaben nach auf grüne Projekte. Gefördert wurden etwa der Ausbau von Speichern und Erneuerbaren sowie Technologien, damit die Schwerindustrie klimafreundlicher wird. Für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum wurden mehr als fünf Milliarden Euro in Innovation, Sanierung und Neubau gesteckt. Mehr als die Hälfte der EU-Finanzierungen der EIB-Gruppe flossen 2025 in strukturschwache Regionen der Staatengemeinschaft. Auch hier bleibt die EU-Förderbank ein zentraler Akteur.
Rekordinvestitionen in Deutschland
10,4 Milliarden Euro investierte die Europäische Investitionsbank (EIB) im vergangenen Jahr in Deutschland - so viel wie noch nie seit der Geschäftsaufnahme in Deutschland im Jahr 1960. Mehr als 5 Milliarden Euro der Förderungen gingen den Angaben nach an deutsche Unternehmen - vor allem an Projekte für saubere Mobilität, Medizintechnik und Kreislaufwirtschaft. 4,7 Milliarden Euro flossen an Energieprojekte, 1,65 Milliarden Euro wurden für Verkehr und bezahlbaren Wohnraum eingesetzt. Mit über 540 Millionen Euro beteiligt sich die EU-Förderbank außerdem an neuer Bundeswehr-Infrastruktur in Litauen.
EU-Förderbank zwischen Sicherheit und Transformation
Die EU-Förderbank setzt mit vier Milliarden Euro für Verteidigung ein deutliches Signal: Europas Sicherheit wird zunehmend zur wirtschaftspolitischen Priorität. Die Europäische Investitionsbank (EIB) passt ihre Regeln an, um mehr Rüstungs- und Sicherheitsprojekte zu ermöglichen – von Radartechnik bis Cyberschutz. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf grüne Transformation und strukturschwache Regionen bestehen, was den Spagat der Institution zeigt. Besonders Deutschland profitiert von Rekordinvestitionen. Damit wird klar: Europas Zukunft wird nicht nur klimafreundlich, sondern auch sicherheitspolitisch neu definiert.

