Panorama

Europäische Investitionsbank (EIB): EU-Förderbank verstärkt Engagement in der Verteidigung

Europa steht sicherheitspolitisch unter Druck: Russlands Angriffskrieg und globale Machtverschiebungen zwingen die EU zum Handeln. Die EU-Förderbank reagiert mit Milliardeninvestitionen in Verteidigung und Zukunftstechnologien.
29.01.2026 14:27
Lesezeit: 2 min
Europäische Investitionsbank (EIB): EU-Förderbank verstärkt Engagement in der Verteidigung
Zentrale der European Investment Bank (EIB) in Luxembourg: Die EU-Förderbank investiert in Verteidigung (Foto: dpa). Foto: Nicolas Bouvy

EU-Förderbank steckt vier Milliarden Euro in EU-Verteidigung

Angesichts der angespannten geopolitischen Situation hat die Europäische Investitionsbank (EIB) im vergangenen Jahr deutlich mehr Mittel für Sicherheit und EU-Verteidigung bereitgestellt als zuvor. "Ihre Investitionen in diesem Bereich vervierfachten sich auf über vier Milliarden Euro und machten damit fast fünf Prozent der EU-Finanzierungen der EIB-Gruppe in der EU aus", erklärte die EU-Förderbank in Brüssel.

Die unterstützten Vorhaben sind breit gefächert: Sie reichen von militärischen Stützpunkten und Wartungseinrichtungen über Forschung und Entwicklung für Radarsysteme bis hin zu Sensoren zum Schutz von Europas Meeresboden und Unterwasser-Infrastruktur. Auch Projekte zur Cybersicherheit und zu Weltraumfähigkeiten zählen dazu. Zuletzt passte die Europäische Investitionsbank (EIB) ihre Regeln für die Kreditvergabe an, sodass künftig mehr Investitionen in Rüstungsprojekte ermöglicht werden können. Damit rückt die EU-Förderbank stärker in den Fokus sicherheitspolitischer Finanzierung.

Mehr als die Hälfte der Finanzierungen für grüne Vorhaben

Die EU-Förderbank mit Sitz in Luxemburg gilt nach eigenen Angaben als weltgrößte Förderbank und ist als EU-Institution für langfristige Finanzierungen verantwortlich. Eigentümer sind die Mitgliedstaaten. Grundsätzlich soll die Bank Investitionen unterstützen, die zur Umsetzung der politischen Ziele der EU beitragen. Im vergangenen Jahr investierte die Bank auch insgesamt mit 100 Milliarden Euro so viel wie nie zuvor, "um Europas Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und strategische Autonomie zu stärken."

Fast 60 Prozent der gesamten Finanzierung der EIB-Gruppe im Jahr 2025 entfielen den Angaben nach auf grüne Projekte. Gefördert wurden etwa der Ausbau von Speichern und Erneuerbaren sowie Technologien, damit die Schwerindustrie klimafreundlicher wird. Für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum wurden mehr als fünf Milliarden Euro in Innovation, Sanierung und Neubau gesteckt. Mehr als die Hälfte der EU-Finanzierungen der EIB-Gruppe flossen 2025 in strukturschwache Regionen der Staatengemeinschaft. Auch hier bleibt die EU-Förderbank ein zentraler Akteur.

Rekordinvestitionen in Deutschland

10,4 Milliarden Euro investierte die Europäische Investitionsbank (EIB) im vergangenen Jahr in Deutschland - so viel wie noch nie seit der Geschäftsaufnahme in Deutschland im Jahr 1960. Mehr als 5 Milliarden Euro der Förderungen gingen den Angaben nach an deutsche Unternehmen - vor allem an Projekte für saubere Mobilität, Medizintechnik und Kreislaufwirtschaft. 4,7 Milliarden Euro flossen an Energieprojekte, 1,65 Milliarden Euro wurden für Verkehr und bezahlbaren Wohnraum eingesetzt. Mit über 540 Millionen Euro beteiligt sich die EU-Förderbank außerdem an neuer Bundeswehr-Infrastruktur in Litauen.

EU-Förderbank zwischen Sicherheit und Transformation

Die EU-Förderbank setzt mit vier Milliarden Euro für Verteidigung ein deutliches Signal: Europas Sicherheit wird zunehmend zur wirtschaftspolitischen Priorität. Die Europäische Investitionsbank (EIB) passt ihre Regeln an, um mehr Rüstungs- und Sicherheitsprojekte zu ermöglichen – von Radartechnik bis Cyberschutz. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf grüne Transformation und strukturschwache Regionen bestehen, was den Spagat der Institution zeigt. Besonders Deutschland profitiert von Rekordinvestitionen. Damit wird klar: Europas Zukunft wird nicht nur klimafreundlich, sondern auch sicherheitspolitisch neu definiert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Industrieemissions-Richtlinie: Neue Schadstoffregeln für Industrie beschlossen
29.01.2026

Das Bundeskabinett verabschiedet einen Gesetzesentwurf, der eine Richtlinie der EU zu Industrieemissionen bis zum 1. Juli in nationales...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Novo Nordisk-Aktie wieder unter Druck: Holt Eli Lilly den Vorsprung endgültig auf?
29.01.2026

Die Novo Nordisk-Aktie steht nach einem kurzen Zwischensprint wieder unter Druck: Im Frankfurter Börsenhandel am Donnerstag verliert die...

DWN
Panorama
Panorama Europäische Investitionsbank (EIB): EU-Förderbank verstärkt Engagement in der Verteidigung
29.01.2026

Europa steht sicherheitspolitisch unter Druck: Russlands Angriffskrieg und globale Machtverschiebungen zwingen die EU zum Handeln. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX aktuell im Minus: SAP-Kurseinbruch belastet
29.01.2026

Der DAX-Kurs gerät am Donnerstag unter Druck, nachdem das DAX-Schwergewicht SAP den Index enttäuscht. Gleichzeitig verunsichern...

DWN
Finanzen
Finanzen SAP-Aktie: DAX-Wert bricht nach Quartalszahlen ein – Cloud-Bestand enttäuscht
29.01.2026

Die SAP-Aktie gerät nach den neuesten Quartalszahlen erneut kräftig unter Druck. Zwar zeigt das Cloudgeschäft weiter Wachstum, doch ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mit welchem Führungsstil können Führungskräfte das Potenzial ihrer Mitarbeiter voll ausschöpfen?
29.01.2026

Ein kontrollierender Chef, der immer über alles Bescheid wissen möchte, ist bei vielen Mitarbeitern unbeliebt. Im Gegenzug wünschen sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Aurubis-Aktie klettert weiter dank Kupferpreisrallye
29.01.2026

Die Aurubis-Aktie profitiert aktuell spürbar von der starken Kupferpreisrally und erreicht neue Rekorde. Doch während Analysten weiteres...

DWN
Politik
Politik Merz-Regierungserklärung im Bundestag: Europa muss Machtpolitik lernen
29.01.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz fordert in seiner Regierungserklärung im Bundestag ein selbstbewusstes Europa, das Machtpolitik beherrscht...