An den US-Börsen dominierte am Donnerstag eine Verkaufswelle, doch die Sorge der Investoren über die Ausgaben der Technologiegiganten für künstliche Intelligenz wich gegen Tagesende einer etwas ruhigeren Stimmung. Die wichtigsten Tagesindizes schlossen dennoch im Minus.
Am stärksten fiel der technologielastige Nasdaq Composite, der unter dem Druck der Microsoft-Kursverluste am Donnerstag fast 0,7 Prozent an Wert einbüßte. Der S&P 500 fiel um 0,2 Prozent, während der Dow Jones Industrial Average knapp ins Plus drehte.
Microsofts Absturz und Metas Gegenbewegung
Zum größten Sorgenkind des Tages wurde Microsoft, dessen Aktie um mehr als 10 Prozent abstürzte. Obwohl die Ergebnisse des Unternehmens stark waren, verschreckten die höher als erwartet ausgefallenen Ausgaben und das verlangsamte Wachstum im Cloud-Geschäft die Anleger.
Die Tesla-Aktie drehte ebenfalls mit 3 Prozent ins Minus. Die Investoren verarbeiten die strategische Neuausrichtung des Unternehmens von Elektroautos hin zu Robotern, die unter anderem durch die Tatsache überschattet wird, dass Teslas Jahresumsatz gesunken ist.
In die entgegengesetzte Richtung bewegte sich Meta, dessen Aktie am Donnerstag um 10 Prozent zulegte. Die Finanzergebnisse des Unternehmens für das vierte Quartal übertrafen die Analystenerwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Für die größte Überraschung sorgte die Ankündigung, dass das Unternehmen in diesem Jahr bis zu 135 Milliarden Dollar in KI-Technologie investieren will.
Außenpolitik und Öl rücken in den Fokus
Neben dem Technologiesektor wurde das Marktgeschehen durch die sich zuspitzende geopolitische Lage beeinflusst. Spannungen zwischen den USA und dem Iran ließen den Preis für die Rohölsorte Brent erstmals seit dem Spätsommer auf 70 Dollar pro Barrel steigen. In diesem Jahr hat sich der Ölpreis um fast 13 Prozent verteuert, wobei der größte Anstieg in der letzten Woche zu verzeichnen war.
Die Wall Street verarbeitet zudem die erste Zinsentscheidung des Jahres 2026, bei der die Zinsen unverändert blieben. Dennoch hoffen die Anleger auf zwei Zinssenkungen bis zum Jahresende, was jedoch wahrscheinlich nicht vor dem Ende der Amtszeit von Jerome Powell geschehen wird. Die Blicke der Investoren richten sich zudem auf Trump, der bald einen Kandidaten für den neuen Notenbankchef bekannt geben dürfte.


