Warum die Cannabisversorgung in Deutschland stockte
Bereits seit dem 10. März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal. Inzwischen handelt es sich um eine etablierte Therapieoption bei unterschiedlichen Beschwerden. Sowohl bei schweren Schlafstörungen als auch bei chronischen Schmerzen kann das in Cannabis enthaltene Cannabinoid THC Abhilfe schaffen – oder zumindest Linderung.
Wer etwa unter einer anhaltenden Schmerzerkrankung wie Fibromyalgie leidet, kann sich heutzutage bequem Cannabis auf Rezept bestellen. Das ist eine zeitliche und organisatorische Erleichterung, die bis vor wenigen Jahren jedoch undenkbar war.
Bevor moderne Plattformen die Cannabisversorgung erleichterten, bekamen Verbraucher das Naturprodukt ausschließlich persönlich in der Apotheke. Jedenfalls in der Theorie.
Denn Cannabis gehört in den meisten Apotheken bis heute nicht zu den Standardprodukten. Zudem gibt es mehr als 1.000 Kultivare – also Blütensorten – sowie verschiedene daraus zusammengesetzte Extrakte.
Aufgrund dieser Vielfalt können die meisten Apotheken schon aus logistischen Gründen nicht alle Varianten auf Lager halten. Fragt ein Kunde nach medizinischem Cannabis, erntet er daher häufig ein Kopfschütteln und den Hinweis, dass das gewünschte Produkt zunächst bestellt werden muss. Wie lange sich die Lieferzeit hinzieht, ist dabei oft unklar.
Diese Faktoren erschweren die Cannabislagerung in Apotheken
Auch ohne Kunden, die ungeduldig auf ihre Medikamentenlieferung warten, haben Apotheken in Deutschland mittlerweile schwer zu kämpfen. Bereits seit 2024 beschleunigt sich das sogenannte Apothekensterben Jahr für Jahr. Die Gründe reichen von steigenden Mieten, hohen Personal- und Sachkosten bis zu Lieferengpässen.
Insbesondere bei vergleichsweise selten nachgefragten Produkten wie medizinischem Cannabis lohnt sich daher die Vorratshaltung nicht. Denn Cannabisblüten gehören zu den hochpreisigen Medikamenten. Wer eine größere Menge davon lagert, bindet folglich auch ein hohes Kapital.
Zudem entstehen Lagerkosten. Zwar müssen Apotheker die Blüten seit der Legalisierung von Cannabis im Jahr 2024 nicht mehr in speziellen Tresoren lagern. Dennoch müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein, wenn man das Naturprodukt vorrätig halten will. Ansonsten droht ein vorzeitiger Verfall.
Cannabis-Blüten sind schließlich stark oxidationsanfällig. Sie sind daher dicht verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort zu lagern. Wichtig ist laut der Pharmazeutischen Zeitung, dass die Umgebungstemperatur zwischen zwei und acht Grad Celsius liegt.
Diese Lagerbedingungen zu schaffen, ist für viele Apotheken mit zusätzlichen Kosten verbunden. Aus dem Grund halten sie den Lagerbestand an medizinischem Cannabis gering. Fragt ein Kunde danach, müssen die meisten Apotheker das gewünschte Produkt bei einem Großhändler bestellen. Die daraus resultierenden Wartezeiten bedeuten für viele Patienten: Stress und Frust.
Moderne Gesundheitsplattformen revolutionieren die Cannabisversorgung
Online-Plattformen, die sich einer besseren Arzneimittelversorgung in Deutschland verschreiben, kehren diesen langwierigen analogen Prozess sprichwörtlich auf links.
Das gelingt durch sogenannte APIs. Diese Anbindung von Schnittstellen an die Warenwirtschaftssysteme deutscher Apotheken ermöglicht einen Überblick über deren Bestand – und das in Echtzeit.
Dadurch greift das folgende Prinzip: Bevor ein Arzt ein Cannabisrezept ausstellt, kann bereits die Verfügbarkeit des gewählten Naturprodukts geprüft werden.
Der Patient kann sich das Präparat bequem im Internet bestellen. Alternativ ist online in einer Liste einzusehen, in welchen Apotheken in Deutschland die benötigte Cannabisvariante aktuell vorrätig ist. Diejenigen, die eine Beratung von Angesicht zu Angesicht schätzen, können die jeweiligen Apotheken also auch persönlich ansteuern.

