Atlas-Insolvenzverfahren: Baumaschinenhersteller meldet Sanierung an
Der Baumaschinenhersteller Atlas aus Ganderkesee steht vor einem entscheidenden Einschnitt: Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Delmenhorst ein Atlas-Insolvenzverfahren beantragt. Mit dem Schritt will sich Atlas im Rahmen eines Sanierungsprozesses in Eigenverwaltung neu aufstellen. Das Insolvenzgericht ordnete mit Beschluss vom 6. Februar 2026 die vorläufige Eigenverwaltung an. Damit bleibt die Geschäftsführung weiterhin im Amt und steuert die Restrukturierung selbst, während ein gerichtlich bestellter Sachwalter die Abläufe überwacht.
Das Atlas-Insolvenzverfahren betrifft nicht nur die Atlas GmbH, sondern auch weitere Gesellschaften der Gruppe, darunter Atlas Spare Parts GmbH, Atlas FF, Atlas Group Services und Atlas Kompakt. Insgesamt sind rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Für sie gibt es zunächst Entwarnung: Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis einschließlich April 2026 gesichert. Produktion, Ersatzteilservice und Kundendienst laufen laut Unternehmen planmäßig weiter.
Baukrise als Auslöser: Atlas-Insolvenzverfahren wegen Auftragsrückgang
Als Hintergrund nennt Atlas eine seit längerem andauernde Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft. Diese habe zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt. Hinzu kommen strukturelle Belastungen, die eine Stabilisierung außerhalb eines Atlas-Insolvenzverfahrens erheblich erschweren. Die Situation zeigt, wie stark die schwächelnde Baukonjunktur auch etablierte Hersteller trifft.
Atlas, ein Traditionsunternehmen, das nach eigenen Angaben seit 1919 besteht, zählt zu den bekannten deutschen Herstellern von Baumaschinen. Besonders Mobil- und Raupenbagger sowie Ladekrane prägen das Portfolio. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 150 Millionen Euro. Trotz bereits eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen und Liquiditätsbeiträgen der Gesellschafterseite konnten Liquiditätsengpässe nicht vollständig vermieden werden. Die aktuelle Atlas-Pleite soll nun im Rahmen des Atlas-Insolvenzverfahrens geordnet bewältigt werden.
Geschäftsbetrieb läuft weiter: Management setzt nach Atlas-Pleite auf Restrukturierung
Zur Unterstützung wurden die Sanierungsexperten Dr. Malte Köster und Dr. Hans-Joachim Berner als Generalbevollmächtigte eingesetzt. Köster betonte: „ATLAS ist operativ leistungsfähig und verfügt über eine starke Marke. Das Eigenverwaltungsverfahren schafft jetzt den rechtlichen Rahmen, um die Restrukturierung konsequent umzusetzen und das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren.“ Berner ergänzte: „Wichtig ist: Der Geschäftsbetrieb läuft weiter.“
Der Rechtsanwalt Hendrik Gittermann wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Parallel startet Atlas Ganderkesee in den kommenden Tagen einen strukturierten internationalen Investorenprozess. Ziel ist es, zusätzliche Optionen für eine nachhaltige Fortführung zu eröffnen. Das Atlas-Insolvenzverfahren wird damit nicht nur zur Bewältigung der Krise, sondern auch zur Suche nach neuen Perspektiven für den Baggerhersteller.
Atlas-Insolvenzverfahren als Wendepunkt
Das Atlas-Insolvenzverfahren markiert einen entscheidenden Moment für den Traditionshersteller aus Ganderkesee. Trotz schwieriger Marktbedingungen bleibt der Geschäftsbetrieb stabil, und die rund 400 Beschäftigten erhalten vorerst Sicherheit durch Insolvenzgeld. Gleichzeitig zeigt das Verfahren, wie stark die schwächelnde Bauwirtschaft selbst etablierte Unternehmen unter Druck setzt. Mit der Eigenverwaltung und einem internationalen Investorenprozess versucht Atlas, die Restrukturierung konsequent umzusetzen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Ob das Atlas-Insolvenzverfahren den erhofften Neustart bringt, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden.


