Finanzen

Bitcoin-Kurs unter 70.000 Dollar: Großinvestoren kehren nach Verkaufsphase zurück

Großinvestoren stützen den Bitcoin-Kurs mit gezielten Zukäufen, während der breite Kryptomarkt weiterhin Zurückhaltung zeigt. Reicht das verstärkte Engagement großer Marktteilnehmer aus, um den Bitcoin-Kurs nachhaltig zu stabilisieren?
12.02.2026 18:13
Lesezeit: 2 min
Bitcoin-Kurs unter 70.000 Dollar: Großinvestoren kehren nach Verkaufsphase zurück
Großinvestoren stützen den Bitcoin-Kurs mit neuen Zukäufen, während dem Markt für Kryptowährungen weiterhin breite Kapitalzuflüsse fehlen (Foto: dpa).

Bitcoin-Kurs erhält Rückhalt durch große Marktteilnehmer

Bitcoin hat in den vergangenen Tagen neue Unterstützung erhalten, da einige der größten Marktteilnehmer wieder in den Markt eingestiegen sind. Gemeint sind Investoren mit sehr hohen Beständen, die im Kryptomarkt als Großhalter gelten. Dennoch ist offen, ob sich daraus im Jahr 2026 eine nachhaltige Trendwende entwickeln kann.

Die bisherigen Zukäufe bleiben vergleichsweise begrenzt. Entsprechend ist unklar, ob sie den Beginn einer breiteren Erholung markieren oder lediglich dazu dienen, den weiteren Kursrückgang vorübergehend zu bremsen.

Großhalter beenden monatelange Verkäufe

In der vergangenen Woche erhöhten diese Großhalter ihre Bestände um rund 50.000 Bitcoins und damit so deutlich wie zuletzt im November. Zuvor hatten sie sich über mehrere Wochen hinweg schrittweise aus dem Markt zurückgezogen. Die neuen Käufe halfen, den Kurs nach dem kräftigen Rückgang zunächst zu stabilisieren.

Nach Angaben des Analyseunternehmens Glassnode stockten Marktteilnehmer mit Beständen von jeweils mehr als 1.000 Bitcoins ihre Positionen in diesem Zeitraum um mehr als vier Milliarden Dollar auf. Damit wurde eine monatelange Verkaufsphase unterbrochen, in deren Verlauf der Bitcoin-Kurs rund 40 Prozent unter sein im Oktober erreichtes Rekordhoch gefallen war.

Breite Kapitalzuflüsse bleiben aus

„Das verlangsamt den Rückgang“, erklärten die Analysten von Glassnode. „Doch es bleibt abzuwarten, ob neues Kapital in größerem Umfang in den Markt fließt.“ Genau darin liegt das zentrale Risiko für die weitere Entwicklung.

Ohne Berücksichtigung von Börsen und ETF-Fonds haben große Halter im vergangenen Jahr per Saldo mehr verkauft als gekauft. Seit Mitte Dezember sind mehr als 170 000 Bitcoin aus entsprechenden Großbeständen abgeflossen, was einem Gegenwert von rund elf Milliarden Dollar entspricht.

Bitcoin-Kurs aktuell weiter deutlich unter 70.000 Dollar

Der Kursverlauf zeigt, dass von einer klaren Trendwende bislang keine Rede sein kann, am Donnerstag notiert der Bitcoin-Kurs aktuell bei rund 67.700 US-Dollar, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Damit liegt die Kryptowährung weiterhin deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 70.000 Dollar.

Fraglich bleibt, wer einen nächsten tragfähigen Aufwärtstrend auslösen könnte. Viele Anleger, die über neu aufgelegte ETF-Fonds investiert haben, liegen inzwischen im Minus, was den Bitcoin-Kurs zusätzlich belastet. Entsprechend dürfte die Bereitschaft, zusätzliche Mittel zu investieren, begrenzt sein. Auch Unternehmen, die Bitcoin als Reserve in ihre Bilanzen aufgenommen haben, haben ihre Käufe gedrosselt, da ihre eigenen Aktienkurse unter Druck stehen. Sollte keine neue Nachfrage entstehen, dürfte der Bitcoin-Kurs anfällig für weitere Schwankungen bleiben, statt ein klares Signal für einen neuen Bullenmarkt zu senden.

„Wenn sich der Sturm gelegt hat, werden wir wieder kaufen, da wir gegen Ende des vergangenen Jahres einen Teil verkauft haben“, sagte der langjährige Krypto-Investor Bruno Ver gegenüber Bloomberg. „Aber im Moment befinden wir uns noch mitten im Sturm“, was die angespannte Lage beim Bitcoin-Kurs widerspiegelt. Glassnode analysiert keine einzelnen Investoren, sondern wertet aggregierte Bestandsgrößen am Markt aus. Die Daten können daher große private Anleger, Verwahrstellen sowie institutionell verbundene Konten umfassen, deren Transaktionen den Bitcoin-Kurs kurzfristig spürbar beeinflussen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Kaufkraft-Ranking in Krisenzeiten: Wo die regionalen Einkommen am meisten wert sind
15.04.2026

Das Verhältnis aus Einkommen und Lebenserhaltungskosten entscheidet über die reale Kaufkraft der Haushalte: Wo viel verdient wird, ist es...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuer-Erhöhung finanziert Entlastungsprämie 2026: Doch nicht nur Raucher gehen bei der Ausgleichprämie leer aus
15.04.2026

Günstigeres Tanken und eine 1.000-Euro-Prämie: Doch die Entlastungen kommen noch längst nicht bei den Bürgern an. Auch werden viele...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ifo: Iran-Krieg verstärkt wirtschaftliche Unsicherheit deutscher Unternehmen
15.04.2026

Steigende Energiepreise, wackelige Lieferketten: Deutsche Unternehmen blicken immer skeptischer in die Zukunft. Welche Branchen besonders...

DWN
Politik
Politik Sparpläne Krankenkassen: Warnungen vor zusätzlichen Belastungen der Beitragszahler
15.04.2026

Die Koalition will die steigenden Ausgaben der Krankenkassen unter Kontrolle bringen, um neue Beitragserhöhungen zu vermeiden - mit einer...

DWN
Politik
Politik Migration in Deutschland: Jeder Vierte hat eine Einwanderungsgeschichte
15.04.2026

In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund um zwei Drittel in Deutschland gewachsen....

DWN
Politik
Politik Touristenattraktion: Berlin-Besucher werden künftig fürs Müllsammeln belohnt
15.04.2026

Mit "BerlinPay" will die Hauptstadt Touristen für nachhaltiges Verhalten belohnen. Noch werden Partner für die Aktion gesucht.

DWN
Politik
Politik Pipeline-Debatte im Energiemarkt: Warum die Straße von Hormus entscheidend bleibt
15.04.2026

Die Straße von Hormus bleibt trotz wiederkehrender Konflikte der zentrale Engpass im globalen Ölhandel, während Alternativen bislang...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street im Aufwind durch nachlassende Iran-Spannungen und schwächere Inflationsdaten
14.04.2026

Überraschende Entwicklungen abseits des Handelsparketts sorgen für neuen Schwung an den Finanzmärkten. Erfahren Sie, welche Faktoren die...