Politik

Migration in Deutschland: Jeder Vierte hat eine Einwanderungsgeschichte

In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund um zwei Drittel in Deutschland gewachsen. Welches Land die Liste der Herkunftsländer anführt.
15.04.2026 08:11
Lesezeit: 2 min

Statistisches Bundesamt: Bereits jeder Vierte in Deutschland hat Migrationshintergrund

Jeder vierte Mensch in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte. Laut Statistischem Bundesamt waren das im Jahr 2025 rund 21,8 Millionen Menschen. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 26,3 Prozent.

Eine Einwanderungsgeschichte haben laut Definition Menschen, die entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Datenbasis ist der Mikrozensus, eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird.

Knapp 20 Prozent Einwanderer der ersten Generation

Etwa jede fünfte in Deutschland lebende Person ist selbst eingewandert, so das Bundesamt. In absoluten Zahlen lebten 16,4 Millionen Einwanderer der ersten Generation im Jahr 2025 in Deutschland – 1,7 Prozent mehr als 2024. «Damit stieg die Zahl der Eingewanderten deutlich schwächer als in den Vorjahren», so die Statistiker.

Von diesen Eingewanderten der ersten Generation stammten die meisten aus Polen (1,5 Millionen), der Türkei (1,5 Millionen), der Ukraine (1,3 Millionen), Russland (1,0 Millionen) und Syrien (1,0 Millionen).

5,4 Millionen Personen waren direkte Nachkommen von Eingewanderten – also in Deutschland geborene Kinder von zwei seit 1950 eingewanderten Elternteilen. Diese zweite Generation wuchs gegenüber 2024 um drei Prozent.

67 Prozent mehr Einwanderer als 2005

«Seit 2005 ist die Zahl der Personen mit Einwanderungsgeschichte von 13,0 Millionen auf 21,8 Millionen Personen im Jahr 2025 gestiegen», berichtet das Bundesamt. Das entspricht einem Plus von 67 Prozent. Der Anteil der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte an der Gesamtbevölkerung stieg zwischen 2005 und 2025 um rund 10 Prozentpunkte.

«Personen mit Einwanderungsgeschichte sind jung im Vergleich zur Gesamtbevölkerung», lautet ein weiterer Befund. Bei 25- bis 34-Jährigen hatte 2025 mehr als jede dritte Person eine Einwanderungsgeschichte. Bei über 65-Jährigen nur jede siebte Person.

27 Prozent Migranten haben einen Berufsabschluss

Auffällig sind die Unterschiede bei der beruflichen Qualifikation: Zwar verfügten 33 Prozent der eingewanderten 25- bis 34jährigen über einen akademischen Abschluss – fast so viele wie im Durchschnitt dieser Altersgruppe. Zugleich hatten aber 36 Prozent keinen beruflichen Abschluss und befanden sich weder in Ausbildung noch im Studium. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Anteil bei 17 Prozent.

Einen klassischen Berufsabschluss hatten unter jungen Eingewanderten nur 27 Prozent, in der Gesamtgruppe dieser Altersklasse dagegen 46 Prozent.

Die Zahlen beruhen auf dem Mikrozensus 2025, einer jährlichen Stichprobenerhebung unter rund einem Prozent der Bevölkerung. Nicht erfasst werden dabei Menschen in Gemeinschaftsunterkünften, etwa Asylbewerber in Erstaufnahmen.

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