Finanzen

Mercedes Benz-Aktie stürzt ab: Wie Anleger auf den Mercedes-Gewinneinbruch reagieren sollten

Die Mercedes Benz-Aktie steht nach einem deutlichen Gewinneinbruch und sinkender Dividende am Donnerstag stark unter Druck. Schwache China-Geschäfte, US-Zölle und Sparprogramme prägen die Lage. Doch wie groß sind die Risiken für den Mercedes-Aktienkurs und die Anleger wirklich? Und was sagen die Analysten?
12.02.2026 10:34
Lesezeit: 3 min
Mercedes Benz-Aktie stürzt ab: Wie Anleger auf den Mercedes-Gewinneinbruch reagieren sollten
Der Glanz am Mercedes-Stern ist ab: Nach einem kräftigen Gewinneinbruch steht die Mercedes Benz-Aktie mächtig unter Druck (Foto: dpa). Foto: Bernd Weißbrod

Mercedes Benz-Aktie unter Druck: Gewinneinbruch, Sparprogramm und weniger Dividende

Die Mercedes Benz-Aktie steht aktuell im Fokus der Anleger, nachdem der Stuttgarter Autobauer für 2025 einen massiven Gewinneinbruch gemeldet hat. Harte Zeiten für Mercedes-Benz: Der Konzerngewinn ist erneut deutlich zurückgegangen, der Umsatz sank spürbar, und auch die Aktionäre müssen sich auf eine geringere Ausschüttung einstellen.

Der starke Rückgang der Erträge zeigt, wie sehr Mercedes derzeit unter schwierigen globalen Rahmenbedingungen leidet. Vor allem die schwachen Geschäfte in China, US-Zölle sowie negative Wechselkurseffekte setzten dem Premiumhersteller zu. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, was diese Mercedes-Zahlen für den weiteren Kursverlauf und den Mercedes-Aktienkurs bedeuten.

Gewinn bei Mercedes 2025 um knapp die Hälfte eingebrochen

Der Gewinn von Mercedes-Benz (ISIN: DE0007100000) ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sank das Konzernergebnis 2025 um rund 49 Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro. Zölle, intensive Konkurrenz in China und ein schwacher Dollar belasteten das Geschäft. Kosteneinsparungen von mehr als 3,5 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte konnten nur einen Teil des Gegenwinds abfedern.

Auch der Umsatz ging zurück: Er sank um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel sogar um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro. Mercedes-Chef Ola Källenius erklärte, die Ergebnisse seien im Rahmen der Prognosen ausgefallen und getragen „von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität“. Für Anleger ist dieser Mercedes-Gewinneinbruch ein Warnsignal – entsprechend gerät die Mercedes Benz-Aktie zunehmend unter Druck.

Weniger Autos verkauft

Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt der Absatz. Insgesamt verkaufte Mercedes 2025 rund 2.160.000 Pkw und Vans. Im Pkw-Bereich wurden etwas mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge verkauft, ein Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024.

Besonders deutlich fiel der Einbruch in China aus: Dort sank der Absatz um 19 Prozent. China bleibt dennoch der wichtigste Markt, denn fast ein Drittel aller Pkw setzte Mercedes dort ab. Die schwachen Verkaufszahlen spiegeln sich direkt im Mercedes-Aktienkurs wider, denn Investoren achten stark auf die Entwicklung im einstigen Wachstumsmarkt.

Mercedes-Benz-Aktie: Dividende gekappt

Für Aktionäre bringt die aktuelle Schwächephase konkrete Folgen: Die Mercedes-Dividende soll gekürzt werden. Mercedes plant, die Ausschüttung von 4,30 Euro auf 3,50 Euro zu senken. Gerade für Anleger, die Mercedes wegen der attraktiven Dividendenrendite im Depot halten, ist dieser Schritt ein Einschnitt. Der Rückgang unterstreicht die schwierige Lage des Konzerns nach dem Gewinneinbruch. Die Mercedes Benz-Aktie verliert damit einen wichtigen Stabilitätsfaktor.

Nach Gewinneinbruch – so fällt die Mercedes-Prämie aus

Nicht nur Aktionäre, auch die Beschäftigten spüren die Folgen. Nach dem Gewinneinbruch fällt die Ergebnisbeteiligung geringer aus. Mercedes zahlt den rund 85.000 anspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland voraussichtlich bis zu 3.139 Euro. Die Prämie soll mit dem April-Entgelt ausgezahlt werden. Sie ist unabhängig vom individuellen Gehalt und richtet sich nach finanziellen Zielerreichungen.

Zusätzlich schenkt der DAX-Konzern allen Beschäftigten in Deutschland eine Mercedes-Aktie, anlässlich der Patentanmeldung von Carl Benz vor 140 Jahren. Damit spielt auch die Mercedes-Prämie eine Rolle im aktuellen Umfeld rund um die Mercedes Benz-Aktie.

Mercedes Benz-Aktie: Ausblick bleibt vorsichtig – Sparprogramm soll Profitabilität ankurbeln

Bereits vor einem Jahr reagierte Mercedes mit einem Sparprogramm. Bis 2027 sollen die Produktionskosten um zehn Prozent sinken, Materialkosten optimiert und Fixkosten ebenfalls um weitere zehn Prozent reduziert werden. Auch ein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen ist geplant. Das Sparprogramm belastete kurzfristig durch hohe Einmalkosten, soll aber mittelfristig die Profitabilität verbessern.

Für 2026 erwartet Mercedes einen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis soll jedoch deutlich über dem Vorjahr liegen. In der Pkw-Sparte wird eine Marge zwischen drei und fünf Prozent prognostiziert. Erst 2027 will Mercedes wieder zweistellige Margen erreichen. Im vorbörslichen Tradegate-Handel notierte die Mercedes Benz-Aktie zeitweise mehr als 6 Prozent Prozent tiefer bei unter 55 Euro. Damit bleibt klar: Die Mercedes Benz-Aktie steht nach dem Gewinneinbruch, der gekürzten Dividende und den schwachen China-Geschäften weiter unter Beobachtung der Märkte.

Mercedes-Aktie: Analystenmeinungen und aktuelle Kursziele

Die aktuellen Analystenstimmen zur Mercedes-Aktie zeigen ein gemischtes Bild nach dem Quartalsbericht. Mehrere große Banken haben ihre Einschätzungen am Donnerstag bestätigt. Während einige Experten auf kurzfristige Belastungen und schwächere Kennzahlen hinweisen, sehen andere weiterhin Chancen durch stabile Ausschüttungen und starken Free Cashflow. Insgesamt bleibt die Mercedes-Aktie im Fokus der Investoren.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat am Donnerstag ihre Einstufung für Mercedes-Benz mit einem Kursziel von 71 Euro auf „Buy“ belassen. Analyst Christian Frenes betonte, dass der Ergebniskonsens für 2026 prozentual zweistellig sinken dürfte. Gleichzeitig hob er hervor, dass sich an der Ausschüttungspolitik des Konzerns nichts geändert habe. Damit bleibt Goldman Sachs optimistisch für die Mercedes-Aktie. Bernstein Research bestätigte am Donnerstag die Einstufung „Market-Perform“ bei einem Kursziel von 66 Euro. Stephen Reitman verwies darauf, dass das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) die Konsensschätzung um 29 Prozent verfehlt habe. Diese deutliche Abweichung spricht für eine vorsichtigere Haltung zur Mercedes-Aktie. Auch die kanadische Bank RBC beließ am Donnerstag ihr Urteil „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 57 Euro. Tom Narayan schrieb, dass die Eckdaten schwächer als erwartet ausgefallen seien und kurzfristig belasten dürften. JPMorgan hielt am Donnerstag an „Overweight“ mit einem Kursziel von 70 Euro fest. Jose Asumendi erklärte, die Resultate entsprächen den Erwartungen. Trotz eines herausfordernden Jahres 2026 rechne er mit starkem Free Cashflow, der Dividende und Aktienrückkauf stützen könne.

Insgesamt spiegeln die Einschätzungen eine Bandbreite zwischen Optimismus und Vorsicht wider. Die Kursziele reichen von 57 bis 71 Euro. Anleger sollten die Signale der Analysten genau verfolgen, da die Mercedes-Aktie von Ergebniserwartungen und Ausschüttungen geprägt bleibt.

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