KWS Saat-Aktie: KWS Saat senkt Umsatzprognose – Agrarmarkt bleibt verhalten
Der Saatguthersteller KWS Saat (ISIN: DE0007074007) erwartet wegen des weiterhin schwachen Agrarmarktumfelds in diesem Jahr weniger Wachstum als zuvor angekündigt. Niedrige Preise für Agrarrohstoffe sorgten für Unsicherheiten bei den Anbauentscheidungen der Kunden und damit für eine stärker als bislang angenommene Verringerung der weltweiten Anbaufläche für Zuckerrüben, teilte der im Nebenwerteindex SDAX gelistete Konzern am Donnerstag mit. Im Geschäftsjahr 2025/26 (bis Ende Juni) rechnet KWS deshalb mit einem Umsatz auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, auf dem Niveau des Vorjahres. Zuvor war ein Wachstum von rund drei Prozent geplant.
Im ersten Geschäftshalbjahr (bis Ende Dezember) sank der Umsatz um 1,4 Prozent auf 411,3 Millionen Euro. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich um rund ein Viertel auf 49,0 Millionen Euro, was vor allem auf einen positiven Sondereffekt aus dem Verkauf des nordamerikanischen Maisgeschäfts zurückzuführen ist. Unter dem Strich stand damit ein um 45 Prozent geringerer Verlust von 63,8 Millionen Euro. Für Anleger bleibt die Entwicklung der KWS Saat-Aktie damit besonders wichtig.
Die Zahlen drückten den KWS Saat-Aktienkurs zunächst stark ins Minus, doch die gesenkte Umsatzprognose war für die Anleger am Donnerstag wohl keine böse allzu Überraschung. Im Handelsverlauf stabilisierte sich die Aktie des Saatgutherstellers mit einem Kursplus von zeitweise 1,9 Prozent auf 70,00 Euro. Am Vortag war die KWS Saat-Aktie noch um fast sechs Prozent eingebrochen und hatte damit ihre bisherigen Jahresgewinne komplett abgegeben. Mit dem jüngsten Erholungsversuch hielt sich das Papier über der 100-Tage-Linie, einem charttechnischen Indikator für den mittel- bis langfristigen Trend.
KWS Saat legt den Fokus auf Profitabilität
"Wir setzen unseren Fokus klar auf Profitabilität", sagte Finanzchef Jörn Andreas laut Mitteilung. Im laufenden Geschäftsjahr sollen vom Umsatz des Saatgutherstellers weiterhin 19 bis 21 Prozent als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hängen bleiben. Der Sondergewinn aus dem Verkauf von Lizenzrechten infolge des Verkaufs des nordamerikanischen Maisgeschäfts ist dabei ausgeklammert. Damit dürfte die KWS Saat-Aktie weiterhin im Blickpunkt stehen, ebenso wie der KWS Saat-Aktienkurs und die nächsten KWS Saat-Zahlen.
KWS Saat-Aktie bleibt ein spannender Gradmesser
Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 57,1 Prozent, die Nettoverschuldung sank auf 264,6 Millionen Euro. Finanziell steht KWS also weiterhin solide da. Doch das gedämpfte Agrarmarktumfeld bleibt eine Herausforderung – zumal auch in Russland mit weiteren Umsatzrückgängen durch Importrestriktionen und Lokalisierungsbestrebungen zu rechnen ist. Die nächsten Monate dürften zeigen, ob die Strategie aufgeht.
Die KWS Saat-Aktie zeigt, wie stark das Unternehmen von globalen Agrarmarktbedingungen abhängig bleibt. Die gesenkte Umsatzprognose verdeutlicht die Unsicherheiten durch niedrige Rohstoffpreise und rückläufige Anbauflächen. Gleichzeitig liefern die verbesserten Ergebnisse beim Ebitda dank Sondereffekten einen positiven Impuls. Für Anleger wird entscheidend sein, ob KWS Saat seine Profitabilitätsziele auch ohne Einmaleffekte erreicht. Der KWS Saat-Aktienkurs dürfte daher weiterhin sensibel auf neue KWS Saat-Zahlen und Marktsignale reagieren.


