Politik

Nachfolger für Steinmeier: Linnemann offen für Nicht-Politiker als Bundespräsident

Die zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März 2027. CDU-Generalsekretär Linnemann ist offen für Nicht-Politiker als Nachfolger. Sympathien äußerte er auch für eine Frau im höchsten Staatsamt.
18.02.2026 09:01
Lesezeit: 2 min
Nachfolger für Steinmeier: Linnemann offen für Nicht-Politiker als Bundespräsident
Die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits über ihr Büro erklärt, für das Amt der Bundespräsidentin nicht zur Verfügung zu stehen. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Christoph Gollnow

Linnemann offen für Nicht-Politiker als Bundespräsident

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ist offen für Nicht-Politiker als nächsten Bundespräsidenten. Auf eine Frage des Magazins Stern, ob jemand, der nicht aus der Politik kommt, ins höchste Staatsamt kommen sollte, sagte Linnemann: "Ich würde mich nicht festlegen. Ich bin großer Fan von Joachim Gauck. Er war einer der besten Bundespräsidenten. Ein unglaublicher Charakter, toller Typ, mutig. So eine integre Persönlichkeit brauchen wir."

Der Theologe Gauck war von 2012 bis 2017 Bundespräsident. Er war als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU, FDP, SPD und den Grünen angetreten.

Plädoyer für Frau im höchsten Staatsamt

Linnemann äußerte auch Sympathien für eine Frau im höchsten Staatsamt. "Ich persönlich fände eine Frau gut", sagte er. Es freue ihn, dass aus der Union so viele Kandidatinnen gehandelt würden. Im Gespräch sind etwa die Namen von Familienministerin Karin Prien (CDU) und der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Auch Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz sowie CSU-Chef Markus Söder hatten bereits geäußert, sie fänden die Wahl einer Frau zur Bundespräsidentin 2027 gut.

Die zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März 2027. Er kann nicht wiedergewählt werden. Die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits über ihr Büro erklärt, für das Amt der Bundespräsidentin nicht zur Verfügung zu stehen. 1999 hatte die Union mit Dagmar Schipanski eine Frau ins Rennen um das höchste Staatsamt geschickt. Die gebürtige Thüringerin und 2022 verstorbene Politikerin unterlag aber Johannes Rau (SPD).

Merz kann "noch sehr lange Politik machen"

Dem eigenen Parteichef Merz bescheinigte Linnemann beste Voraussetzungen für eine lange politische Karriere. "Er hat‘s selber gesagt: Sein Vater ist über 100 Jahre alt, seine Mutter knapp drunter", sagte der CDU-Generalsekretär dem Stern. "Er hat also die Gene, dass er noch sehr lange Politik machen kann", fügte er hinzu. Merz ist 70 Jahre alt, er will sich auf dem CDU-Bundesparteitag Ende der Woche erneut zum Parteichef wählen lassen.

Eine Debatte über eine erneute Kanzlerkandidatur hält CDU-Generalsekretär allerdings für verfrüht. Auf die entsprechende Frage antwortete Linnemann: "Ich gehe davon aus, aber das ist keine Frage, die sich im Jahr 2026 stellt."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft OSINT: Wie Satellitendaten Staaten und Konzerne kontrollierbar machen
14.03.2026

Satelliten blicken längst nicht mehr nur für Militärs und Geheimdienste auf die Erde. Mit frei zugänglichen Satellitendaten und OSINT...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Anspruch auf Bildungsurlaub: Mangelndes Wissen bremst Inanspruchnahme – was Sie beachten müssen
14.03.2026

Fortbildungen ermöglichen eine berufliche und private Weiterentwicklung. Doch viele Menschen in Deutschland sind trotz Interesse über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Arbeitsmarkt: Werden Elektriker reicher als Programmierer?
14.03.2026

Programmierer galten lange als sichere Gewinner der Digitalisierung. Doch im KI-Arbeitsmarkt verschieben sich die Machtverhältnisse...

DWN
Technologie
Technologie Gerichtsurteil: Betreiber haften für falsche KI-Aussagen ihrer Chatbots
14.03.2026

Künstliche Intelligenz liefert Antworten in Sekunden – doch was passiert, wenn sie falsche Tatsachen behauptet? Ein aktuelles Urteil...

DWN
Politik
Politik Atomwaffen in Finnland: Regierung kippt jahrzehntelanges Verbot
14.03.2026

Ein jahrzehntelanges Tabu fällt. Finnland will künftig die Stationierung von Atomwaffen auf eigenem Boden erlauben und begründet dies...

DWN
Immobilien
Immobilien Verschärfung der Mietpreisbremse: Warum der neue Gesetzentwurf die Wohnungsnot verschlimmert
14.03.2026

Kritiker und Experten warnen, dass der neue Gesetzesentwurf zur Verschärfung und Verlängerung der Mietpreisbremse bis 2029 die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft FlixTrain rüstet auf: Milliardeninvestition verschärft Wettbewerb mit der DB im Fernverkehr
13.03.2026

FlixTrain investiert Milliarden in neue Fernzüge und baut sein Angebot im deutschen Fernverkehr deutlich aus. Kann der private Anbieter...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Haushalt unter Druck: Steigender Ölpreis bringt nur begrenzte Entlastung
13.03.2026

Die Eskalation im Nahen Osten lässt die Ölpreise weltweit steigen und verschafft Russland kurzfristig höhere Einnahmen aus dem...