Wirtschaft

Expansion in den militärischen Schiffbau: Neue Impulse für die Rheinmetall-Aktie

Rheinmetall treibt seine Expansion im europäischen Verteidigungsmarkt voran und erweitert sein industrielles Profil deutlich. Wird die strategische Neuausrichtung zum maritimen Systemanbieter zum nächsten Kurstreiber für die Rheinmetall-Aktie?
25.02.2026 13:51
Aktualisiert: 26.02.2026 06:02
Lesezeit: 2 min
Expansion in den militärischen Schiffbau: Neue Impulse für die Rheinmetall-Aktie
Mit der Übernahme des Marinegeschäfts von Lürssen stärkt Rheinmetall seine Position im europäischen Rüstungsmarkt, was die strategische Perspektive der Rheinmetall-Aktie erweitert (Foto: dpa) Foto: Wolf von Dewitz

Rheinmetall steigt in den militärischen Schiffbau ein

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall expandiert nach Kroatien und übernimmt den militärischen Schiffbaubereich der Lürssen-Gruppe. Mit dem Schritt wird die Werft in Rijeka Teil einer internationalen Produktionsstruktur für Kriegsschiffe, was auch für die Rheinmetall-Aktie strategische Relevanz besitzt.

Die Europäische Kommission hat der Übernahme der Naval Vessels Lürssen GmbH sowie der Werften Blohm + Voss zugestimmt. Rheinmetall kann die Einheiten damit in sein Verteidigungsportfolio integrieren und sein Geschäftsfeld erstmals systematisch auf den Bau militärischer Schiffe ausdehnen.

Die Genehmigung folgt auf eine Vereinbarung vom September 2025, in der sich das Düsseldorfer Unternehmen mit der Lürssen-Gruppe auf den Erwerb des maritimen NVL-Geschäfts verständigte. NVL betreibt mehrere Standorte in Norddeutschland und verfügt zudem über Kapazitäten im Ausland, darunter in Rijeka.

Strategische Neuausrichtung stärkt Perspektiven für die Rheinmetall-Aktie

„Anfang 2026 ist Rheinmetall nicht nur führender Anbieter von gepanzerten Fahrzeugen, Artilleriesystemen und Munition, sondern auch Anbieter maritimer Systeme“, erklärte ein mit dem Vorgang vertrauter Branchenanalyst. Die Transaktion markiert den ersten direkten Einstieg des Konzerns in den Schiffbau.

Der Schritt fügt sich in die europäischen Bemühungen ein, industrielle Verteidigungsressourcen stärker zu bündeln und die Abhängigkeit von externen Zulieferern zu reduzieren, wie Adriadefense.com berichtet. Vor dem Hintergrund wachsender Verteidigungsetats und anhaltender geopolitischer Spannungen rückt damit auch die Rheinmetall-Aktie verstärkt in den Fokus von Investoren.

NVL beschäftigt weltweit rund 2.100 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro. Nach verfügbaren Angaben verfügt das Unternehmen derzeit über Aufträge im Volumen von rund sieben Milliarden Euro, berichtet Biznisinfo.

Rheinmetall-Aktie profitiert von neuem Knotenpunkt in Rijeka

Mit der Einbindung der Werft in Rijeka entsteht ein neuer Baustein im europäischen Produktionsnetz von Rheinmetall. Analysten gehen davon aus, dass der Standort zu einem Fertigungs- und Wartungszentrum für Überwasserkampfschiffe und weitere militärische Einheiten ausgebaut werden könnte.

Damit würden die maritimen Fähigkeiten der NATO-Partner im Adriaraum und im Mittelmeer gestärkt, so Adriadefense. Für die Rheinmetall-Aktie signalisiert der Ausbau eine breitere industrielle Basis und zusätzliche Erlöspotenziale im wachsenden Markt für Marinesysteme.

Bislang war das Unternehmen vor allem für Panzer, Artilleriesysteme und Luftverteidigungstechnologie bekannt. Der Einstieg in den Schiffbau spiegelt die veränderten Prioritäten europäischer Sicherheitspolitik wider, die durch steigende Militärausgaben und eine angespannte Sicherheitslage geprägt sind.

Mit der Übernahme wird Rheinmetall Eigentümer von NVL-Werften und Produktionsstandorten in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Bulgarien, Ägypten und Brunei. Diese internationale Aufstellung erweitert die operative Reichweite und gilt am Kapitalmarkt als struktureller Treiber für die Rheinmetall-Aktie.

Investitionen und Umfang der Transaktion

Die italienische Regierung genehmigte kürzlich die Aufnahme der Produktion in einem Werk auf Sardinien, wie Reuters berichtet. Dort investierte Rheinmetall rund 50 Millionen Euro in die Herstellung von Sprengstoffen und Lenkflugkörpern für NATO-Mitgliedstaaten. Konkrete finanzielle Details zur Übernahme von NVL wurden nicht veröffentlicht. Frühere Berichte beziffern den Wert der Transaktion jedoch auf rund 1,35 Milliarden Euro.

Die Unternehmensführung betonte, die Akquisition solle dazu beitragen, die steigende Nachfrage nach Verteidigungsaufträgen aus NATO-Staaten und verbündeten Regierungen zu bedienen. Im Fokus stehen dabei Patrouillenschiffe, Küstenkampfschiffe sowie Plattformen mit integrierten modernen Waffen- und Sensorsystemen, was die strategische Positionierung der Rheinmetall-Aktie weiter untermauert.

Die Ausweitung der Aktivitäten von landgestützten Waffensystemen auf maritime Plattformen zeigt, wie sich Rüstungsunternehmen an neue strategische Anforderungen anpassen. Gleichzeitig verschieben sich industrielle Schwerpunkte innerhalb Europas.

Industriepolitische Bedeutung für Deutschland

Für Deutschland unterstreicht die Transaktion die wachsende Rolle von Rheinmetall als integrierter Systemanbieter im europäischen Verteidigungsmarkt. Angesichts steigender Verteidigungsausgaben und einer stärkeren sicherheitspolitischen Verzahnung innerhalb der EU dürfte die Rheinmetall-Aktie auch künftig eng mit der sicherheitspolitischen Ausrichtung Deutschlands und Europas verknüpft bleiben.

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