BASF-Aktie aktuell schwächer: BASF zeigt sich für 2026 vorsichtig
Die BASF-Aktie reagiert am Freitagmorgen mit leichten Verlusten auf die endgültigen Quartalszahlen. Der weltgrößte Chemiekonzern aus Ludwigshafen blickt verhalten in das laufende Jahr und dämpft damit die Erwartungen an den weiteren Verlauf beim BASF-Aktienkurs. Für 2026 peilt der DAX-Wert beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen eine Spanne zwischen 6,2 Milliarden und 7,0 Milliarden Euro an.
Im Jahr 2025 war das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen um 9,5 Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro zurückgegangen. Analysten hatten zuletzt im Schnitt 7,02 Milliarden Euro erwartet. Damit liegt die Prognose unter den Markterwartungen – ein Faktor, der für die BASF-Aktie von Bedeutung ist. Vorstandschef Markus Kamieth machte die schwierige Lage deutlich: „Aus heutiger Sicht rechnen wir kurzfristig weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer deutlichen Entspannung der geopolitischen Lage“. Der Start ins erste Quartal habe sich wie erwartet „herausfordernd gestaltet“.
Im vorbörslichen Handel in Frankfurt zeigt sich die BASF-Aktie aktuell deutlich schwächer: Eine halbe Stunde vor Handelsbeginn an der Frankfurter Börse verbucht das Papier des Chemiekonzerns bei zeitweise weniger als 48 Euro ein Minus von mehr als 3,2 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortages.
BASF-Zahlen: Niedrige Preise und Währungseffekte belasten
Ein Blick in die BASF-Bilanz zeigt die anhaltenden Belastungen. 2025 schrumpfte der Umsatz um knapp drei Prozent im Jahresvergleich auf knapp 59,7 Milliarden Euro. Zwar stiegen die verkauften Mengen leicht, doch niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte drückten auf die Erlöse.
Das bereinigte operative Ergebnis fiel um mehr als neun Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von 1,3 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro. Dazu trug unter anderem ein Sonderertrag aus dem Verkauf des Bautenanstrichmittelgeschäfts an den US-Konzern Sherwin-Williams bei.
Zusätzlich profitierte der Konzern von Staatsgarantien für frühere Russlandaktivitäten der Tochter Wintershall Dea. Laut Geschäftsbericht sind rund 1,3 Milliarden Euro aus der Staatskasse zugeflossen. Das Geld kam über Dividendenzahlungen von Wintershall Dea und verbesserte den freien Cashflow 2025 spürbar. 2024 hatte BASF das operative Geschäft von Wintershall an die britische Harbour Energy verkauft. Die Ansprüche aus den Staatsgarantien verblieben bei der Tochter und damit indirekt bei BASF – allerdings nur zu 72,9 Prozent. Den Rest hält die Londoner Investmentgesellschaft Letter One.
Free Cashflow und Dividende im Blick
Für Anleger der BASF-Aktie ist neben den BASF-Zahlen auch der Mittelzufluss entscheidend. Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) soll im laufenden Jahr zwischen 1,5 Milliarden und 2,3 Milliarden Euro betragen, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Beim operativen Ergebnis rechnen Analysten bereits mit dem oberen Ende der Prognosespanne, beim freien Mittelfluss haben sie etwas mehr auf den Zetteln.
Die Dividende für 2025 will der BASF-Vorstand mit 2,25 Euro je Aktie stabil halten (Vorjahr: 2,25). Damit bleibt der DAX-Wert seiner Ausschüttungspolitik treu. Die angekündigten 2,25 Euro je Aktie sind ein zentraler Faktor für die Bewertung der BASF-Aktie, insbesondere für einkommensorientierte Investoren. Die aktuelle Dividendenrendite von BASF liegt bei 4,5 Prozent.
BASF verschärft Sparprogramm
Angesichts schwacher Nachfrage, hoher Energiepreise und Kostendruck verschärft der Konzern seinen Sparkurs. Bis Ende 2026 rechnet BASF nun mit jährlichen Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro statt der zuvor geplanten 2,1 Milliarden. Die Maßnahmen sollen helfen, die BASF-Bilanz weiter zu stärken.
Am Stammwerk in Ludwigshafen, wo etwa 33.000 Menschen und damit rund ein Drittel der weltweiten BASF-Beschäftigten arbeiten, läuft bereits ein umfangreiches Sparprogramm. Management und Arbeitnehmervertreter einigten sich darauf, betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 auszuschließen. Für Aufsehen sorgte zudem die Ankündigung, große Teile der in Berlin gebündelten Verwaltungsjobs nach Indien zu verlagern. 2800 Beschäftigte arbeiten dort im sogenannten Service-Hub. Der Standort soll deutlich verkleinert werden. Wie viele Jobs wegfallen, ist offen, doch könnte es deutlich mehr als 1000 Mitarbeitende treffen.
BASF-Aktie: So geht es weiter
Nach einem Höhensturm hatte die BASF-Aktie zuletzt eine deutliche Korrektur gezeigt. Von den vorgelegten BASF-Zahlen hatten sich Anleger neue Impulse für den BASF-Aktienkurs erhofft. In einer ersten vorbörslichen Reaktion zeigten sich die Papiere jedoch völlig unverändert.
Große positive Überraschungen liefert die aktuelle BASF-Bilanz nicht. Die vorsichtige Prognose, rückläufige Preise und strukturelle Anpassungen prägen das Bild. Gleichzeitig stabilisieren die Dividende von 2,25 Euro je Aktie sowie der erwartete Free Cashflow die Investmentstory des DAX-Werts. Für Investoren bleibt die BASF-Aktie damit ein Wert mit solider Dividende, aber begrenzter kurzfristiger Dynamik. Entscheidend für den weiteren Verlauf des BASF-Aktienkurses dürften die operative Entwicklung, die Umsetzung der Sparprogramme und eine mögliche Markterholung sein.
BASF-Aktie zwischen Stabilität und Unsicherheit
Die BASF-Aktie steht an einem Wendepunkt. Die BASF-Zahlen zeigen einen Ergebnisrückgang auf 6,6 Milliarden Euro beim bereinigten operativen Ergebnis und einen Umsatz von 59,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig stützt die stabile Dividende von 2,25 Euro je Aktie das Vertrauen vieler Investoren. Das verschärfte Sparprogramm mit Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro bis Ende 2026 soll die BASF-Bilanz stärken, doch die Prognose von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro Ebitda bleibt vorsichtig. Für den BASF-Aktienkurs dürfte entscheidend sein, ob sich Nachfrage, Preise und geopolitische Lage spürbar verbessern.

