Wirtschaft

Reallöhne in Deutschland legen 2025 weiter zu – es bleibt weiterhin Aufholbedarf

Die Reallöhne in Deutschland sind 2025 erneut gestiegen und verschaffen vielen Beschäftigten mehr Kaufkraft. Doch trotz positiver Zahlen bleibt die Frage, ob der Reallohn die Verluste der vergangenen Krisenjahre wirklich vollständig ausgleichen kann.
27.02.2026 09:56
Lesezeit: 1 min
Reallöhne in Deutschland legen 2025 weiter zu – es bleibt weiterhin Aufholbedarf
Die Reallöhne in Deutschland sind im Jahr 2025 erneut gestiegen. (Foto: dpa) Foto: Arno Burgi

Reallöhne in Deutschland 2025 erneut gestiegen

Die Reallöhne in Deutschland sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Arbeitnehmer in Deutschland erzielten damit spürbar höhere Reallöhne und verfügten nach Abzug der Teuerung über mehr Kaufkraft. Der Reallohn legte somit real zu und stärkte die Einkommen. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Bruttolöhne im Jahr 2025 nominal um 4,2 Prozent. Da die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum um 2,2 Prozent stiegen, ergibt sich daraus ein Reallohnplus von 1,9 Prozent im Gesamtjahr. Im Jahr zuvor waren die Reallöhne in Deutschland noch deutlicher um 2,9 Prozent gewachsen.

Die positive Entwicklung der Reallöhne in Deutschland hält nach den massiven Einbrüchen während der Corona-Zeit und infolge des Ukraine-Kriegs seit dem Sommer 2023 an. Ausschlaggebend sind die nachlassende Inflation und höhere Tarifabschlüsse. Laut Bundesamt wurde 2025 damit erstmals wieder annähernd das Reallohn-Niveau aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 erreicht.

Der Entgeltexperte Malte Lübker von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erkennt trotz der "erfreulichen" Entwicklung der Reallöhne in Deutschland in den Jahren 2025 und 2024 weiterhin Aufholbedarf nach dem beispiellosen Einbruch beim Reallohn. Er sagte: "Der Reallohnindex steht immer noch knapp unter dem Niveau von 2019 - die Verluste durch die zwischenzeitlich hohe Inflation sind also noch nicht vollständig ausgeglichen."

Untere Lohngruppen verzeichnen stärkste Zuwächse

Die Nominallöhne legten insbesondere in vielen Dienstleistungsbranchen kräftig zu, während in der Industrie und im Bergbau lediglich vergleichsweise moderate Steigerungen verbucht wurden. Die größten prozentualen Zuwächse beim Reallohn entfielen auf die unteren Lohngruppen.

Dem vergleichsweise kräftigen Anstieg der Reallöhne in Deutschland steht kein signifikanter Zuwachs der Arbeitsproduktivität gegenüber, erklärte der Arbeitsmarkt-Experte Dominik Groll vom Kiel Institut für Weltwirtschaft. Allerdings habe es noch ein gewisses Nachholpotenzial bei den Reallöhnen infolge des vorangegangenen Inflationsschubs gegeben. Im laufenden Jahr 2026 dürfte der Anstieg beim Reallohn voraussichtlich nicht mehr so stark ausfallen wie im vergangenen Jahr.

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