Unternehmen

Insolvenzen auf Rekordhoch: So viele Handwerkspleiten wie seit 2014 nicht mehr

Im Handwerk gab es 2025 so viele Insolvenzen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Energie, Material, Löhne: Hohe Kosten und schwache Nachfrage setzen vielen Betrieben zu.
06.03.2026 13:03
Lesezeit: 1 min
Insolvenzen auf Rekordhoch: So viele Handwerkspleiten wie seit 2014 nicht mehr
Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks hatte die Zahl der Insolvenzen zuletzt 2014 mit rund 5.000 höher gelegen. (Foto: dpa)

So viele Handwerkspleiten wie seit 2014 nicht mehr

Im vergangenen Jahr sind so viele Handwerksbetriebe pleitegegangen wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Insolvenzen stieg 2025 im Vergleich zu 2024 um 13,3 Prozent auf 4.950, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mitteilte. «Energie, Material, Löhne – die Kosten laufen davon. Ohne ausreichende Reserven geraten viele Betriebe schnell in existenzielle Schieflage», erklärte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch.

Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks hatte die Zahl der Insolvenzen zuletzt 2014 mit rund 5.000 höher gelegen.

Energie- und Materialkosten sowie höhere Löhne belasten Betriebe

Handwerksbetriebe seien meist klein- und mittelständisch geprägt und verfügten über geringere finanzielle Puffer, betonte Creditreform. «Von den Kostensteigerungen der letzten Jahre sind sie besonders stark betroffen gewesen.» Vor allem die deutlich gestiegenen Energie- und Materialkosten sowie höhere Löhne hätten die Liquidität belastet.

Zu Auftragseinbußen hätten auch eine verhaltene Konsum- und Investitionstätigkeit sowie die schwache Baukonjunktur geführt. Rückläufige Umsätze und Erträge sowie eine höhere Insolvenzgefährdung seien die Folge gewesen.

Für 2026 rechnet das Handwerk laut Creditreform mit einer leichten Belebung des Geschäfts. 27,0 Prozent der Betriebe (2024: 24,3 Prozent) erwarteten ein Umsatzplus. 18,4 Prozent gingen von Umsatzrückgängen aus (2024: 22,8 Prozent). Besonders das Bau- und Ausbauhandwerk sei optimistischer.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Deutschland entkommt russischem Gas und landet in der nächsten Falle
04.09.2026

Deutschland hat sich vom russischen Pipelinegas gelöst und setzt nun stark auf Flüssiggas. Doch inzwischen kommt ein Großteil des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Xiaomi-Autos: Elektro-Offensive startet 2027 in Deutschland
04.09.2026

Xiaomi bereitet den Einstieg in den europäischen Automarkt vor. Der chinesische Elektronikkonzern will seine Elektroautos ab 2027 in...

DWN
Finanzen
Finanzen Der September-Fluch: Sollten Anleger davor Angst haben?
04.09.2026

Der September hat am Aktienmarkt einen schlechten Ruf. Historisch ist er für US-Aktien der schwächste Monat des Jahres. Auch verschiedene...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: US-Aktien legen zu, während sich die Renditen von Staatsanleihen stabilisieren
03.09.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die US-Märkte beflügelt haben und welche Sektoren jetzt besonders im Rampenlicht...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Hilfe: Deutschland gibt 250 Millionen Euro für Energie-Reparaturen
03.09.2026

Deutschland unterstützt die Ukraine erneut mit einer hohen Millionensumme beim Wiederaufbau beschädigter Energieinfrastruktur. Mit...

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt: Diese neuen Steuern liegen auf dem Tisch
03.09.2026

Die EU braucht Geld für den nächsten Siebenjahreshaushalt und für die Rückzahlung der Corona-Schulden. Deshalb liegen nun acht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktur: Licht am Ende des Tunnels? Ende der vierjährigen Flaute rückt näher
03.09.2026

Nach Jahren der Schwäche kommt überraschend Optimismus für die deutsche Wirtschaft auf. Führende Institute heben ihre Prognosen für...

DWN
Politik
Politik Goethe-Institute vor dem Aus: Moskau verschärft Konflikt mit Berlin
03.09.2026

Nach der Schließung des Russischen Hauses in Berlin droht Moskau mit der Schließung der Goethe-Institute in Russland. Außenminister...