Wirtschaft

Spritpreis-Frust: Tankstellenpächter wehren sich gegen Kunden-Wut

Steigende Preise an den Zapfsäulen sorgen für schlechte Stimmung an Deutschlands Tankstellen. Doch während Autofahrer tief in die Tasche greifen müssen, geraten die Pächter zunehmend zwischen die Fronten. Der Verband des Garagen- und Tankstellengewerbes (VGT) Nord-Ost warnt nun vor der wachsenden Belastung für das Personal, das den Unmut der Kunden unmittelbar abbekommt – obwohl die Betreiber auf die Preisgestaltung kaum Einfluss haben.
06.03.2026 12:04
Aktualisiert: 06.03.2026 12:04
Lesezeit: 1 min
Spritpreis-Frust: Tankstellenpächter wehren sich gegen Kunden-Wut
Hohe Spritpreise treffen Autofahrer hart und entladen sich an der Kasse. Warum Pächter machtlos sind und manche Kunden nur noch für 5 Euro tanken (Foto: dpa). Foto: Patrick Pleul

Die Tankstellenpächter nahm er mit Blick auf die Preisentwicklung in Schutz. "Die können dafür gar nichts." Die Preishoheit liege bei den Mineralölgesellschaften. "Die leiten die Preise weiter. Mittlerweile ist es so weit, dass das alles automatisch funktioniert. Häufig kriegt der Verkäufer an der Kasse oder die Kassiererin an der Kasse das gar nicht mit."

Der VTG Nord-Ost ist zuständig für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Tanken in Mini-Portionen

Besonders in Gegenden, in denen vermehrt Menschen mit wenig Geld leben, tanken die Menschen laut Rühlemann teils zurückhaltend. "Die kommen dann schon mal und tanken für fünf Euro, weil sie morgen unbedingt das und das noch erledigen müssen. Das ist schon ganz klar festzustellen." Er nannte Berlin-Reinickendorf als Beispiel.

Andere Kunden stiegen auf andere Verkehrsmittel um. "Kann ich mir nicht mehr leisten. Du bist zu teuer. Ich fahre jetzt mit den Öffis", bekomme man an der Kasse dann zu hören. Autofahrer, die sowieso auch eine Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel haben, würden diese verstärkt nutzen.

Mehr Tank-Tourismus erwartet

Der Tank-Tourismus in die östlichen Nachbarländer Polen und Tschechien halte sich hingegen derzeit in Grenzen. Rühlemann vermutet, weil die Menschen teils ohnehin noch etwas im Tank hätten. "Wenn das aber jetzt noch ein paar Tage dauert, wird das mit Sicherheit verstärkt zunehmen." Bei Super-Benzin könne man pro Liter in Polen derzeit teils 40 bis 45 Cent sparen.

Rühlemann reagierte auch auf Kritik, die Spritpreise seien schon gestiegen, obwohl der Treibstoff in den Tanks noch vor der Erhöhung der Rohölpreise eingekauft worden sei. "Da ist was Wahres dran, aber das funktioniert umgekehrt natürlich genauso." Wenn die Preise an der Zapfsäule irgendwann wieder nach unten gingen, passiere das wegen des Wettbewerbs mitunter schnell. Dann verkauften Tankstellen auch den eigentlich teureren Sprit zu einem deutlich günstigeren Preis.

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