Kurswechsel beim Atommüll: Brokdorf springt für das einstige Symbol Gorleben
"Die Verteilung der Rücktransporte aus den Wiederaufarbeitungsanlagen im Ausland auf mehrere Zwischenlager war ein wichtiger Faktor, um einen großen gesellschaftlichen Konflikt zu entschärfen", sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (SPD). Dass dieser Kompromiss bis heute getragen habe, stärke das Vertrauen in die ergebnisoffene Endlagersuche. Die sieben Castoren für Brokdorf sollen ursprünglich im niedersächsischen Gorleben zwischengelagert werden.
6.670 Tonnen
Der Rücktransport deutscher Abfälle aus Frankreich war nach Angaben des Bundesumweltministeriums bereits mit dem letzten Transport von vier Behältern aus La Hague nach Philippsburg im November 2024 abgeschlossen worden. Aus Sellafield waren zudem 2020 sechs Behälter ins Zwischenlager Biblis und 2025 sieben Behälter ins Zwischenlager Isar gekommen. Von 1973 bis 2005 wurden insgesamt 6.670 Tonnen bestrahlte Brennelemente aus deutschen AKW zu Wiederaufarbeitungsanlagen gebracht - 5.359 Tonnen nach La Hague und 851 Tonnen nach Sellafield.
Das Zwischenlager in Brokdorf bietet nach Angaben der bundeseigenen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung 100 Stellplätze für Behälter. Derzeit lagern dort 76 Castor-Behälter mit Brennelementen aus dem Kernkraftwerk Brokdorf und 7 Castor-Behälter aus der Wiederaufbereitung. Sie bleiben dort, bis sie in ein Endlager abgegeben werden können.
