Politik

Tabaksteuer soll stärker steigen als geplant: Kosten Zigaretten bald 12 Euro?

Rauchen könnte in den kommenden Jahren noch teurer werden als bisher angekündigt. Die Koalition will die Tabaksteuer nachschärfen und verbindet damit finanzielle sowie gesundheitspolitische Ziele. Ob diese Strategie aufgeht, dürfte allerdings kontrovers diskutiert werden.
13.07.2026 10:24
Aktualisiert: 13.07.2026 10:24
Lesezeit: 2 min
Tabaksteuer soll stärker steigen als geplant: Kosten Zigaretten bald 12 Euro?
Die Koalition plant eine stärkere Erhöhung der Tabaksteuer als bislang vorgesehen. (Bild: ChatGPT)

Tabaksteuer soll stärker steigen als geplant

Die schwarz-rote Koalition will die Tabaksteuer stärker erhöhen als bisher geplant. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf eine sogenannte Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums für die Koalitionsfraktionen. Der durchschnittliche Preis für eine Packung Zigaretten soll demnach bis 2030 schrittweise von aktuell rund 8 Euro auf fast 11,80 Euro steigen. Das wären etwa 40 Cent mehr als vor einer Woche vom Bundeskabinett beschlossen.

Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Koalitionskreisen, die Regierungsfraktionen hätten entschieden, die im Regierungsentwurf vorgesehenen Steuertarife noch einmal nach oben anzupassen. So solle vor allem der Aspekt des Gesundheitsschutzes noch einmal gestärkt werden.

Sparpaket im Gesundheitswesen

Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) verwies im ARD-"Morgenmagazin" zur Tabaksteuer auf Veränderungen zugunsten der Krankenhäuser und der stationären Versorgung. Nach dem Bundestag hatte am Freitag auch der Bundesrat den Weg für ein Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) freigemacht, das die Krankenkassenbeiträge stabil halten soll. Es sieht Milliarden-Ausgabenbremsen bei Praxen, Krankenhäusern und Pharmabranche vor. Dabei war der Bund den Ländern noch mit finanziellen Zugeständnissen für die Kliniken entgegengekommen.

Wie das RND berichtete, sollen die geplanten Änderungen bei der Tabaksteuer jährlich jeweils rund 800 Millionen Euro mehr in die Kasse des Bundes spülen als bisher vorgesehen. Konkret solle der durchschnittliche Packungspreis für Zigaretten 2027 auf 9,10 Euro steigen, bisher geplant gewesen seien 8,77. Dann soll es demnach schrittweise bis zum Jahr 2030 hochgehen auf 11,78 Euro.

Tabaksteuer: Haushaltskonsolidierung und Gesundheitsschutz

Aus Koalitionskreisen hieß es nun zum Beschluss des Bundeskabinetts zur Erhöhung der Tabaksteuer, dies diene der Haushaltskonsolidierung. Der Bund muss Milliardenlücken schließen. Die Erhöhung diene aber auch dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und stehe im Einklang mit dem Ziel der Bundesregierung, die Raucherquote von Jugendlichen und Erwachsenen zu senken.

Die geplante stärkere Anhebung der Tabaksteuer verfolgt zwei zentrale Ziele: Sie soll zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt schaffen und zugleich den Tabakkonsum eindämmen. Während die Regierung auf eine sinkende Raucherquote und eine Entlastung des Gesundheitssystems setzt, müssen Verbraucher mit spürbar höheren Preisen rechnen. Ob die zusätzlichen Steuereinnahmen und der gesundheitspolitische Effekt tatsächlich im gewünschten Umfang eintreten, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Sicher ist jedoch schon jetzt: Für Raucher wird der Griff zur Zigarettenschachtel deutlich kostspieliger, während die politische Debatte über Sinn und Wirkung höherer Tabaksteuern weiter anhalten dürfte.

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